Neues MMORPG sollte die Alternative zu WoW sein, doch der Launch auf Steam wurde zum Fiasko

Neues MMORPG sollte die Alternative zu WoW sein, doch der Launch auf Steam wurde zum Fiasko

Die größte Spiele-Firma der Welt, Tencent, hat 2024 ein MMORPG aus dem Boden gestampft, das die Lücke schließen sollte, die WoW gerissen hatte. Tarisland startete im Juli 2024 als kostenloses MMORPG und verursachte viel Wirbel. Doch auf Steam fiel es komplett durch.

Das war die Idee zu Tarisland: Weil sich Activision Blizzard mit NetEase verkrachte, gab es in China plötzlich kein WoW mehr. Die Server gingen offline und viele chinesische Spieler trauerten.

Da kündigte Tencent an, ein MMORPG für Mobile und PC herauszubringen. Es war offensichtlich, dass sie in die Lücke vorstoßen wollten, die WoW in China gelassen hatte.

Das MMORPG erschien in einem weltweiten Release am 21. Juni 2024 und fand durchaus Anklang. Doch ein Release auf Steam war dann ein Flop.

Tarisland konnte das Interesse von MMORPG-Spielern nur 2 Wochen halten

Wie viel Erfolg hatte Tarisland in Deutschland? In einer Analyse des Interesses an Tarisland in Deutschland kann man erkennen, dass das MMORPG zum Release im Juni durchaus einen kleinen Hype hatte.

So war es für zwei Wochen im Interesse, das von Google Trends gemessen wird, relevanter als große MMORPGs in Deutschland wie The Elder Scrolls Online, Black Desert oder Guild Wars 2.

Allerdings konnte Tarisland nur ein Strohfeuer entfachen. Das Spiel war nur zwei Wochen wirklich relevant, danach flachte das Interesse deutlich ab und es rutschte deutlich unter das Interesse an der etablierten Konkurrenz.

tarisland-google-interesse

Später Release auf Steam wird zum Fiasko

Was war mit Steam? Da hat sich Tencent offenbar völlig verzockt, denn offensichtlich hatte man geplant, dass Tarisland mit dem Release auf Steam im Oktober 2024 noch mal Fahrt aufnimmt, aber das schlug völlig fehl:

  • Auf Steam kam Tarisland nie über 582 Spieler in der Spitze heraus.
  • Die Bewertungen sind mit 24 % positiven Reviews desaströs.
  • Bei Google Trends ist kein relevanter Ausschlag zum Steam-Release zu bemerken.

In den Reviews heißt es, dass man bereits mit Level 41 startet, was niemand verstehen kann, und was ein absolutes No-Go für viele Spieler ist. Zudem habe das Spiel viele Pay2Win-Optionen und zu wenig Möglichkeiten, den Charakter anzupassen.

Gab es 2024 denn ein neues MMORPG, das besser einschlug? Deutlich mehr Erfolg als Tarisland hatte 2024 das neue MMORPG Throne and Liberty von NCSoft. Das konnte in Deutschland ungefähr 8 Wochen lang das Interesse der Spieler halten und blieb über dem Interesse an der starken etablierten Konkurrenz. Doch im Dezember schwand auch hier das Interesse: Throne and Liberty verliert in 2 Monaten mehr als 70 Prozent der Spieler auf Steam, Community nennt Gründe

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diesdasverschiedenedinge

Ich frag mich immer noch wie das unironisch als Hoffnung ,das nächste große Ding oder irgendwas in der Art bezeichnet wurde.

Irgendwer hat vor Release in den Kommentaren mal geschrieben, die reine Existenz von Tarisland macht Gaming insgesamt schlechter.

Viel treffender hätte man es wohl kaum schreiben können.

