Mit Kick ist eine neue Konkurrenz zur Streaming-Plattform Twitch auf dem Markt. Doch einige Streamer vermuten, dass es auf der neuen Seite nicht mit rechten Dingen zugeht. So auch der Musiker CodyRiffs, der einen Versuch auf Kick wagte und mit gemischten Gefühlen herauskam.
Was hat es mit Kick auf sich? Kick ist eine neue Plattform, die dem altehrwürdigen Twitch Konkurrenz machen möchte. Dabei setzt die Seite vor allem auf zwei Argumente: Eine Beteiligung in Höhe von 95 % an den Abo-Einnahmen für die Streamer und lockere Richtlinien.
Doch auch wenn Kick in den Augen mancher einen zweifelhaften Ruf hat, ist die Plattform auch für Streamer interessant, die gar nichts mit Glücksspiel am Hut haben. Der Musiker CodyRiff wagte nun den Selbstversuch – und gehörte plötzlich zu den 10 größten Streamern in seiner Kategorie, obwohl er gar nichts tat.
Auch für Streamer wie DrDisrespect, die von Twitch gebannt wurden und ohne lukrativen Vertrag auf YouTube wechseln mussten, ist Kick eine verlockende Option:
Zu schön, um wahr zu sein?
Warum ging CodyRiffs zu Kick? Obwohl der Streamer mit etwas über 3.000 Followern auf YouTube und Twitch eine gewisse Skepsis der neuen Plattform gegenüber hatte – es sei wahrscheinlich zu schön, um wahr zu sein – beschloss er dennoch, sie sich einmal selbst anzuschauen.
Vor allem seine Kategorie, die Musik, sei auf Kick noch ein weitgehend unbesiedeltes Gebiet mit vielen 24/7-Radio-Streams.
Welche Erfahrung machte CodyRiffs auf Kick? In einem Video, in dem der Streamer sein Fazit zieht, gibt er sich positiv überrascht. Bild und Ton seien auf Kick besser gewesen als auf Twitch, außerdem sei der Sub-Split natürlich super – auch, wenn CodyRiffs sagt, dass das Geld dafür aus Glücksspiel-Geschäften stammt.
Negativ bewertet er hingegen die fehlenden Werkzeuge für Interaktion zwischen Streamern und Zuschauern sowie zur Moderation. Die Tatsache, dass er ohne Probleme Copyright-geschützte Musik in seinem Stream spielen durfte, bewertet er ebenfalls negativ: Denn dadurch werden Streamer nicht vor Copyright-Strikes geschützt, die auch mal teurer werden könnten.
Das ganze Video könnt ihr euch hier anschauen:
Kick-Zuschauer stehen offenbar auf Countdowns
Gab es sonst noch Kritik? Ein Punkt fiel CodyRiffs jedoch besonders negativ auf: Der Streamer hatte den Verdacht, dass die Zuschauer-Zahlen auf Kick künstlich in die Höhe getrieben werden, sogenanntes View-Botting. Diese Beobachtung machten auch schon deutsche Content Creator wie Tanzverbot und Staiy.
Was machte den Streamer misstrauisch? Beim ersten Kick-Stream von CodyRiffs schien noch alles in Ordnung: Einige seiner Follower von Twitch waren dabei, sowie ein paar neue Zuschauer. Insgesamt eine positive Erfahrung.
Misstrauisch wurde er, als er einen zweiten Stream startete, der jedoch nur einen Countdown über 5 Stunden zeigte – ohne Musik oder Kontext. Denn obwohl er eigentlich gar keinen nennenswerten Content lieferte, wurden dem Streamer 40 Zuschauer angezeigt, von denen jedoch niemand im Chat aktiv war.
Dass ihn ausgerechnet dieser Stream dann auch noch in die Top 10 der Musik-Kategorie auf Kick katapultierte, half wohl auch nicht weiter.
Seine Beobachtungen teilte Cody Riffs auf Twitter, wo den Post bereits 360.000 Menschen sahen. Im angehängten Video-Ausschnitt sagt der Streamer: “Ich war beeindruckt von meinen Zuschauerzahlen auf Kick. Ich war weniger beeindruckt, als mir klar wurde, dass das nichts wert ist.”
Kick-Gründer erklärt, was angeblich wirklich dahinter steckt
Gibt es eine andere Erklärung? Ed “StakeEddie” Craven, Mitgründer von Stake und Kick, sah das Video von CodyRiffs und wandte sich auf Twitter an den Streamer: Man arbeite bereits an den angesprochenen Kritikpunkten.
Auch für die vermeintlich verzerrten Zuschauer-Zahlen hatte Craven eine Erklärung parat: Von den angeblich 58 Millionen Besuchern auf Kick seien bislang nur 3 Millionen registriert, viele Zuschauer könnten sich demnach noch nicht aktiv am Chat beteiligen.
Da es zudem noch recht wenige aktive Streamer gebe, würde ein neuer Stream wie in diesem Fall in der Musik-Kategorie natürlich Klicks anziehen. Craven versprach auch ein neues Analytics-Tool, mit dem Streamer bald mehr Übersicht über die Daten ihrer Inhalte haben sollen.
Was steckte denn jetzt eigentlich hinter dem Countdown? Damit zählte CodyRiffs nur die Zeit herunter, die er auf Sendung sein musste, um einen Abo-Button von Kick zu erhalten. Am Ende gab es nur eine Ankündigung, dass er jetzt auf Twitch streamen würde.
Obwohl er in der neuen Streaming-Alternative durchaus Potenzial sieht, müsse er zuerst einmal seine Marke schützen, das sei mit Kick in seinem jetzigen Zustand noch nicht möglich. Andere haben da weniger Bedenken:
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Das ist halt einfach Falsch. Es gab 58 Millionen Webseiten Aufrufe im März und es sind 3 Millionen registriert. Den Unterschied solltet Ihr schon kennen als Online Medium. Webseiten Aufrufe /= Zuschauer
Es gibt auch kein Viewbot Problem aber dafür ein Chatbot und Folllower Bot Problem aber eher auf Ami Seite. Es ist ein Technisches Problem mit den Viewern. Ein Realer Zuschauer zählt als 1, 2 oder sogar 3 Viewer. Das ist ein interner Fehler der bekannt ist und im Discord auch aktiv besprochen wird mit den Devs. Die Arbeiten gerade aktiv daran das zu beheben. Aktuell zählt auch jeder Browser Tab als Viewer somit kann jeder Zuschauer einfach 20 Tabs aufmachen und der Streamer 50 Viewer mehr. Man hätte hier ziemlich einfach recherchieren können. Einfach mal größere Streamer oder sogar im Discord nachfragen. Man sollte auch bedenken da wir immer noch in der Beta sind.