WoW-Experte zeigt düsteres Bild zu den Spielerzahlen, aber das täuscht

WoW-Experte zeigt düsteres Bild zu den Spielerzahlen, aber das täuscht

Wie steht es gerade um World of Warcraft? Der Streamer Bellular verrät Details zu den Spielerzahlen – die sehen düster aus. Aber sind sie es auch?

Die Spielerzahlen von World of Warcraft sind seit Jahren eine große Unbekannte. Offizielle Zahlen gibt Blizzard inzwischen seit langer Zeit nicht mehr raus, sodass man über die exakte Anzahl der Abonnenten nur spekulieren kann. Allerdings haben findige Community-Seiten auch andere Wege gefunden, um über einige andere Statistiken zumindest ein grobes Gefühl für den Zustand des Spiels zu erlangen.

Der Streamer und Analyst Bellular zieht dabei die Zahlen aus dem Endgame-Content zu Rate und erklärt, warum die zwar düster aussehen, aber eigentlich viel besser sind.

Wer ist Bellular? Bellular ist ein langjähriger Streamer und YouTuber, den man aus vielerlei Gründen kennen kann. Immer mal wieder trägt er viele Informationen zusammen, um etwa spannende Lore-Theorien zu stricken oder einen Blick in die Zukunft von World of Warcraft zu wagen. Zu seinem Content gehört aber auch, über die Entwicklung von MMORPGs zu sprechen – Spielmechaniken, Krisen in den Unternehmen oder auch die Spielerzahlen. Seine Analysen sind dabei zumeist recht umfangreich und auf mehrere Quellen gestützt.

Was hat Bellular erklärt? In seinem neustem Video vergleicht Bellular einige Zahlen zu den Endgame-Aktivitäten von aktuellen Patch in World of Warcraft mit unterschiedlichen Zahlen aus vergangenen Patches und Erweiterungen.

Ein Wert sind dabei die Boss-Kills, die nach einer bestimmten Zeit im neusten Raid erzielt wurden. So kann man auslesen, wie viele Gruppen es geschafft haben, etwa den Endboss „Kerkermeister“ in den ersten vier Wochen nach Eröffnung des Raids zu töten und vergleicht das mit den Endboss-Kills aus dem letzten Raid, Sanktum der Herrschaft. Interessant ist hier auch der direkte Vergleich mit den Zahlen der Spieler, die zumindest den ersten Boss getötet haben – das liefert einen direkten Vergleich. Für die ersten 4 Wochen im normalen Modus bedeutet das:

  • Im Sanktum der Herrschaft hatten 18.675 Gruppen den 1. Boss getötet und 11.474 davon den letzten – also stolze 61,44 %.
  • Im Mausoleum der Ersten haben noch 12.382 Gruppen den 1. Boss getötet, aber nur noch 3.277 den finalen Boss – also geringe 26 %.
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Zahlen sehen schlecht aus, sind aber eigentlich ganz okay

Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick finster erscheinen, relativiert Bellular das und nennt eine ganze Reihe von Gründen, warum es gar nicht so schlecht um World of Warcraft steht.

Einer der wohl wichtigsten Gründe ist, dass der Vergleich zwischen den Endboss-Kills nicht ganz fair ist. Das liegt zum einen daran, dass die letzten 3 Bosse des Mausoleums der Ersten erst mit einer Woche Verzögerung zugänglich waren, zum anderen aber daran, dass der Raid im Grunde „zwei Endbosse“ hatte – denn Anduin Wrynn, der 8. Boss des Mausoleums war so komplex und schwierig, wie es sonst oft nur Endbosse waren.

Der zweite Fakt, der vor allem im heroischen Modus zum Tragen kommt, ist der Machtgewinn innerhalb des Patches. Die Spieler erlangen erst nach und nach richtig starke Boni, wie die doppelten Legendarys oder die 2er- und 4er-Boni ihrer Tier-Sets. Die sind grundsätzlich deutlich mächtiger als es die Herrschaftssplitter waren und haben einen größeren Einfluss auf den Progress.

Ein weiteres Argument ist, dass der Kerkermeister kein Tier-Set-Teil droppt – und deswegen schlicht uninteressant für viele Spieler ist. Das Tier-Set gehört zu den besten Belohnungen, die es im aktuellen Patch gibt und dass der Endboss diese Belohnung nicht droppen kann, macht ihn deutlich unattraktiver. Zum Vergleich: Sylvanas konnte einen legendären Bogen für Jäger und sehr interessante Dolche für Schurken droppen.