Caljostro

Das Problem ursprünglich war der Inhalt. Leveln geschah in Schüben von ein paar Stufen jeden Tag, womit auch neue Inhalte freigeschaltet wurden. Und auch wenn man schon nach knapp einer Woche die maximale 40 erreicht hatte, naja, haters gonna hate. Einigen hat halt nicht gepasst, dass sie nicht in den ersten 24 Stunden durch und im Endspiel waren und nicht nach 3 Tagen maximal ausgerüstet rumstolzieren konnten.
Anfangs gab es genug zu tun, es gab oft neue Craftingrezepte, Raids, Dungeons, neue Karten(teile), Sammelgegenstände auf den Karten, neue Schwierigkeitsgrade. Aber die hohe Frequenz wurde schnell geringer. Zwischen zwei Tagen mit Neuem verging immer mehr Zeit. Und da das Spiel allgemein relativ gelegenheitsspielerfreundlich war, war man oft mit ca. 45 Minuten für tägliche Aufgaben fertig. Ja, man konnte anderen helfen, aber es gab nix dafür, weil Durchgänge mit Beute an den Verbrauch von begrenzten Marken gekoppelt waren. Und crafting/sammeln war auch begrenzt durch tägliche Energie.
Ursprünglich hieß es immer, dass die Saison 0 kürzer sein sollte, während nachfolgende Staffeln dann ca. 2-3x im Jahr neue Inhalte bringen sollten. Spoileralarm: die S0 hat am Ende fast 4 Monate gedauert. Müsste ich raten, ich würde sagen, sie kamen nicht schnell genug hinterher. Das hat dann nach ca. 2 Monaten zur Wiederverwertung von allem möglichen geführt, allem voran Raids und Dungeons, für die es dann Belohnungen gab, die den Charakter ein paar Pünktchen stärker machten, was aber absehbar irrelevant sein würde mit dem ersten Tag der Saison 1. Es fühlte sich also obsolet an. Hinzu kam, dass solche oftmals als “absolviere so schnell wie möglich erschwerten Inhalt” ausgelegten “High Score Jagden” immer öfter von Cheatern und Exploits unterwandert wurden, die auch nicht disqualifiziert wurden, wenn es von ihren Taten Videos gab. Ehrlich weiterzuspielen war angesichts dessen also vergebene Liebesmüh. Persönlich fand ich es auch deprimierend, dass neuen Spielern so viel gegeben wurde, dass sie nach ein paar Stunden auf ca. 90% aufgeholt hatten gegenüber einem Spieler, der monatelang jeden Tag gespielt hat (wenn oftmals auch nur tägliche Aufgaben).
Wochenlang nichts zu tun zu haben, hat viele Spieler vergrault. Ich muss zugeben, mich dann letztendlich auch ein paar Tage vor Staffel 1, die ich folglich nur vom Hörensagen kenne. Was ich nicht wirklich bereue. Um es kurz zu machen, es wurde neue Überwaffen eingeführt, deren Erwerb und Ausbau sich eindeutig an Wale richtet. Und leider scheinen die neuen Raids auch geplant zu sein mit solchen Spielern in der Gruppe.
p2w ist auch so ein Thema. Es wurde immer versprochen, “nein, es wird bei uns keines geben”. In einer Beta haben sie es dann aber doch ausgelotet, entsprechende Mechaniken aber nach dem “selbstverständlichen” shitstorm zumindest “im Westen” wieder entschärft (China ausgenommen). Und man konnte auch die erste Zeit gut damit leben. Aber bereits mit Saison 1 kam es dann aber eben doch dazu mit der Über-Ausrüstung. Die frisst so viel Gold, dass es auf einmal mandatorisch wird, Kristalle für Echtgeld zu kaufen und diese dann im Spiel zu Gold zu machen. (Das ging schon immer, aber wirklich wichtig wurde es halt erst mit diesem neuen “gold sink”.)

HiveTyrant

Hatten die Tarisland Macher nicht auch bekannte ‘Influencer’ und WoW Raid Gilden bezahlt, damit die ihr Spiel spielten?

Ja haben sie und es war traurig das mit anzusehen. Man konnte förmlich das Grinsen in deren Gesichtern sehen, als sie im Live Stream die Bosse versuchten. Haben es zwar nicht geschafft, aber gejuckt hat das auch keinen von den zwei Gilden die gegeneinander angetreten sind. War ja nur eine Art Marketing Event für das sie sich reichlich entlohnen liesen.
Interessiert hat das keinen, wurde aber trotzdem als DAS Event das Jahres von den Machern angepriesen.
Wie gesagt, war damals echt traurig das mit anzusehen, fast schon peinlich das sich Top Spieler für sowas hergeben.
Als würde Arnold Schwarzenegger Werbung für Damen Binden machen…

Caljostro

Du bist Dir aber bewusst, dass Schwarzenegger in Japan ein paar abgef…ahrene Werbespots gemacht hat. Damenbinden wäre da fast schon harmlos.

Caljostro

Ja, die haben 2 WoW Gilden engagiert für ein paar Raid first kill Herausforderungen. Aber das waren halt Söldner, die einfach nur einen Job gemacht haben. Von denen hat man danach nie wieder was gesehen im Spiel. Warum sollten sie auch ihr Stamm-Spiel verlassen für eine Reise ins Ungewisse. Grippeverbreiter mag es auch ein paar gegeben haben, ich hab bei Veröffentlichung lieber gespielt als geschaut. 😀

Und auch hier wieder ein Spiel, das gerade die wichtigsten Aspekte eines Spiels limitiert und oder hinter eine Paywall stellt, hat es nicht anders verdient, das mag in Korea oder anderswo funktionieren, aber in Europa und speziell in Deutschland funktioniert diese Art von Spiel nicht

Sayfty

Kannst du das spezifizieren? Ich hab das Spiel die ersten zwei Wochen auf Mobile gespielt ohne Geld auszugeben aber hab nur die ersten drei Raids gespielt. Der Schwierigkeitsgrad hat dann gut angezogen und mein Mage hat nicht mehr mithalten können.

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