WildStar: Spieler sieht Urmatrix-Update als „Power Creep“, deprimiert alle

Bei WildStar hat ein Spieler die negativen Aspekte des neuen Updates „Urmatrix“ analysiert und als Power-Creep bezeichnet. Diese Erkentnisse führen zu niederschmetternden Ergebnissen.

Entwickler Carbine hat für 2017 angekündigt, neuen Schwung in das Free2Play-MMORPG WildStar zu bringen. Ein System, das letzte Woche live ging, sollte diesen Aufschwung einläuten: die Urmatrix.

Ähnlich wie das Paragon-System in Diablo 3 oder das Championpunkte-System in The Elder Scrolls Online können Spieler mit der „Urmatrix“ ihren Charakter über die Maximalstufe hinaus weiterentwickeln. Sie sammeln Essenzen, werden von Woche zu Woche stärker. Einige Dungeons und Expeditionen wachsen mit der erhöhten Macht mit, erhielten eine skalierbare Schwierigkeitsstufe.

Wie immer, wenn so ein neues System eingeführt wird, bemüht sich der Entwickler darum, es in den schönsten Farben zu schildern.

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Der Post deprimiert gerade die WildStar-Fans

Auf reddit hat der Spieler Rapid_Twirls das mal von der anderen Seite beleuchtet. Seine These: „Die Urmatrix macht WildStar kaputt.“

  • Denn durch die Verbesserung der Charaktere werden die Helden prozentual stärker, ohne dass ein Großteil der Spielinhalte „mitwachsen.“ Das heißt alles, was jetzt noch an altem Content im Spiel wird und nicht mit hochskaliert, wird durch die erhöhten Schadenwerte und die Lebenspunkte der Spieler trivial. Dadurch fallen 4 Dungeons und 6 Expeditionen weg. Auch die 3 aktuellen Raids werden so sinnlos und trivial.
  • Mit Prozentzahlen und messerscharfer Argumentation nimmt der Spieler die vermeintlichen Vorteile des Systems auseinander und zeigt die Nachteile auf. Die Catch-Up-Mechanik, mit der Spieler aufholen sollen, die im Rennen um die Urmatrix zurückgefallen sind, sei später entweder ein furchtbarer Grind oder verleite dazu, im Cashshop Geld zu lassen.
    WildStar-Matrix
  • Die ganze Balance des Spiels wird komplett aus den Fugen gehoben, weil alles auf die jetzt aktuelle Anzahl an Ability-Punkten und AMP-Punkten konzipiert ist. Wenn da Neues dazukommt, wird das die Klassenbalance total zerstören.
  • Und Neueinsteiger hätten es noch schwerer auch im PvP und beim Leveln, weil Veteranen einen Vorsprung im „Urmatrix-System“ dann zu ihren Vorteilen ausnützen würden. Und so weiter, und so fort.

Es ist ein langer, ziemlich deprimierender Post, der kein gutes Chua-Haar an der Urmatrix-Mechanik in WildStar lässt. Der Post endet damit, dass das Update schlecht für WildStar ist und man das MMORPG nicht mehr spielen sollte.

Hier könnt Ihr den vollständigen Post auf reddit in Englisch lesen. Für WildStar-Subreddit-Verhältnisse ist der Thread vielbeachtet. Er hat die meisten Upvotes seit dem Steam-Release im Juni 2016.

wildstar hoverboard2016 01
Power Creep ist immer ein Problem

Mein-MMO meint: So ein „Power Creep“ ist immer schwierig. Einen Power-Creep können sich eigentlich nur Spiele leisten, die aktiv und stetig weiterentwickelt werden. Also Spiele, denen es gut geht und die sprudelnde Einnahmen haben.

Wenn man Spielern erlaubt, immer mächtiger zu werden, dann muss man immer neue Spielinhalte nachschieben, die „mitwachsen.“ Wenn 5 alte Inhalte rausfallen, muss man 5 neue, aktuelle Inhalte generieren. Das kann sich nicht jedes MMORPG leisten.

