Jeder Spieler von World of Warcraft kennt den Eingang von Sturmwind, schon aus Classic-Zeiten. Doch Blizzard betrügt – die Stadt sieht gar nicht so aus.
Die Straße des Waldes von Elwynn weicht den gepflasterten, weißen Steinen der Stadt von Sturmwind. Ihr seht die großen Statuen der Helden der Allianz, während die orchestrale Musik einsetzt, die den Ruhm der Menschen widerspiegelt.
Alle, die World of Warcraft in den Anfängen gespielt haben, werden sich an den Moment erinnern, als sie zum ersten Mal Sturmwind betreten haben. War WoW bis dahin schon beeindruckend – die Menschenstadt zu erkunden war nochmal ein ganz anderes Erlebnis.
Der Anblick hat sich bei vielen eingebrannt. Die Statuen der Helden, die hohen Mauern, das Dach der Kathedrale des Lichts.
Doch das ist Fake. Denn das Dach der Kathedrale, das ihr sehen könnt, existiert gar nicht wirklich.
Die Fake-Kathedrale von Sturmwind
Was ist das für ein Trick? Tatsächlich ist es von den Toren der Stadt aus in WoW Classic gar nicht möglich, die Kathedrale zu sehen. Das wäre aufgrund des Blickwinkels schlicht unmöglich, die Kathedrale läge hinter allen Häusern und Dächern verloren.
Doch die Entwickler wollten den Eindruck erwecken, dass die Gebäude von Sturmwind riesig sind und die Kathedrale des Lichts, als Zentrum der Menschenstadt, schon vom Eingang aus gut zu sehen ist.
Daher gibt es 3 „Fake-Dächer“ der Kathedrale, die über der Stadt schweben und nur von bestimmten Blickwinkeln aus gesehen werden können. Eines dieser Dächer befindet sich optisch über dem Handelsviertel und wird angezeigt, wenn ihr auf Sturmwind zulauft und den Eingangsbereich betretet.
Es verschwindet, sobald ihr durch den Tunnel in das Handelsviertel geht. Dort wird dann ein zweites Fake-Dach eingeblendet, das wiederum verschwindet, wenn ihr vom Handelsviertel zu den Kanälen wechselt. Erst dort ist dann nur noch das tatsächliche Dach der Kathedrale zu sehen.
Der YouTuber 720 Zone zeigt das in einem seiner Videos:
Ist das jetzt noch so im Spiel? Nein. Inzwischen gibt es diese Fake-Dächer nicht mehr in der modernen Version von World of Warcraft – und zwar schon seit Cataclysm nicht mehr. Damals wurde die ganze Welt überarbeitet und so gestaltet, dass man überall mit einem Flug-Mount reisen kann. Daher ist es nun möglich, Sturmwind aus allen Richtungen und von allen Winkeln aus zu betreten. Die Fake-Dächer ergeben in so einer Welt keinen Sinn mehr.
Sie waren sinnvoll, solange die Entwickler ganz genau wussten, von wo aus Spielerinnen und Spieler die Stadt zum ersten Mal betreten werden und halfen dabei, Sturmwind einen starken Eindruck von Imposanz und Größe zu verleihen.
Cortyn meint: Ich finde es extrem spannend, welche kleinen Tricks und Kniffe sich World of Warcraft sowohl in der Vergangenheit als auch heute bedient, um optische Effekte zu erschaffen. Seien es, wie in diesem Beispiel, Fake-Dächer oder auch die unsichtbaren Kaninchen, die im Grunde die ganze World of Warcraft am Laufen halten. Solche Design-Tricks bleiben den Spielerinnen und Spielern im Grunde immer verborgen, weil man sie im Spiel schlicht nicht wahrnehmen kann – außer, sie arbeiten einmal fehlerhaft.
Was haltet ihr von solchen kleinen, versteckten Details? Interessante Fakten, über die ihr gerne mehr lesen würdet? Oder macht so etwas die Magie des Spieles kaputt, wenn man erst weiß, wie die Einzelheiten alle funktionieren?
Doch auch abseits solcher geplanten Details gibt es in WoW eine Menge Geheimnisse – wie etwa ein Menschenkopf, der seit Vanilla in einem Kraut versteckt ist.
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