The Division: „Unser Spiel macht keinen Spaß“ – Eine Aussage, die in die Geschichte eingeht?

Bei The Division diskutieren wir über die Tragweite des letzten „State of the Game“, in welchem die Entwickler eine überraschende Offenheit an den Tag legten.

Am letzten Donnertag fiel wohl so manchem die Kinnlade herunter: Die Entwickler von The Division sagten in aller Offenheit und Ehrlichkeit direkt heraus: „Unser Spiel macht keinen Spaß. Es tut uns leid. Die Community hat recht.“ Gerade das Endgame sorgt aufgrund des fragwürdigen Loot-Systems und zahlreicher Bugs für Frust, für schlechte Laune und schließlich auch für Langeweile, sodass zahlreiche Agenten längst zu anderen Games weitergezogen sind. Entsprechend fallen auch die User-Beiträge in den Foren des Internets aus.

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Und nun gab Massive all die großen Probleme im letzten Lagebericht nach der Sommerpause zu. Ohne sie zu verschönern. Ohne sie zu verharmlosen. „Unser Spiel macht keinen Spaß.“ Ein mutiges Statement.

Große Probleme, große Transparenz

Dies ist eine Aussage von Entwicklern über ihr eigenes Spiel, welche in dieser Form wohl einzigartig ist. Bislang sprach Massive nur über vereinzelte Probleme und versicherte, dass man sich deren bewusst sei, dass man sie untersuche und eine Lösung finden werde. „We are aware of it“ und „We are looking at it“ waren die häufigsten Sätze in den bisherigen Lageberichten, über welche sich die Community schon lustig macht. Selbst die Entwickler müssen bereits schmunzeln, wenn sie sie sagen.

Zahlreiche Probleme begleiteten das Game seit dem Launch. Von Cheats und Hacks über Performance-Probleme bis hin zu massiven Exploits musste das Spiel im Grunde alles durchstehen. Mit den drei bisherigen Updates wurden nicht nur Bugs behoben, sondern auch eine Vielzahl neuer Fehler eingebaut. Man hat das Gefühl, dass die Entwickler ihrem Spiel immer hinterherrennen, um es irgendwie in die richtige Bahn zu lenken.

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Allerdings waren sie dabei stets um Transparenz bemüht. Gerade die Community-Developer Hamish Bode und Yannick Banchereau zeigten und zeigen Präsenz in den Foren und auf Twitter und geben immer wieder Einblicke, woran das Team gerade arbeitet. Vor einigen Monaten wurde eigens eine Seite eingerichtet, auf welcher alle aktuellen Probleme und Exploits aufgelistet sind. Aber die Offenheit und die Direktheit wurden im letzten State of the Game auf eine neue Stufe gehievt.

Massive – ein Vorbild für Community-Arbeit?

Die meisten Spieleentwickler gehen mit Problemen in ihren Spielen dezenter um. Sie werden verharmlost, andere Aspekte des Spiels werden betont, sie werden mit neuem Content überspielt und irgendwann kommt ein Patch mit der stolzen Verkündung: „Wir schauen auf Eure Anliegen. Hier ist der Patch.“

Selten hört man Stellungnahmen, wie „Oh, das haben wir verbockt. Entschuldigt, wir arbeiten an einer Lösung.“ Einen Fehler einzugestehen ist in der Branche nicht an der Tagesordnung – und das, obwohl kaum ein Spiel komplett frei von Fehlern ist. Schließlich will man sich keinen Zacken aus der Krone brechen. Man will sich nicht verwundbar machen.

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So war beispielsweise Bungie im Jahr 1 wenig an der Zusammenarbeit mit der Community für Destiny interessiert. Der mangelnde Endgame-Content wurde heruntergespielt. Auch Blizzard ist zwar für einige beachtliche Leistungen bekannt, für eine offenherzige Community-Arbeit aber wohl eher nicht.

Ist Massive in diesem Aspekt ein Vorbild? The Division legte einen bombastischen Launch ist, es wird vom Riesen Ubisoft gepublisht – die ganze Gaming-Welt schaut auf diesen Titel, gerade wie er sich entwickelt. Daher werden auch die anderen Spieleentwickler mitbekommen haben, wie offen Massive letzten Donnerstag gegenüber ihrer Spielerschaft war. Und sie werden weiterhin beobachten, wie die User darauf reagieren werden. Ist dies ein angemessenes Auftreten eines Entwicklerstudios? Kommt das gut an? Ist das das Konzept für die Zukunft der Gaming-Branche? Muss man mit der Community im Jahr 2016 so interagieren?

Geht dieser Livestream als Beginn der neuen Transparenz in die Geschichte ein? Oder sollte weiterhin nur hinter verschlossenen Türen an einem Game gearbeitet werden?

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Die Community hat diesbezüglich eine gespaltene Meinung. Manche sehen die Aussagen von Massive als endgültigen Beweis dafür, dass das Spiel tot sei. Jetzt geben es sogar die Entwickler selbst zu. Viele andere freuen sich hingegen über diese Offenheit. Mit diesem Eingeständnis sei der erste Schritt getan. Nun kann es weitergehen. Gemeinsam kann man jetzt nach Lösungen suchen. Das schweiße die Community und Massive zusammen und würde viel für die Zukunft versprechen lassen. Solche Aussagen über das eigene Spiel wünschen sich die Entwickler von einer Community.

Wie geht es weiter?

Aber wie geht es nun weiter mit The Division? Mit dieser Frage haben wir uns bereits beschäftigt und sie an Euch weitergeleitet, welche Maßnahmen Ihr treffen würdet. Auch auf reddit wurden und werden fleißig Ideen und Lösungsvorschläge gesammelt.

Gestern twitterte Hamish Bode, dass er eben einige Zeit auf reddit verbrachte und dort „super gute Ideen“ entdeckte. Er sei sehr gespannt auf Zukunft des MMO-Shooters.

The Division ist nicht tot – nein. Es lebt noch. Und in den nächsten Wochen will es Massive wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Gemeinsam mit der Community.

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