WoW Boss Kills Week 3
Ein krasser Abwärtstrend – aber ist das wirklich ein guter Vergleichswert?

Der Kerkermeister ist zudem auf heroischer Schwierigkeit härter als die ersten Bosse auf mythischer Schwierigkeit. Wer bessere Beute wollte, versuchte mit seiner Gilde lieber die ersten paar Bosse auf mythischer Schwierigkeit zu besiegen, anstatt sich am Kerkermeister auf heroischer Schwierigkeit die Zähne auszubeißen.

Ein letzter Punkt ist, dass der Raid zu Beginn schlicht zu schwierig war. Kaum ein anderer Raid wurde in so kurzer Zeit so oft abgeschwächt, wie das Mausoleum der Ersten. Fast sämtliche Bosse erhielten kleinere oder größere Nerfs. Manche Bosse, wie der zuvor erwähnte Anduin, wurden sogar gleich 5-mal in Folge abgeschwächt.

Gute Zahlen im Vergleich zu Battle for Azeroth

All diese Faktoren mit unterschiedlicher Gewichtung führen dazu, dass Bellular den direkten Vergleich zwischen dem Kerkermeister und anderen Endbossen nicht gerechtfertigt findet. Er hält es für besser, die Zahlen mit einem anderen Boss zu vergleichen – Anduin Wrynn. Das sei zwar auch nicht zu 100 % akkurat, aber doch näher an der Wahrheit dran. Bellular vergleicht also die Raid-Ergebnisse aus Woche 3 nach Release und tut so, als wäre Anduin der Endboss gewesen.

So hatten nach 3 Wochen 9.447 Gruppen Sylvanas im Sanktum der Herrschaft getötet und 8.851 Gruppen Anduin Wrynn im Mausoleum der Ersten – jeweils auf normaler Schwierigkeit. Das ist eine Differenz von 6,31 % und macht laut Bellular viel besser deutlich, wie viele aktive Spieler im Endgame noch unterwegs sind.

Diese Werte sind auch im Vergleich mit den vorangegangenen Erweiterungen recht solide. In den Patches von „Battle for Azeroth“ wurden die jeweiligen Endbosse ähnlich oft nach Woche 3 getötet. Jaina in der Schlacht um Dazar’alor lag dort 9.692 mal im Dreck, Königin Azshara im Ewigen Palast 8.282 mal und N’Zoth in Ny’alotha wurden sogar nur 4.064 Mal die Lebenslichter ausgepustet.

Legt man ähnliche Maßstäbe an den heroischen Modus an, sind die Zahlen sogar regelrecht positiv. Während es in den ersten 3 Wochen lediglich 1.195 Gruppen gab, die Sylvanas im heroischen Modus besiegten, waren es bei Anduin zum gleichen Zeitpunkt satte 2.567 Gruppen – eine Steigerung von knapp 115%.

Für Bellular ist damit klar: Patch 9.2 hat einiges richtig gemacht. Er ist zwar nicht perfekt, hat aber dazu geführt, den Spielerschwund abzudämpfen und die Abwärtsspirale von World of Warcraft – zumindest in Bezug auf das Endgame – deutlich abzumildern.

Dass die Spielerzahlen im Verlauf einer Erweiterung immer geringer werden sei vollkommen normal. Der besonders große „Drop“ zwischen Patch 9.0 und Patch 9.1 war laut Bellular zwar katastrophal, doch Patch 9.2 habe seine Sache insofern gut gemacht, die bestehenden Spieler in World of Warcraft zu halten und auch er selbst genießt den Patch. Es sei ein guter Schritt in eine richtige Richtung, der Hoffnung für die nächste Erweiterung macht.

Findet ihr Bellulars Analyse nachvollziehbar und logisch? Oder ist das nur „Augenwischerei“ und World of Warcraft geht’s gerade richtig schlecht?

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Don77

Die Zahlen sind erheblich eingebrochen, das kann man sehr gut in der offenen Welt sehen.

Goldhain der zentrale Platz der Allianz Spieler, auf Antonidas trafen sich zu Legion Zeiten und BFA, haufen weise Spieler besonders abends war es voll und man konnte immer mit jemanden schreiben und es war da oft Streit, Spaß usw.

