Twitch bannt eigenen Mitarbeiter – Es klingt echt übel

Die Streaming-Plattform Twitch hat Hassan Bokhari gebannt, das ist ihr eigener Mitarbeiter und zuständig für wichtige Streamer. Angeblich arbeitet er nun auch nicht mehr bei Twitch. Dem gingen Anschuldigungen einer Streamerin voraus, der Mann habe seine Macht-Position auf Twitch ausgenutzt, mit Geschäftsgeheimnissen geprotzt, Privilegien verteilt und sich ihr sexuell aufgedrängt.

Das ist der Mitarbeiter: Hassan Bokhari ist „Account Director of Strategic Partnerships“. Er ist seit 2011 bei Twitch angestellt (via linkedin).

In seiner Rolle ist er unter anderem dafür zuständig, Potential in Streamern zu erkennen und sie zu fördern. Er dient als Ansprechpartner für Streamer, die strategisch wichtig für Twitch sind.

Um Partner auf Twitch zu werden, muss man eine gewisse Größe erreicht haben und bestimmten Standards entsprechen: Das Ziel von vielen kleineren Streamern auf Twitch ist es, erstmal Partner zu werden. Denn dann bekommt man die Möglichkeit, mit dem Streamen Geld zu verdienen. Das eröffnet berufliche Perspektiven.

In seiner Rolle war Hassan Bokhari einer der bekanntesten Mitarbeiter von Twitch: Er war einer jener legendären Figuren, die als „Twitch Staff“ bekannt sind: Graue Eminenzen im Hintergrund, über die viel gemunkelt wird.

Er besaß auch einen eigenen Twitch-Kanal „Hassan“, mit etwa 5.500 Followern.

Twitch ließ Vorwürfe sexueller Belästigung untersuchen

Das weiß man über seinen Bann: Öffentlich bekannt ist, dass der Twitch-Account des Mitarbeiters gebannt wurde.

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Ein Bot verkündet den Bann.

Von sich aus nennt Twitch praktisch nie weitere Details für einen Bann – außer es geht um amtierende US-Präsidenten. Das hat rechtliche Gründe: Twitch könnte wegen Verleumdung verklagt werden, wenn öffentlich bekannt geben jemanden für was gebannt zu haben, das er am Ende nicht getan hat. Twitch schweigt öffentlich konsequent über ihre Banns und deren Gründe, wie Dr Disrespect schmerzhaft weiß.

Daher sind die genauen Gründe des Bannes von Hassan Bokhari offiziell nicht bekannt, allerdings gibt’s sehr deutliche Hinweise, was hinter dem Bann steckt. Bereits im Juni kamen gegen Bokhari schwere Vorwürfe einer Streamerin auf, er habe seine Macht-Position genutzt, um sich ihr sexuell aufzudrängen.

Laut einem Statement gegenüber ESport-Journalist Rod Breslau heißt es von Twitch:

„Wir nehmen diese Anschuldigungen sehr ernst und haben eine renommierte Firma als dritte Partei damit beauftragt, eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Anschuldigungen einzuleiten. Es entspricht unserem Vorgehen, Informationen zum Beschäftigungsverhältnis einzelner Mitarbeiter vertraulich zu behandeln: Die Untersuchung ist abgeschlossen und wir haben dementsprechend gehandelt, was die Untersucher gefunden haben.“

Statement von Twitch

Später meldete Breslau: Quellen hätten ihm gesteckt, Hassan Bokhari sei nicht länger Mitarbeiter bei Twitch.

Es liegt also nahe, dass Bokhari wegen der Vorwürfe gegen ihn von Twitch gebannt und gefeuert wurde, auch wenn die das nicht so deutlich sagen möchten.

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Der E-Sport-Journalist Rod Breslau veröffentlicht ein Statement von Twitch.

Twitch-Mitarbeiter belästigt angeblich Streamerin

Das waren die Vorwürfe: Die relativ kleine Streamerin Vio (46.2000 Follower) hatte im Juni ihre Erlebnisse mit Bokhari auf Twitter geschildert (via twitter):

  • Bokhari habe in einem Discord mit Geschäftsgeheimnisse und Twitch-Internas geprahlt, sich über Partner beschwert und Direktnachrichten von ihnen öffentlich geteilt
  • Er habe seine Position missbraucht, um Privilegien und Gefälligkeiten zu verteilen – etwa an Vio, mit der er eine sexuelle Affäre anstrebte und einging. So hat er sich als jemand dargestellt, der die Karriere einer Streamerin fördern kann, indem er seine Kontakte spielen lässt und etwa den Partner-Status „auf dem kurzen Dienstweg“ ermöglicht
  • Sie hätte ihm Nacktfotos geschickt und um absolute Diskretion gebeten. Er habe die dann ihren Freunden gezeigt mit der Bemerkung: Endlich habe er ihre Brüste gesehen
  • Bei persönlichen Aufeinandertreffen wäre er zudringlich geworden. Die Streamerin sagt, es war ein Muster: Sie habe immer wieder „Nein“ gesagt, er sei beharrlich geblieben und irgendwann habe sie nachgegeben, weil er ihr leid tat und sie sich bedrängt fühlte. Auf diese Weise kam erst zu intimen Berührungen, später zu Oralsex und letztlich zu Geschlechtsverkehr auf der Pax West 2015. Sie fühlte sich in diese Situationen hinein gezwungen, weil er so viel Druck ausübte
  • Sie sagt, sie habe selbst Fehler gemacht, für die sie sich nicht vergeben kann. Aber der Mann habe Jagd auf sie gemacht, sie manipuliert und letztlich einen sexuellen Übergriff begangen.

