Dank des amerikanischen Urheberrechtsgesetzes darf sich Richard „Lord British“ Garriott die Rechte an seiner geliebten Ultima-Franchise bald zurückholen und Electronic Arts kann nur hilflos zuschauen.
Warum kann Garriott das tun? Offenbar gibt es im amerikanischen Urheberrechtsgesetz einen Paragraphen, laut dem die originalen Rechte-Inhaber das Recht haben, frühere Übertragungen von Urheberrechten nach 35 Jahren zu widerrufen. Im Gespräch mit Jesse Petrilla auf YouTube beschreibt Richard Garriott das wie folgt:
Ich habe Origin 1992 an Electronic Arts verkauft, und es gibt ein wirklich merkwürdiges US-Urheberrecht, das besagt: Wenn man der ursprüngliche Inhaber eines Urheberrechts ist und es an einen Publisher oder eine andere Partei überträgt oder verkauft, kann man es sich nach 35 Jahren einfach zurückholen.
Dabei muss kein Geld fließen. Das Einzige, was man tun muss, ist, es ihnen ein Jahr vorher anzukündigen. Und so habe ich Electronic Arts im April dieses Jahres mitgeteilt: ‚Übrigens, ich werde mir die Urheberrechte an Ultima zurückholen‘, und sie antworteten: ‚Ja, wir wissen, dass das die Rechtslage ist. Wir werden uns entsprechend verhalten.‘
Zudem erklärte Garriott, dass er sich derzeit mit EA in Gesprächen befinden würde, um zu prüfen, ob man schon jetzt gemeinsam an Ultima-Projekten arbeiten könne. Aber auch wenn daraus nichts wird, geht Garriott aktuell fest davon aus, dass er ab 2027 die Rechte an der IP halten wird, die ihn zu einem der bekanntesten Entwickler der Videospiele-Geschichte gemacht hat.
Wir werden eine Lösung finden, aber ich bekomme es 2027 offiziell zurück. Ich habe fast ein Jahr Zeit, um herauszufinden, was das bedeutet. Aber zumindest bedeutet es, dass ich die früheren Ultima-Teile neu veröffentlichen könnte, und es bedeutet auch, dass ich Fortsetzungen dazu machen könnte. Der Punkt ist: Ich werde wieder die Kontrolle über die Zukunft meiner wegweisenden Produktreihe haben.
Die Fans sind skeptisch
Richard Garriott, wer war das gleich?
- Der Brite programmierte bereits mit 19 Jahren mit Akalabeth eines der ersten kommerziellen Computer-Rollenspiele.
- 1981 folgte Ultima I und damit der Startschuss für eine der wichtigsten und einflussreichsten Reihen der Videospiele-Geschichte.
- 1983 war Garriott der Mitgründer von Origin Systems, einem der erfolgreichsten Entwickler und Publisher der 1980er- und 1990er-Jahre.
- Speziell Ultima IV bis VII gelten bis heute als Genre-Klassiker.
- Doch erst mit Ultima Online konnte Garriott im Jahr 1997 seine Idee von einer stark bevölkerten Online-Welt realisieren. Dabei prägte er auch gleich den Begriff des „Massively Multiplayer Online Role-Playing Games“ (also MMORPG).
- Nur wenige Jahre später sorgten Unstimmigkeiten mit dem Management von Electronic Arts, die Origin 1992 gekauft hatten, für den Weggang von Garriott. Die Ultima-Rechte blieben bei EA.
- Anschließende Projekte wie Tabula Rasa und Shroud of the Avatar gehören zu den größten Enttäuschungen der MMORPG-Geschichte.
- Später gab Garriott seinen Namen dann sogar für ein NFT- und Blockchain-MMORPG her, aus dem aber auch nichts wurde.
Wie reagiert die Community? Sehr skeptisch, aufgrund der vielen Fehlschläge der jüngeren Vergangenheit, auch wenn einige Spieler „Lord British“ weiterhin für seine Erfolge würdigen.
- dokka_doc schreibt auf Reddit: „Ganz gleich, was er damit macht – er hat es verdient. Es handelt sich um historische, wegweisende Spiele, die das Konzept eines Computer- bzw. Konsolen-RPGs mitbegründet haben und deren Einfluss bis zur Entstehung der Final-Fantasy-Reihe reicht. Als Schöpfer der Reihe hat er es verdient, sie zurückzubekommen, und ich freue mich, das zu hören.“
- Riot55 befürchtet auf Reddit: „Ultima Online ist eines meiner Lieblingsspiele aller Zeiten, aber wenn man nach dem geht, was Garriott in den letzten 20 Jahren so gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es viele leere Versprechungen, Mikrotransaktionen und amateurhafte Spiel-Engines und Grafiken geben wird.“
- butthe4d sieht das auf Reddit auch so: „Das Letzte, woran ich mich bei diesem Typen erinnere, ist sein betrügerisches Kickstarter-MMORPG, das im Sande verlief und totaler Mist war. Ich glaube nicht, dass das eine gute Nachricht wäre.“
Wie seht ihr das? Traut ihr Garriott ein Comeback mit Ultima zu? Würdet ihr euch einen modernen Nachfolger der Rollenspielreihe wünschen? Verratet es uns gern in den Kommentaren. Wie wichtig „Lord British“ für das Genre der MMORPGs war, erfahrt ihr hier: Über 60 Jahre MMORPGs: Wir blicken auf die Anfänge, Premieren, Höhepunkte und Niederlagen
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Kommentare
Der Kreis schließt sich und finally kann er jetzt endlich auch Ultima den Bach völlig runter gehen lassen, wie jedes gottverdammte andere Projekt, das er seit 1992 angegangen ist (nicht, dass EA seit den frühen 2000etn sonderlich viel Anderes mit der Franchise gemacht hat)
🙂