Age of Sigmar galt lange als das unbeliebteste Warhammer, jetzt begeistert es Fans: „High Fantasy trifft auf Heavy Metal“

Warhammer Age of Sigmar Stormcast Eternal in der Mache Titel

Viele alteingesessene Fans von Warhammer Fantasy und Warhammer 40.000 schauen eher mit gerümpfter Nase auf das Age of Sigmar, die neuste in den Welten von Warhammer. Nun hat sich ein neuer Spieler damit befasst und kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Er findet: Age of Sigmar macht alles richtig und ist genau so verdreht und absurd, wie man es sich von Warhammer wünscht.

Was ist das für eine Welt?

  • Warhammer ist in drei verschiedene Universen unterteilt: das ursprüngliche Warhammer Fantasy (heute: The Old World), Warhammer 40.000 und Age of Sigmar.
  • Von diesen dreien ist Age of Sigmar die neuste Welt und erst 2015 erschienen. Warhammer selbst ist schon aus den 1980ern.
  • Age of Sigmar hat damals Warhammer Fantasy abgelöst, als dort in der Lore die Welt zerstört worden ist und das Spiel als solches (vorerst) nicht weiter produziert wurde. Das Universum schmeißt High Fantasy zusammen mit abgefahrenem Steampunk, Göttern und verschiedenen Welten, die untereinander verbunden sind.

Warum ist Age of Sigmar so unbeliebt? Im Grunde hat Age of Sigmar das Ende von Warhammer Fantasy besiegelt, zumindest damals. Es ist die Lore-Fortführung der damals zerstörten Welt und das kam insbesondere bei den Fantasy-Fans nicht sonderlich gut an.

Die Spieler haben Games Workshop vorgeworfen, dass die Firma nicht mehr genug Geld mit Warhammer Fantasy machen konnte, deswegen ein neues und einfacheres System für neue Spieler entworfen hat und das alte System sterben ließ. Dazu kamen kontroverse Design-Entscheidungen wie:

  • Umbenennungen bestimmter Völker wie Elfen in Aelfs oder Zwerge in Duardin
  • neue Einheiten wie die Stormcast Eternals, die für viele Fans schlicht aussahen wie eine Fantasy-Version der übermenschlichen Space Marines (daher auch der Fan-Beiname „Sigmarines“)
  • die offizielle Aufnahme der Gehörnten Ratte ins Chaos-Pantheon
  • die Aufteilung der Völker in konkrete Fraktionen wie Ordnung, Chaos, Tod, Zerstörung…

Age of Sigmar hatte zwar einige Erfolge im Tabletop, aber in der Community kam es lange Zeit nicht gut an. Eines der jüngeren Videospiele, Realms of Ruin, ist vollkommen gefloppt. Jetzt aber, 10 Jahre später, sagen die Spieler: Age of Sigmar ist eigentlich ziemlich cool.

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Der Cinematic-Trailer zu den Skaven in Warhammer: Age of Sigmar

„Wie High Fantasy trifft Heavy Metal Album trifft wilde kosmische Götterträume“

Auf Reddit erklärt ein Nutzer, dass er jetzt erstmals wirklich in Age of Sigmar eingestiegen ist – und er sei begeistert. Die ganze Welt sei einfach wundervoll abgefahren:

Die Stormcast Eternals sind im Grunde Fantasy-Space-Marines aber viel tragischer. Jedes Mal, wenn sie sterben, kommen sie „falscher“ zurück. Like, was? Das ist so düster, ich liebe es. Und dann hast du Dinge wie das Tiefenvolk der Idoneth, die buchstäblich seelenstehlende Unterwasser-Elfen sind. Die versuchen nicht mal, Sinn zu ergeben. Einfach nur seltsam und cool […]

Ich weiß nicht, warum die Leute [Age of Sigmar] so sehr hassen. Ja, es ist nicht das alte Fantasy oder so, aber wen kümmert’s? Dinge ändern sich. Kommt drüber weg. Age of Sigmar ist jetzt super. Es ist seltsam und kaputt und irgendwie chaotisch, aber das ist Teil des Charmes. Ich mag meine Fantasy laut und seltsam und irgendwie philosophisch, aber auch mit Typen mit großen Schwertern, die auf Drachen reiten.

