Während viele New World als Beispiel des Scheiterns von MMORPGs betrachten, hat der Chef von drei MMORPGs einen ganz anderen Blick auf das Genre.
Um wen geht es? Jack Emmert ist der Chef von Cryptic Studios, dem Unternehmen hinter MMORPGs wie Neverwinter, Star Trek Online und Champions Online. In einem Interview mit GamesIndustry hat er sich über die Schwierigkeiten des Genres geäußert und erklärt, warum MMORPGs „auf dem besten Weg zu einem Comeback“ sind.
Dabei sollen ausgerechnet New World und Ashes of Creation, aber auch Oldies wie World of Warcraft und einige Messen beweisen, wie wichtig MMORPGs sind.
MMORPGs sind die Zukunft, nicht die Vergangenheit
Was sagt der Chef? Emmert erklärt im Interview, dass New World gezeigt habe, dass die Spieler MMORPGs wollen. Das würden die starken Verkäufe von New World seiner Meinung nach beweisen. Zur Erinnerung: New World erreichte laut SteamDB zur Spitzenzeit über 900.000 Spieler auf Steam. Woran New World jedoch laut ihm gescheitert sei, sei der Mangel an Strategie und die Infrastruktur, um den Spielern genug zu bieten.
So erklärt er: „Ich glaube, die Behauptung, dass es keine MMO-Community gibt, wird durch die Zahl der Spieler widerlegt, die immer noch World of Warcraft, meine Spiele, Daybreak oder was auch immer spielen. Sie wollen etwas Neues.“
Das soll laut dem Chef auch der Hype um das gescheiterte Ashes of Creation beweisen: „Nicht ohne Grund haben so viele Leute dieses Spiel verfolgt.“
Was benötigt ein MMORPG 2026? Laut Emmert liegt das Geheimnis des Genres darin, sich nicht zu übernehmen. Große Publisher würden es zu oft mit World of Warcraft aufnehmen wollen und dann hunderte Millionen Dollar investieren, um eine möglichst breite Spielerschaft zu erreichen.
Das Gegenteil sei jedoch wichtig: „Das Geheimnis der anhaltenden Beliebtheit von MMOs liegt darin, eine bestimmte Nische erfolgreich anzusprechen, anstatt zu versuchen, es allen recht zu machen.“
„Diese neuen MMOs – oder Spiele, die sich wie ein MMO anfühlen – sind durch die hohen Erwartungen so verwässert, dass sie einfach alles sein müssen. Und so entstehen Spiele, die im Grunde nur aus Funktionen bestehen, aber keine Seele haben … und genau da landen sie dann.“
Jack Emmert im Interview mit GamesIndustry
Ein neues MMORPG müsse seiner Meinung nach nicht alles abdecken, was das Genre bereits kenne. Es benötige laut ihm keine 200 Stunden voller einzigartiger Inhalte, stattdessen, meint er, brauche es einen Launch und alle drei Monate Updates mit neuen Inhalten, die das Spiel erweitern, damit die Spieler überzeugt werden und am Ball bleiben.
„Meiner Erfahrung nach kommt es bei MMOs irgendwann zu dem Punkt, an dem man denkt: ‚Hey, das sind deine treuesten Fans, die werden dich nie im Stich lassen.‘ Und dann besteht das Ziel darin, die Spieler, die gegangen sind, dazu zu bringen, zurückzukommen (indem man ihnen coole Inhalte bietet).“
Jack Emmert im Interview mit GamesIndustry
Dass er mit dem Geheimrezept recht hat, beweist er, indem alle seine MMORPGs noch online und erhältlich sind und bisher nicht schließen mussten. Der Experte gibt mit dem Interview womöglich auch einen Hinweis darauf, was wir von seinem neuen MMORPG erwarten können: „Es kommt ein neues MMO von mir“ – Das gescheiterte Spiel zu Warhammer bringt Genre-Urgestein Jack Emmert zu Cryptic zurück
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