Und jetzt komplett tot, man sieht vereinzelt noch Low Spielern abends rumlaufen die questen, aber niemand steht mehr dort nur Rum.

Der einzige volle Allianz Goldhain Server ist Blackmoore, der durch Verknüpfung mit anderen verbunden ist (Antonidas aber auch). Dort ist am Abend noch sehr viel los, sodass man dort Stunden verbringen kann und viel schreiben kann immer.

Selbst auf Die Aldor ist Goldhain stark eingebrochen, was früher immer dort auch extrem voll war.

Das ist das beste Beispiel dafür vorralem weil es dort oft nicht Raider und Raider und PvP’ler und keine PvP’ler und alles vertreten war einfach.

Durotar das gleiche Bild, überall tot außer Blackmoore.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Don77
Todesklinge

Soweit ich weiss muss man nur das einfachste Achievment in einer Erweiterung zählen (via Account-Datenbank), um eine grobe Übersicht der Aktiven Spieler zu haben.

Da dies für den Account gilt ist das zumindest präziser als über den Umweg der Bosse zu machen.

In manchen Steam Spielen gibt es ein Achievment wenn man das erste Level abgeschlossen hat.
Wenn man nun in der globalen Statistik sieht das rund 50% der Spieler die erste Mission abgeschlosseb haben, braucht man nur noch die Verkaufsmenge wissen, um grob eine Übersicht zu haben. Ich weiss bei Steam sieht man das sowieso. Mir ging es dabei lediglich um ein Beispiel.

Es gibt viele Fansites in der man die ganzen Chars inspizieren kann (inklusive der öffentlichen Webseite).

Ich könnte rein vom Bauchgefühl ausgehen das rund 50k Spieler noch aktiv WoW spielen werden, verteilt über Retail, Classic und testweise.

Todesklinge

Da sehr viele Twinken ist das wiederum schwierig. Oder zählen diese Zahlen pro Account?

Spritzkeks

Die Zahlen sind in sofern nix wert, denn es gibt genug Spieler die nur
-PvP spielen
-M+
-RP
-Pokemon
usw usw

Und der Drop nach Release ist vorallem einem geschuldet und zwar dem ~Alter.
Denn das wird immer höher und der Großteil der gesamten bisherigen Spielerschaft hat garnicht die Zeit oder die Lust ein Addon komplett durch zu spielen.
Da werden sich die neuen Gebiete und Dungeons angesehen vlt. normal geraidet.
Und geguckt was die WoW Freunde in den letzten 2 Jahren so getrieben haben.
Dann wird gequitted und beim nächsten Addon das gleiche wieder.

Aldalindo

Zahlen sind ja immer so ne Sache…wie sie halt von wem interpretiert werden…bedenklich finde ich eher, dass neuerdings an verschiedenen Stellen für WOW geworben wird😋 ein Game dem es super geht braucht eigentlich keine Werbung…

Huehuehue

Zur absoluten Abozahlen-Hochphase WotLk zB. mehrere TV-Werbespots.

MtastiXN

Bis heute spielt aus Respekt keiner den Nightelf Mohawk 😆

Bravestarr1701

Ein Spiel dem keine Werbung zugute kommt, wird es niemals gut gehen und es in der Geschichte der Videospiele oft genug passiert, dass Spiele mit großem Potenzial, an mangelnder Werbung gescheitert sind und daher kaum Spieler anziehen konnte oder glaubst du, die breite Masse geht auf seiten wie Mein-MMO oder Gmestar, PCGames etc und informiert sich da über neues? Das hätten die Magazine ja gerne aber seit Jahren gibt es da einen Abwertstrend, besonders bei den Printausgaben. Traurig aber wahr.
Davon abgesehen, hatte WoW, mit die beste Werbung. Mr. T. Als Nightelf Irokese oder William Shatner, Jean-Claude Van Damme, Chuck Norris, Smudo, ich will diese Spots nicht missen. Hab sie immer gern gesehen. könnten ruhig mehr Spiele so machen, geniale Werbung zu schalten.

Im übrigen. Das Spiel ist fast 20 Jahre alt. Ich würde mal behaupten, das Spiel konnte sich lange behaupten. Die Spiele die sich länger halten konnten als WoW, (vor allem die im Westen) die kann man an einer Hand abzählen.