Selbst die neuen Modelle lobt der Nutzer und meint, die könnte man sich auch einfach so in die Vitrine stellen und sie sähen aus wie richtig hübsche Deko. Dazu komme die völlig absurde Lore – die Warhammer-typisch kein richtiges „Gut und Böse“ kenne, sondern wo man selbst mit den Bösewichten irgendwie sympathisieren könne.

In den Kommentaren gibt es Zustimmung und lobende Erwähnungen für die neuen Ideen, die Age of Sigmar so mitbringt, wie eben die Idoneth. Das neue Warhammer mache viele Dinge anders als Warhammer Fantasy damals – und das habe die Fans früher eben verschreckt. Heute sei Age of Sigmar wirklich cool.

Mittlerweile begeistert das Setting sogar Spieler, die eigentlich eher in Warhammer 40.000 zu Hause sind. Insbesondere einige der neuen (oder alten) Fraktionen, für die es keine echte Entsprechung im Sci-Fi-Universum gibt, tun es den 40k-Spielern an – etwa die Skaven: Eines der coolsten Völker aus Warhammer lernt ihr nie kennen, wenn ihr nur Warhammer 40.000 spielt

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IC3GH05T

Müsste man aktuell nicht von 4 Games sprechen? Schließlich gibt es auch Horus Heresy. Klar, das ist die Vorgeschichte zu 40k aber es liegen eben 10.000 Jahre dazwischen. Das meiste dort gibt es nunmal in 40k garnicht mehr. Besonders weil 40k sich gerade sehr wandelt und eigentlich immer weniger damit zu tun hat. Klar es fehlen noch ein paar Primarchen und die Geschichte um den Imperator könnte auch noch aufgelöst werden aber es entfernt sich alles immer weiter voneinander. 40k und Horus Heresy sind sogar komplett inkompatibel außer man will ein paar Dämonen als Minis haben oder so. Ja es ist die Vorgeschichte. Aber es liegt so weit außeinander, dass es durchaus eigene Settings sind.

Ectheltawar

Ich weiß nicht, warum die Leute [Age of Sigmar] so sehr hassen. Ja, es ist nicht das alte Fantasy oder so, aber wen kümmert’s? Dinge ändern sich. Kommt drüber weg. Age of Sigmar ist jetzt super. 

Die Aussage geht leider etwas daneben. Ich gehöre zu jener Fraktion, für die Age of Sigmar das Ende eingeläutet hatte. Und auch heute hat sich daran nichts geändert. Ich glaube nicht das sich irgend ein damaliger Fantasy-Spieler wirklich an AoS gestört hätte. Nicht wenn man es als etwas eingeführt hätte, dass sich zwischen Fantasy und 40k ansiedelt. Das ist aber nicht passiert, man hat Fantasy begraben und wollte den Spielern AoS als Ersatz aufs Auge drücken. Dabei hat AoS kaum noch etwas vom vorherigen Fantasy-Setting, geschweige den das es ein Rank&File-System ist.

Ich denke man sollte durchaus Verständnis für den Unmut aufbringen können. Da gibt es auch nicht wirklich etwas zum drüber wegkommen. AoS ist kein Warhammer Fantasy-Ersatz und wird es auch nie sein. AoS ist heute nicht mehr oder weniger super als es zu seinem Release war. Wer es damals toll fand, wird das sicherlich auch heute noch tun. Sicherlich hat es mit der Zeit auch neue Spieler angezogen die es feiern. Aber es ist auch heute kein Ersatz für Warhammer-Fantasy und wird es wohl auch nie werden.

Da aber selbst GW das eingesehen hat, bekommen wir nun The Old World und hätte man bereits damals anstelle von AoS dieses als Nachfolger präsentiert, gäbe es sicherlich auch noch negative Stimmen, aber man hätte sich auf lange Sicht gewiss damit anfreunden können. Etwas das AoS leider bereits dadurch verhindert, dass es kaum etwas mit dem alten Warhammer Fantasy gemein hat.

Geroniax

Also das Argument “alles sei chaotisch und vieles macht keinen Sinn” lässt sich bei so ziemlich jedes Fantasy Setting sagen, das macht AoS jetzt nicht plötzlich gut oder besser. Das Setting ist einzigartig, keine Frage, aber dabei kann man es dann auch schon belassen.

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