Hallo zusammen! Ich schreibe diese Review aus Sicht eines vollzeitbeschäftigten Ü30-Feierabend-Gamers und kann mich somit nicht an Powergamer wenden! Das nur als Prolog vorweg.
Nach rund 30 Stunden Spielzeit mit einem Piloten-Level von knapp 17 bilde ich mir ein, mir eine fundierte Meinung gebildet zu haben. Mal schauen! 🙂
Bislang bringt mir Anthem einen riesigen Spaß. Das Movement und damit natürlich auch die Flugmanöver haben mich von der ersten Minute an überzeugt und es fühlt sich dermaßen intuitiv an, als hätte man nie etwas anderes gemacht. Für dieses Feeling gibt es von mir eine Zwischenwertung von 10 Punkten. Wirklich klasse gemacht, Jungs!
Die Story ist schön geschrieben, hält mich bisher absolut bei Laune und ich will wissen wie es weitergeht. Die Cutscenes sind einfach Wahnsinn und ich wünsche mir schon jetzt ein Anthem-Movie, 3D-animiert. Auch wenn mein Englisch Business-level ist, bin ich ein Verfechter der lokalen Synchro und die ist auf Deutsch super gelungen. Wirklich gut vertont und die Stimmen sind authentisch zugewiesen, sprich sie passen zu den Charakteren.
Hier muss ich jetzt allerdings Kritik üben. Es ist ingame teilweise sehr anstrengend bis kaum möglich, die Story (und auch das Level-Design) zu genießen, weil es immer Helden gibt, die komplett durchrennen so schnell es geht und man immer schön hinterher teleportiert wird, und im nächsten Ladescreen hängt. Da müsst ihr euch noch was einfallen lassen und bitte setzt diesen Timer mindestens auf 30 Sekunden hoch.
Aufgrund dieser Einschränkungen gibt es hier Abzüge in der B-Note und wir landen bei einer 7,5.
Zum Thema Performance: Die läuft “eigentlich” ganz gut. Nur in heftigen Feuergefechten und einigen wenigen Zonen gibt es ein Paar Mikro-Ruckler. Das ist für mich völlig erträglich und ich will es gar nicht weiter kritisieren. Die Ladezeiten hingegen kommen mir selbst auf der Xbox One X teilweise wie eine Ewigkeit vor und mehrere Abstürze führten leider zu schier endlosen Ladescreen-Schleifen. Sowas muss nicht sein und frustet Spiele völlig unnötig – vor allem mitten in einem Festungs-Run. Daher gibt es für mich hier einen Abzug und letztendlich eine 8,0.
Zum Gameplay in Missionen – inklusive Festungen – und dem freien Spiel kann ich nur Positives berichten. Die Missionen finde ich gut designed, sowohl was den Plot-, als auch Schwierigkeitsgrad im allgemeinen angeht (Für alle weiteren Schwierigkeitsgrade ab “Normal” kann ich noch nichts sagen).
Man kommt gut mit und auch wenn man einen Spieler dabei hat, der scheinbar planlos umherirrt und sich kaum beteiligt, kann man es trotzdem noch ganz gut kompensieren. Zudem sind sämtliche Mechaniken gut erklärt und man kommt auch solo gut klar, ohne dass es in einem Frage-Gewitter wie zum Beispiel in Warframe endet, in dem man ohne einen Mentor ziemlich aufgeschmissen ist und sich oft recht alleine gelassen fühlt (ich bin absoluter Warframe-Fan, versteht mich nicht falsch.)
Leider gibt es an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Bugs, dass zum Beispiel in der ersten Festung die Türen nicht mehr öffnen und die Gruppe ratlos dasteht und sich irgendwann auflöst.
Zum Klassen-Design kann ich bisher nur sagen, dass sich wirklich alle Javelins unterschiedlich spielen und das aus meiner Sicht sehr gut gelungen ist. Ich habe bisher alle angetestet und hatte wirklich mit jedem meinen Spaß, wobei ich für mich persönlich Colossus und Interceptor vor Ranger und Storm sehe. Aber alles in allem sehr gut gelungen! 9,0 Punkte!
Die musikalische Untermalung und auch die Sound-Effekte sind wirklich super und runden das Stimmungsbild optimal ab. Epische Musik mit gut gezielten Spannungsbögen machen die action-reichen Missionen wirklich authentisch. Gefällt mir sehr gut! 10 Punkte.
Mein Fazit
Über den Daumen gepeilt muss ich sagen, dass Anthem genau meinen Geschmack trifft. Endlich wieder ein PVE-3rd-Person-SciFi-MMO mit Potential, was nur richtig ausgeschöpft werden muss. Wenn Bioware es schafft, die Wünsche der Community umzusetzen und die Flüchtigkeitsfehler ausbügeln kann, dann haben wir hier noch sehr lange viel Spaß.
Wichtig ist, auf Branchen-Größen wie Travis Day zu hören und von den Erfahrungen zu profitieren. Falscher Stolz ist hier fehl am Platz! Aber so wie es derzeit aussieht, läuft es genau in die richtige Richtung. Zusätzlich muss sich EA weiterhin am Riemen reißen und darf nicht in die alte Routine rutschen, in der die DLC-Politik ganz einfach zu einem Massenverlust an Spielern führt. Ich für meinen Teil bleibe am Ball und hoffe, noch viele Stunden spielen und auf Twitch streamen zu können.
Euer LongJohnSeppl
forestfee gaming (waldfee)
vollzeitberufundvaterüberfünfundreißig…. ich hab kurz vorm bettchen noch ne stunde oder so parat.. spiel ist super. und ich hab die letzten 25 jahre so gut wie KEIN spiel nicht gespielt.. bilde mir ein ein klein wenig bescheid zu wissen… verstehe den hate nicht der hier auf anthem herab hagelt…
gutes review!
chrizQ
Als vollzeitbeschäftiger fast 30er kann ich nur voll und ganz zustimmen. Schönes, stimminges Review.