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Die Streamerin Vio begrüßt den Bann ausdrücklich. Sie sagte, sie musste weinen, als sie das sah.

Die Vorwürfe von Vio kamen inmitten der Welle von Sex-Skandalen, die Streamer trafen und die unter anderem die WoW-Gilde Method zu Fall brachten.

Die Streamerin sagte: Gerade weil Hassan in so einer wichtigen Position bei Twitch sei, hätte sie nicht mehr still bleiben können.

Twitch-CEO-Emmet-Shear
Der Twitch-CEO, Emmet Shear, war unter Druck wegen der Sex-Skandale.

Offenbar hat sich Twitch einige Zeit gelassen, um die Vorwürfe gründlich untersuchen zu lassen, und hat jetzt gehandelt, gut 2 Monate, nachdem die Vorwürfe öffentlich geworden waren.

Im Juni 2020 kam eine Lawine von Vorwürfen sexueller Belästigung ins Rollen: Die Vorwürfe trafen vor allem Streamer der Plattform Twitch. Es kamen auch Beschwerden auf, der CEO von Twitch, Emmet Shear, habe diese Probleme nicht ernst genug genommen. Es ging bis hin zu Rücktrittsforderungen. Daher ist das ein besonders sensibles Thema für Twitch:

Twitch CEO wird heftig kritisiert: „Amazon muss einschreiten und ihn feuern“

Das Titelbild ist vom Instagram-Account von Hassan Bokhari.

Quelle(n): dotesports
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Dux

Irgendwie hält mein Mitleid in Grenzen gilt für beide Seite. Sie wusste worauf sie einstellt und hat sich sogar „verkaufen“ lassen für Vorteile und der andere hat sein Macht Missbraucht. Beide Seiten sollten Konsequenzen spüren

mordran

Klassische Venusfalle die Frau, so jemand gehört gleich mit entfernt wenn man schon von Banns spricht. Allerdings verstehe ich auch nicht wie man so unprofessionell sein kann und dort sexuelle Beziehungen eingeht wo man a) arbeitet und b) dann auch noch mit Personen denen man vorgesetzt ist.

Butterbean

Ich glaube bei diesem Satz fehlt was: Das hat rechtliche Gründe: Twitch könnte wegen Verleumdung verklagt werden, wenn öffentlich bekannt geben jemanden für was gebannt zu haben, das er am Ende nicht getan hat.

Athrun

Vieles hat was mit der in den USA weit verbreiteten Klausel zutun das man geschäftliches und berufliches trennt. Es ist dort verpönt mit der Partnerin zusammen zuarbeiten oder so, oder das sich auf Business Ebene etwas kristallisiert.

Verwerflich ist sein Umgang mit interna und sein Machtmissbrauch. Dafür verdient er es gekürzt werden.

Der Rest ist … sry bullshit. Sie wurde nicht gezwungen und bedrängt werden ist auch was anderes für mich. Sie hat sich aus den selben unmoralischen Gründen auf ihn eingelassen, welche sie ihm zum Vorwurf macht. Ich hätte auch ihren Account gebannt. Um klar zu verdeutlichen „wir tolerieren keine Manipulation, durch Gefälligkeiten“

Defacto hat sie sich aus der Situation Profit erhofft der nicht eingetroffen ist und nun kam sie mit der Bezahlung die sie dem angeboten hat und dem Ergebnis was sie bekommen hat einfach nicht klar. Sie fühlte sich um den Sex den sie gegeben hat und den Gegenwert den sie bekommen hat einfach nur beschissen. Naja ich kann auch in ein Auto investieren ob das Auto mich tatsächlich bis nach Australien bringt ist aber unbekannt.

Einfach nur billig die Dame.

Neowikinger

Ich finde es gut, dass Twitch diesen Fall ernsthaft untersucht und dann entsprechend gehandelt hat. Der Typ hat den Rausschmiss definitiv verdient. Seine Machtposition zu missbrauchen und Internas zu veröffentlichen, ist beides ein No Go.

