Verschwindet das „Massively“ aus MMORPGs?

MMORPGs befinden sich derzeit in einer interessanten Phase. Es stehen Veränderungen am Genre an, welche dieses sogar grundlegend wandeln könnten.

The Elder Scrolls Online bietet neuerdings die Möglichkeit, fast alle Inhalte alleine spielen zu können. Das Phasing instanziert die Welt stark und führt dazu, dass sich nicht alle Spieler sehen können. In Shroud of the Avatar sind alle Szenen instanziert und nicht für tausende an Spielern gleichzeitig ausgelegt. Star Wars: The Old Republic setzt für die Storygebiete ebenfalls viel auf Instanzen. The Division zeigt im Prinzip nur Freunde an, mit denen man gerade spielt. Immer mehr MMORPGs setzen auf Instanzen, um das Zusammenspiel von kleineren Gruppen oder sogar das Spielen alleine zu fördern. Es hat den Anschein, als würde das „Massively“ langsam aus MMORPGs verschwinden.

elder scrolls online haizahngrotteOnlinegames mit wenig Spielern scheinen derzeit erfolgreicher zu sein

Interessanterweise sind es – abgesehen von World of Warcraft – genau die Spiele, die weniger auf große Mengen an gleichzeitig agierenden Spielern setzen, jene, welche aktuell erfolgreich sind. Ebenso sieht man, dass in Sachen PvP MOBAs und Helden-Shooter bei den Spielern sehr gut ankommen und in diesen treffen ebenfalls keine Massen an Spielern aufeinander. Erwähnenswert ist auch, dass Single-Player-RPGs wieder einen Aufwind verspüren, was zum Release von World of Warcraft noch ganz anders aussah.

Viele Fans von MMORPGs merken an, dass es ja auch gar keine „echten“ MMORPGs mehr gibt. In denen wirkliches Gruppenspiel im Vordergrund steht, man ein großes Team braucht, um Raids zu erledigen oder gegen Bossgegner kämpfen zu können. Doch die eigentlich Frage ist doch, warum kam es zu diesem Wandel? Entwickler und Publisher werden nicht einfach von sich aus diese Änderungen eingeführt haben. Denn so etwas ist immer mit einem Risiko verbunden. Diese Änderungen beruhen auf Analysen und Beobachtungen der eigenen Spieler und des Marktes.

The Division Screenshot 5Solo-Inhalte und kleine Spielergruppen rücken in den Vordergrund

Man hat einfach bemerkt, dass ein sehr großes Interesse für Instanzen und Solo-Inhalte besteht. Offenbar ein deutlich größeres Interesse als nach Inhalten für große Gruppen. Natürlich wollen Fans diese noch immer haben, doch der Markt zeigt, dass allem Anschein nach noch mehr Interesse an Soloinhalten und Content für kleinere Gruppen besteht und genau danach richten sich Entwickler und Publisher. Man erkennt, wo die derzeitigen Interessen der Spieler liegen und richtet die Spiele danach aus.

Aus diesem Grund sieht man momentan immer mehr Onlinegames, die sich an diesen Interessen orientieren. Echte MMORPGs werden kaum noch angekündigt oder sind Nischentitel, die dann aufgrund dieser Nische aber ebenfalls nur eine geringe Anzahl an Spielern ansprechen. Das heißt nicht, dass es nur noch wenige Massively-Multiplayer-RPG Fans gibt, ihre Zahl ist nur im Vergleich zu den anderen nicht mehr so groß und aktuell nicht mehr relevant genug.

Das könnte sich irgendwann wieder ändern. Aber so funktioniert der Spielemarkt nunmal. Ein Genre kommt gut an, erlebt Höhenflüge und wird durch etwas Neues abgelöst. Irgendwann erwacht das Interesse daran neu und es folgt wieder ein Höhenflug… Aktuell jedoch sieht es so aus, als würde das „Massively“ aus MMORPGs erstmal nur noch klein geschrieben werden.

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