Ooupz

Ich halte nichts von diesen Zahlen weil da auch viele Spieler dabei sind die den Endcontent mit mehreren Twinks bewältigen. Wenn man selber einloggt oder seine Freundesliste beobachtet sieht man der Wahrheit in das Gesicht. Es wird immer genügend Spieler geben, überhaupt in Zeiten einer Pandemie, darauf braucht man aber als Publisher nicht stolz sein, wenn man an die Vergangenheit denkt, wo es keine Pandemie gab und es trotzdem zig Millionen aktive Accounts gab und das ohne Classic Server. Jeder der seinen Account eingefroren hat, tat etwas gutes und bewegt vielleicht etwas bei Blizzard, wer dieses Addon als Gesamtpaket für gut befindet, hat die Kontrolle über sein Leben verloren und braucht dringend eine Suchtberatung.

Huehuehue

Wer meint, anderen vorschreiben zu können, was ihnen zu gefallen hat und was nicht, hat nicht nur die Kontrolle über sein Leben verloren.

Ooupz

Wo schreibe ich jemanden etwas vor? Ich erwähne nur Tatsachen und Fakten, ich weiß die Wahrheit kann manchmal hart sein, aber so ist es nun mal.

N0ma

Kenn ich von anderen Spielen, FL oder Gilde ist nach einem Jahr abwesenheit leer, aber die Serverzahlen sind diesselben. Das sind keine verlässlichen Kriterien. 😉

Mithrandir

Der Punkt ist…klar kannst du recht haben und das ist durch Twinks massiv aufgebläht. Dann müsste man aber nachweisen, dass das früher anders war. Und ich sehe jetzt halt nicht, wo Shadowlands jetzt massiv twinkintensiver wäre als vorherige Addons. (Im Gegenteil, durch die Artefaktwaffen gab es in Legion generell den Reiz JEDE Klasse einmal zu spielen, Pakte gibts aber nur 4, daher gabs in Legion eher mehr Twinks als in anderen Addons, meiner Wahrnehmung nach)

Aber davon abgesehen: Leuten, die ein Spiel (noch) spielen oder es nicht tun irgendwas vorwerfen empfinde ich als schwierig.
Wirft dir ja auch keiner vor, dass du nur dem Mainstream-Hatetrain folgen würdest, wenn dus nicht spielst, oder?

Ooupz

twinken vor und nach Wotlk ist und war ein sehr großer Unterschied, jetzt hat doch schon fast jeder mind. 2 Twinks, weil das twinken selbst auch sehr leicht gemacht wurde, die Leute die wirklich nur einen einzigen Charakter über Jahre spielen und bei dem auch bleiben kann man an der Hand abzählen, dann kamen auch noch die Charakter-Boosts.

N0ma

Wenn man die Zahlen mal überschlägt, vglbar mit BfA und schlechter als Legion. Unterm Strich, nicht gut aber keine Katastrophe.

Zur besseren Uebersicht könnte man die Zahlen mal auf eine eindampfen, gewichtet nach Patch, dann könnte man die Addons einfacher vergleichen. Die Spalte %Diff ist eigentlich sinnfrei.

Sven

Das ist natürlich jetzt absolut nicht repräsentativ aber:

Habe mich gerde erst die Tage nach über einem Jahr wieder mit nem low level Char auf die Aldor eingloggt. Das war an einem Freitag Nachmittag und bei meinem Nostalgie Rundgang durch SW sind mir nur sehr wenige Spieler begenet. Früher war da selbst nachts mehr los.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sven
Malos Aegis

Wenn World of warcraft auch für die XBOX kommt, könnten sich die Spielerzahlen wieder steigen, immerhin ist das mmorpg immer noch für PC. Aber da Microsoft Blizzard abgekauft hat, hoffen wir mal, das sich was positives entwickelt. Ich möchte das World of warcraft bestehen bleibt. Immerhin wurden sogar duzende Lore, Koch und Taschenbücher komplett ins Deutsche übersetzt. Square Enix Final Fantasy XIV macht da nix mit seinen zwei Lorebücher, die sind nur in Japanisch und Englisch, obwohl sie mehr Spielerzahlen haben, nicht mal einen Cent geben sie bei der Deutsch-Übersetzung der beiden Lorebücher aus. Da hat Blizzard World of warcraft und Andreas Kasprzak tolle Arbeit geleistet mit dem Übersetzen der WOW Lorebücher.

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