Aber Spieler wollen stärker werden. Bei WildStar ist man daher diesen Weg der „Urmatrix“ gegangen und steht jetzt vor neuen Schwierigkeiten, die durchaus lösbar sind. Ein Großteil der Einwände wären gelöst, würde Carbine sagen „Gut, im PvP oder bei nicht-skaliernden Instanzen deaktivieren wir diese Vorteile einfach – da normalisieren wir alles“.

Das ganze Update so zu negativ sehen, wie das der Reddit-Nutzer tut, ist Schwarzmalerei. Spiele müssen sich weiterentwickeln und neue Impulse setzen. Jedes MMORPG, das auf eine Machtspirale setzt, wird Probleme mit dem „Power Creep“ bekommen und muss Lösungen dafür finden.

WildStar-Reveal

Ein erstes solches System wie bei WildStar ist sicher nie perfekt und bedarf noch weiterer Anpassung, bis alles so skaliert und funktioniert, dass es passt. Da muss man jetzt aber auch nicht kommen mit: In 2020 wird das System dazu führen, dass … – Bis dahin wird sich Carbine schon was hat einfallen lassen. Die bittere Wahrheit: Carbine muss bei WildStar neue Wege gehen, wenn das Spiel 2018 noch erleben will.

Aber klar ist: Ein so weitreichendes System wie die „Urmatrix“ macht verdammt viel Arbeit und erfordert eine Menge Feintuning.

Mehr zur Urmatrix gibt es in diesem Artikel:

WildStar: Von wegen tot! Riesen-Update erfindet Free2Play-MMORPG neu

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N0ma

„Denn durch die Verbesserung der Charaktere werden die Helden prozentual stärker, ohne dass ein Großteil der Spielinhalte „mitwachsen.“ Das heißt alles, was jetzt noch an altem Content im Spiel wird und nicht mit hochskaliert, wird durch die erhöhten Schadenwerte und die Lebenspunkte der Spieler trivial. ….“

Sind die gleichen Punkte die ich hier auch schonmal beschrieben hatte, nur am Beispiel von Teso ;).

„Aber Spieler wollen stärker werden. „
Können sie ja, indem sie ihre Skills verbessern. Ich frage mich immer, wer will denn im PvP gegen jemand gewinnen weil der schlechteres Gear hat? Das ergibt für mich keinen Sinn. Für PvE gilt das gleiche. Da werden die Erfolge die man gestern errungen hat zu nonsense, weil irgendwann keiner mehr weiss mit welchem Gear das errungen wurde.

mmogli

Ich finde Wildstar immer noch Toll 🙂
Kein anderes MMOGame hat ein besseres Housing wie Wildstar !

Ahmbor

Utima Online, Star Wars Galaxy, Rift, Everquest 2, usw.

Zimba

Rift ist zwar auch noch ganz geil, aber von all denen hat Wildstar immernoch das beste Housing (:

N0ma

Bin zwar Rift Fan, aber das einzige Housing was ich sinnvoll finde ist freies Bauen in der Open World.

mmogli

Bau mal was in Wildstar ,so 2000 Bauteile..dann steht Wildstar an erster Stelle deiner Liste 😉

Theojin

Ich denke, daß Wildstar nicht mehr zu helfen ist. Der Zug ist einfach abgefahren. Für Konsolen wohl ungeeignet aufgrund der vielen Zauber, Hotkeys und der extrem vielen Menüs für alles Mögliche. Nicht zuletzt kostet eine Konsolenumsetzung Geld, und ich gehe mal nicht davon aus, daß NCSoft davon noch großartig viel bei Wildstar verbrennen will.

Ich selber habe mehrfach angefangen, bin aber eigentlich nie über lvl40 hinaus gekommen, bin also schon in der für mich eigentlich spaßigsten Phase, der Levelphase, des Spielens überdrüssig geworden.
Dabei sind viele Ansätze echt gut, aber leider nicht zu Ende gedacht. Dazu kommt der damals relativ hohe Schwierigkeitsgrad und der eben nicht für jeden geeignete Grafikstil.

Ob man jetzt hier das Ruder rumreißen kann, bezweifel ich. Ich werde sicher nochmal ein paar Tage im Spiel verbringen, aber großartig Geld reinstecken werde ich wohl nicht mehr.
Wenn das Spiel dieses Jahr noch übersteht, haben sie viel erreicht.

