Anthem – oder „Bitte lass EA es nicht kaputt machen“
Als ich das erste Mal von Anthem hörte, war ich gespannt. BioWare. Geniale Story-Spieleschmiede. Sei es Mass Effect (sogar Andromda) oder Dragon Age. Diese Schmiede kann Geschichten erzählen. Und so freute ich mich. Zunächst. Denn dann sah ich die zwei bösen Buchstaben, die Vokale des Teufels, den geldgeilen Onkel den niemand vermisst. EA!
Nichtsdestotrotz wollte ich dem Spiel eine Chance geben. Und das tat ich, sowohl in der Closed, als auch in der Open Beta. Und nach den beiden Betas wusste ich, das werde ich mir holen. (Zur Beta werde ich mich nur zu einem Punkt äußern: Verflucht seist du, langsame Gehgeschwindigkeit in Fort Tarsis!)
Jetzt aber zum eigentlichen Review:
- Die Grafik ist insgesamt sehr schön anzusehen, auch wenn es manchmal etwas schwammig wirkt auf der Xbox. Stört mich aber nicht sonderlich.
- Der Sound ist super. Die Musik ist vielfältig, in Bastion hat man Dutzende verschiedene Geräusche von Tieren, Wasserfällen, dem Wind und einigem mehr. Die Waffen-Sounds sind knackig, genau wie die Fähigkeiten. Es „klingt“ einfach stimmig. Die Synchronsprecher geben sich Mühe in ihrer Rolle zu bleiben, auch in der deutschen Fassung.
- Die Story finde ich gelungen erzählt. Es ist kein opulentes Meisterwerk, welches seinesgleichen sucht, aber durchaus für die ein oder andere Überraschung gut.
- Die Charaktere sind sehr schön detailliert und liebevoll geschrieben, und wenn man sich darauf einlässt, kann man sogar eine Bindung zu ihnen aufbauen.
- Das Fliegen ist super umgesetzt. Wobei ich selten fliege. Als Kolossus renne ich lieber Gegner mit meinem Schild um.
- Das Level-Design ist ebenso genial. Es geht nach links und nach rechts, und nach vorne, und nach hinten, und nach oben, und nach unten. Es gibt weitläufige Gebiete, Höhlenkomplexe und hübsch anzusehende (wenn auch langweilige) Unterwassergebiete.
Was mir allerdings nicht gefällt ist das äußerst träge und schwammige Gunplay. Ich habe nicht das Gefühl mit einer dicken Automatik-Kanone oder einem mächtigen Scharfschützengewehr zu schießen, sondern eine Katze in der Waschmaschine zu halten. Sehr schade wie ich finde.
Viel schlimmer finde ich aber die Ingame-Käufe. Ja, man kann sich Münzen erspielen und ja, es sind ausschließlich kosmetische Items (hier ein Lob an die Entwickler), aber die Preise sind absurd hoch. Mir als Sammler reißt es Löcher in die Zehennägel, dass ich gefühlt 30 Stunden spielen muss um mir einen Skin kaufen hindürfen. Hier darf gerne nachgebessert werden.
Trotzdem macht mir Anthem unglaublich viel Spaß, sowohl mit Freunden, als auch alleine.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass da noch mehr kommt. Denn drei Strongholds sind als tatsächliches Endgame eher mau…
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