Mein Mitleid mit der Streamerin hält sich dennoch in Grenzen. Sie wusste von Anfang an auf was sie sich da einlässt. Aber dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass es diese Art von „Angebot“ erst gar nicht hätte geben dürfen.

chack

Jo wenn du nein sagst und dann trotzdem nach gibst weil dir der Kerl dir „leid“ tut, dann ist das sicher keine Belästigung oder Vergewaltigung. Ich glaube die wollte einfach nur etwas Ruhm und einen Karriere push von ihm. Als da aber nix kam hat sie beschlossen auf den „Streamer Belästigungszug“ aufzusteigen um so vllt wenigstens noch etwas Fame zu bekommen.

Ich glaube ihr schon das sie das nicht wollte, es aber trotzdem gemacht hat weil sie sich was davon erhoft hat. Naja egal, die Frau sagt ja selbst sie hat Fehle rgemacht. Sie hat ihm ja geschreieben das sie „es“ gemocht hatte und sich freut ihn wieder zu sehen und zu küssen etc. Vllt war sie sich aber auch selbst nicht wirklich sicher was und wie sie es wollte. Sehr Fragwürdige Story jedenfalls.

Ally13

Als außenstehende Person kann man sowas immer leicht sagen. Fakt ist, dass die Psyche komplex ist und in so einer Situation grade Männer sehr „überzeugend“ sein können.

Liesel_Weppen88

Jaaa die bösen Männer ☺️
Man kann auch sehr überzeugend bei seinem Nein bleiben, wenn man etwas wirklich nicht will 😉 er ist n asi und sie ne hoe, so einfach ist das. Haben sich doch 2 gefunden. Beide bannen, fertig. Solche Menschen braucht die community doch nun wirklich nicht.

vv4k3

und irgendwann habe sie nachgegeben, weil er ihr leid tat und sie keine Spielverderberin sein wollte.

Huh?!?
Ich hätte das in dieser Art nicht gesagt.
Diese Aussage kommt mir ein bisschen merkwürdig rüber, wie wenn sie es wusste, was er vorhat und dann wissentlich zugestimmt hat…

Sveasy

Also sie schickt ihm Nacktfotos und lässt sich dann weichklopfen und zum Sex überreden um sich dann hinterher zu beschweren…..

Auch wenn man mir jetzt sicher wieder Töter/Opfer-Umkehr vorwirft aber ich kann mir ein Stück weit „selber Schuld“ – Gedanke nicht verkneifen.
Keine Frage, dass er sie anbettelt usw ist ein no go, aber die Bilder zu schicken und sich auf mehr einzulassen ist doch ihre Entscheidung gewesen und sie hat sich davon einen gewissen benefit versprochen. 🤔

Find ich schwierig zu beurteilen. Wenn eine Partei übergriffig wird gegen den Willen einer anderen oder es eine massive Erpressung gab ist der Fall klar. Hier lese ich aber eher raus das sie sich hat breitschlagen lassen und nicht dass er sie irgendwie genötigt hätte von wegen „ich mach deine Karriere kaputt“

Nico Saborowski

Als Außenstehender steckt man nie in sowas drin… es gibt Menschen, die sind psychisch schwach und lassen sich offenkundig leicht manipulieren. Oft merkt man erst hinterher, was eigentlich gerade gelaufen ist. Das Reflektieren über das eigene Verhalten findet nicht immer in dem Moment statt in dem man sich eben „verhält“.

Aber sieh es mal so: Selbst wenn Vio das alles nüchtern und ohne Vorwürfe der sexuellen Belästigung erzählt hätte, wäre der Rauswurf von Hassan berechtigt gewesen, da er anscheinend Interna weitergab und potenziellen Partnern auf Basis „persönlicher Vorteile“ versprach voranzukommen. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung zieht neben der eigentlichen Konsequenz der Kündigung (vermutlich !) wohl eher noch ein Strafverfahren nach sich.

Sveasy

Also was die Weitergabe von Interna angeht oder Dinge wie „ich bin wichtig bei Twitch, geh mit mir aus“ da bin ich ganz bei euch. Dass rechtfertigt eine Kündigung ohne Zweifel.
Der Rest ist für much aber nach wie vor schwierig einzuordnen. Wenn er sie wirklich „in die Kiste gequatscht hat“ dann mag das fraglos armselig und peinlich sein aber trotzdem, und so les ich dass, eben einvernehmlich.
Ich will jetzt kein victim shaming betreiben, bitte nicht missverstehen, aber das klingt eher nach „Rache der Ex“ oder eben „es kam raus, es ist peinlich, jetzt brauch ich ne exit Strategie ums Gesicht zu wahren“.

Mit wem ein Mitarbeiter welchen Kontakt hat geht den Arbeitgeber erstmal nen feuchten Kehricht an solang die Arbeit und die berufliche Integrität aussen vor ist bzw gewahrt bleibt. Selbst wenn man seine Partnerin durch die Arbeit kennenlernt geht das die Firma erstmal nix an. Alles aber eben unter der Prämisse das man Job und Privat nicht vermischt, was hier natürlich eben doch der Fall war.

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