Bamux

Also viele Hotkeys sind gar kein Problem für eine Konsolenumsetzung, schau dir nur mal FF14 an ich glaub kein MMORPG verwendet mehr aktive Hotkeys, als Level 60 Beschwörer benutzt man aktiv über 20 Fähigkeiten/Petfähigkeiten das spielt sich fast schon angenehmer mit Gamepad als mit Tastatur aufgrund der gut integrierten Gamepadsteuerung.
Was mich an Wildstar am meisten stört ist die schlechte Performance (GTX 970) trotz bescheidener Grafik in den Städten hab ich nur 30-40 FPS und ausserhalb schwankt die Framrate zwischen 40 und 50 FPS und fühlt sich einfach nicht smooth an.

Andy Boultgen

Es ist alt ein weiterer Versuch das Spiel am Leben zu halten.Nur ob er ganz durchdacht ist,ist wieder was anderes.Die Aussage mit „wenn es 2018 noch erleben will“ trifft es ganz gut denn ob die die nötigen Ressourcen bereit stellen können und wollen ist wieder eine ganz andere Frage.

Erzkanzler

Wenn ich da noch an die ersten Versuche Schwertmaid veteran kurz nach Release denke…

Wildstar hätte sich mit bockschweren Inhalten echt einen Namen machen können, aber mit dem Fokus auf die große Masse wurde es leider nicht besser. Mit herausfordernden Inhalten ist halt auch die Playerbase kleiner, ob man damit das Spiel hätte finanzieren können ist halt auch die Frage.

VoidX86

Ich denke, es hätte funktionieren können, Problem ist bei Wildstar denke ich nur, daß sie sich halt über einen Publisher finanziert haben.
Der will Geld sehen wenn er Geld reinsteckt. Die Beta wurde viel zu schnell beendet.
Ich denke über Crowdfounding hätte Carbine es auch schaffen können.
Und sie wären ihr eigener Boss geblieben.

Gerd Schuhmann

Es gibt fast keinen Entwickler, der ein MMORPG alleine stemmen kann. Da ist immer ein riesiger Publisher dahinter.

Hinter ESO Bethesda, hinter Guild Wars 2 NCSoft, hinter Ff14 Square Enix. Das sind ja alles keine „reinen Studios“, sondern alles Studios, mit einem großen Publisher im Rücken.

Auch Black Desert kommt dann von einer Firma, die in Korea noch anderweitig Geld verdient und Deals hat.

WildStar hätte man nicht ohne NCSoft können finanzieren können. Über Crowdfunding – WildStar war noch aus einer anderen Zeit. Das war noch aus der WoW-Killer-Zeit mit einem riesigen Budget – es kam dann nur zu spät, aber eigentlich wär das so ein typisches MMORPG aus der 2009, 2010, 2011er Zeit gewesen.

Von der Gewichtsklasse war das ganz anderes als die Indie-MMORPGs mit Crowdfunding, die man heute sieht.

Alzucard

Warframe? Also die habens geschafft.

Gerd Schuhmann

Bei Warframe war das Studio kurz vorm Bankrott und sie haben Warframe als letzten Versuch des Studios rausgebracht, das sich dann gut gemacht hat. Tolle Leistung, aber Warframe war vom Budget eine ganz andere Liga.

Warframe ist kein AAA-MMORPG. WildStar war eins. Das letzte westliche AAA-MMORPG wie es aktuell aussieht – außer Amazon macht da noch was. Die Studios veröffentlichen da ja selten genaue Zahlen. Aber das sind dann so die Regionen 150+ Leute arbeiten 3 Jahre+ an so einem Projekt. Da kann man mal den Taschenrechner rausnehmen, was das circa kostet. Da kommt man auf Summen im mittleren und hohen zweistelligen Millionenbereich.

Die Kosten für AAA-Spiele sind mit den Jahren explodiert, weil die Teams immer größer und größer wurden.

Bei WildStar haben sie noch viel länger dran gesessenen, weil das Projekt wohl mehrmals resettet wurde. Da sind die Produktionskosten noch mal viel höher. Man kennt da immer keine genauen Zahlen, aber … es hat einen Grund, warum es kaum noch AAA-MMORPGs gibt und die jetzigen MMORPGs mit viel kleineren Teams entwickelt werden.

