Wir brauchen mehr Konzerte wie Final Fantasy XIV: Eorzean Symphony

Zur Feier des 5. Jubiläums von Final Fantasy XIV hat Square Enix in Dortmund das Konzert „Eorzean Symphony“ veranstaltet. Unsere Final-Fantasy-Expertin Irie war bei dem Event und schildert Euch hier ihre Eindrücke.

Musik übt einen starken Einfluss auf die Erinnerungen und Gefühle der Menschen aus. Ich merke es selbst jedes Mal, wenn ich Musik aus einem meiner Lieblingsspiele höre und sofort Lust habe, das Game wieder zu spieler.

Als großer Gaming-Musik-Fan war ein Besuch des FFXIV-Konzertes „Eorzean Symphony“ für mich daher ein Muss.

Das Konzert selbst war aufgeteilt in zwei Abschnitte, die jeweils die Musik aus dem Basis-Spiel „A Realm Reborn“ und der ersten Erweiterung „Heavensward“ umfassten.

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Von Gänsehaut, Tränen und Aufregung

Anderes Gefühl als bei gewöhnlichen klassischen Konzerten: Video-Games-Konzerte unterscheiden sich von ihren konservativen Geschwistern in einem wichtigen Punkt: Die Zuschauer gehen zu diesen Konzerten nicht nur, um schöne Musik zu hören.

Die vertraute Musik aus dem Spiel weckt Erinnerungen an die schönen, traurigen und spannenden Momente, die man alleine oder mit seinen Freunden erleben konnte. Das macht das Erlebnis umso wertvoller.

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Diese Nostalgie rührte die Zuschauer während des Eorzean-Symphony-Konzertes von FFXIV zu Tränen. Gleichzeitig aber fielen auch Äußerungen wie „Die Musik ist echt toll, aber Gott, war dieser Boss nervig. Erinnerst du dich?“.

Für viele war es eine Achterbahn der Gefühle.

Für Fans und einfach nur Musikliebhaber: Auch ich durfte mich spätestens nach dem dritten Stück „Breaking Boundaries“ von meinem Make-Up verabschieden, weil ich geheult habe wie ein Schlosshund.

Das Stück spielte eine große Rolle während des Shutdowns von Final Fantasy XIV 1.0, bei dem ich dabei war. Es vermittelte für mich die perfekte Mischung aus Verzweifelung über die hoffnungslose Situation und der Entschlossenheit dennoch weiterzukämpfen.

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Zusätzlich zu der Musik wurden auf der großen Leinwand über dem Orchester Szenen und Cutscenes aus Final Fantasy XIV gezeigt, die bestimmte passende Storyabschnitte darstellten, was den Nostalgie-Effekt nur noch verstärkte.

Aber auch Zuschauer, die keine emotionale Verbindung zu Final Fantasy XIV hatten, waren offensichtlich gerührt. Ein älteres Ehepaar, das hinter mir saß, sagte nach dem Konzert, dass sie von der Qualität der Musik und der Reaktion der Fans darauf sehr beeindruckt waren.

Lockere Atmosphäre

Mit Witzen und guter Laune: Die Atmosphäre des Konzertes war angenehm entspannt. Die Show wurde von dem Direktor von Final Fantasy XIV Naoki Yoshida selbst geleitet. Zusammen mit dem Komponist Soken und dem Localisation Lead Koji Fox riss Yoshida Witze und verbreitete unter den Fans gute Laune.

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Man merkte, dass die Musiker des „Neue Philharmonie Westfalen“-Orchesters anfangs nicht so wirklich wussten, was sie mit der Show und dem ungewöhnlichen Publikum anfangen sollten. Auch die Mitarbeiter des Konzerthauses Dortmund sagten, dass „Eorzean Symphony“ das erste Videospiel-Konzert war, das dort abgehalten wurde.

Nach der ersten Hälfte und jede Menge Jubel sind die Musiker allerdings mit dem Publikum sichtlich warm geworden.

Die Dirigentin war etwas Besonderes: Mein persönliches Highlight der Show war aber die Dirigentin Alexandra Cravero.

Sie war unglaublich energetisch und hat fast durchgehend getänzelt. Man sah ihr an, dass sie diese Musik liebt und lebt. Ich habe mich mehrfach dabei ertappt, dass ich ihr mehr zugeschaut habe, als den Videos auf der Leinwand.

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Von links nach rechts: Komponist Masayoshi Soken, Sängerin Susan Calloway, Dirigentin Alexandra Cravero, Producer Naoki Yoshida

Mehr Videospiel-Konzerte müssen her

Videogames-Konzerte haben ein Publikum: Eorzean Symphony ist nur eines der guten Beispiele dafür, warum wir mehr Videospiel-Konzerte brauchen. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl langsam, aber stetig gewachsen.

Anhand der restlos ausverkauften Shows wie „Video Games Live“ von Tommy Tallarico oder „The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses“ kann man sehen, dass das Publikum für diese Art von Unterhaltung sehr wohl vorhanden ist.

Square Enix macht sich diese Tatsache schon seit Jahren zu Nutze mit ihren unzähligen Final-Symphony- und Distant-Worlds-Konzerten.

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Die Qualität der Musik ist hoch: Ich würde aber auch unglaublich gerne Stücke wie „Journey“ aus Destiny 2, „Ezio’s Family“ aus Assassin’s Creed oder „Ending Staff Roll“ aus Tales of Symphonia auf großer Bühne erleben.

In die Entwicklung der Videospiele sind mittlerweile viele große Komponisten involviert, von Nobuo Uematsu bis Clint Mansell. Es sind talentierte Männer und Frauen, deren Musik auf die Bühne gehört. Ich hoffe daher sehr, dass auch andere große Publisher diesem Trend folgen und eigene Konzerte veranstalten.

Ich will noch mehr heulen.


Wenn ihr mehr über den Komponisten von Final Fantasy XIV erfahren wollt, lest euch unser Interview mit ihm durch:

Interview: Vom Chemiestudium zur Final-Fantasy-XIV-Musik zum Rekord

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