Alzucard

Ah das erklärts 😀

Erzkanzler

Als Crowdfunding hätte man wohl einfach nicht genug Geld zusammenbekommen um es zu entwickeln. Die Verkaufszahlen von WS waren von anfang an nicht gut weil recht viele vom Setting abgeschreckt wurden und den Grafikstil nicht mochten. Ich denke gerade bei NCSoft ist einer der angenehmsten Publisher für so ein Projekt und ist der einzige Grund das dieses Spiel überhaupt das Licht der Welt erblicken durfte 🙂

Achim  G.

Der Fehler bei Wildstar lag nicht am Spiel, nicht am Setting und nicht am Schwierigkeitsgrad. Alles hätte seine Zielgruppe gefunden – Es hatte auch großes PvP Potenzial.

Runtergerockt wurde Wildstar durch eine unglaublich lange Kette an Fehlentscheidungen. Und das begann schon mit den vollmundigen Versprechungen „monatliche Updates“ – Dann ein PvP Update wo man statt fein zu justieren lieber den riesigen Vorschlaghammer rausgeholt hat und einfach mal auf das gesamte PVP gehämmert hat.
Zeitmanagement war katastrophal – Wann immer Wildstar etwas neues hatte, haben sie exakt zu dem Zeitpunkt publik gemacht, an dem die ganze Spiele-Berichterstattung von anderen BigBangs „überschattet“ wurde.
F2P Umstellung viel zu spät und dann zeitgleich mit Echo of Soul und Skyforge (keine großen Würfe, aber die waren da halt neu und wurden mit viel Power in den Markt gedrückt)

Persönlich bin ich kein großer Fan von Systemen wie der Urmatrix – das ist aber subjektiv.

Sonst hat sich im Spiel nicht so viel geändert. Ich hatte mich gefreut auf ein paar Runden PVP – das geht auch, weil im Moment echt viele Leute spielen (also kurze Wartezeiten)
Aber Klassenbalance ist… naja… eigentlich überhaupt nicht vorhanden.

Aber um langfristig zu überleben und ich wünsche es dem Titel wirklich sehr, müssen sich die Jungs mehr einfallen lassen als ein Grinding-Urmatrix System.

Erzkanzler

Denk das ist sicher auch ein Grund, aber ich kenne extrem viele Spieler die dem Spiele entweder gar keine Chance gegeben haben (Grafikstil) oder die es Aufgrund des Schwierigkeitsgrades wieder verlassen haben.

Ich war irgendwann einfach nicht mehr motiviert weil mich ständig gleiche Dailies nicht mehr gereizt haben und der „neue“ Content (wie hieß noch mal diese hässliche gelbe Erweiterung) innerhalb von Minuten obsolet wurde.

Gerd Schuhmann

Battleborn ist ja auch gescheitert. Wie WildStar haben beide Spiele so einen „weird“-Stil, eine eigenwillige Komik. Alles ist schräg, fremdartig, gebrochen.

Vielleicht zieht genau das einfach nicht. Wenn’s zu schräg ist, wenn’s zu wenige erkennbare Archetypen gibt, mit denen sich Spieler identifizieren können.

Wenn man den Gegenentwurf sieht: Overwatch. „Nur“ Archetypen, alles leicht identifizierbar. Verkauft sich wie geschnitten Brot.

TimTaylor

Jap, bei Battleborn gehe ich sogar davon aus, das dieses Spiel nuir wegen dem Design scheiten…ich finde den z.B. auch grauenhaft und mit den Charakteren möchte man sich irgendwie auch nicht identifizieren…

Wildstar habe ich probiert, der Grafikstil ist Okay, man hat sich halt irgendwie versucht an WoW zu orientieren…so ein Stil altert halt wesentlich besser. Mir hat aber das ganze UI nicht gefallen, viel zu Bunt und unübersichtlich für mich 🙂

Nookiezilla

“ Einige Dungeons und Expeditionen waschen mit der erhöhten Macht mit“

Hihi

Plague1992

Klassische Spirale einer vertikalen Progression, ich hätte ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet?!?

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