MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes guckt viele Serien, aber ausgerechnet eine Horrorserie bringt ihn in alte Muster zurück: Er liest sich ständig neue Theorien durch.
Um welche Serie geht es? In From geht es um eine mysteriöse Kleinstadt, die man nicht mehr verlassen kann, wenn man dort landet. Das erlebt auch Familie Matthews, die bei einem Ausflug dort ankommt. Das viel größere Problem erscheint aber nachts: Monster, die wie Menschen aussehen.
Vor denen ist man nur geschützt, wenn man sich in einem Haus mit einem Talisman befindet. Um die Ordnung in dieser Kleinstadt kümmert sich Boyd, der, wie viele andere auch, versucht, aus dieser Stadt zu entkommen.
Die Serie läuft aktuell in der 4. Staffel auf Paramount Plus, die ersten beiden Staffeln könnt ihr euch aber auch auf Prime Video im Abo anschauen.
Die Prämisse allein weckte in mir Interesse, obwohl ich beim Genre Horror eher auf Filme setze. Die Serie ist sogar so spannend, dass ich mir wieder eine Angewohnheit aus meinen Teenie-Jahren angeeignet habe.
Mystery, Horror und eine ordentliche Portion Hoffnungslosigkeit
Obwohl die Monster in From anfangs die größte Bedrohung darstellen, entfalten sich im Verlauf der bisherigen 3 Staffeln (Staffel 4 läuft aktuell) weitere Bedrohungen und Geheimnisse. Dabei legt From bisher nicht viel Wert darauf, brennende Fragen zu beantworten, und erzeugt ständig mehr Mysterien und absurde Situationen, sodass ich mich jede Woche frage, was ich da eigentlich schaue.
Das Spannendste (oder Gruseligste) an From ist aber die Hoffnungslosigkeit. Jedes Mal, wenn die Bewohner nur ein Fünkchen das Gefühl bekommen, etwas gewonnen zu haben, nimmt die Stadt diese Hoffnung und tritt sie mit Füßen.
Das inszeniert die Serie auch ziemlich gut, mit effektiven Rückblenden, Traumsequenzen und auch einem schönen Gefühl dafür, eine unangenehme Atmosphäre zu erzeugen. Dabei helfen auch die Darsteller stark. Auch wenn mich manche Schauspieler nicht ganz überzeugen, bin ich großer Fan von Catalina Sandino Moreno (Tabitha), David Alpay (Jade), Scott McCord (Victor) und insbesondere von Harold Perrineau als Boyd (auf dem Titelbild zu sehen).
Als Anführer der Stadt versucht er ständig, dass die Bewohner ihre Hoffnung nicht verlieren. Mit jeder Staffel merkt man aber, wie er immer weiter zerbricht, und das spielt er (vor allem dank seiner Mimik) ziemlich gut.
Was mich beim Schauen auch sehr überrascht hat, sind das Kostümdesign und die Spezialeffekte. Die sehen meist ziemlich gut aus und bei der ein oder anderen Szene mit den Monstern stockt einem dann doch der Atem.
Ein weiterer Aspekt, der mich die Serie sehr genießen lässt, sind die vielen Theorien, denn nach jeder Folge fühle ich mich wie mein Teenager-Ich.
Es gibt zu allem eine Theorie
Das ist der perfekte Nährboden für allerlei Theorien, und nach jeder Folge gehe ich direkt auf Reddit oder TikTok, um mir jede noch so absurde Theorie durchzulesen. Das hat einen schönen Effekt, da man sich mit verschiedenen Dingen beschäftigt.
Ohne zu viel spoilern zu wollen, habe ich bereits etwas über Feen und Folklore gelernt oder über die Kurzgeschichten Der König in Gelb vom Autor Robert W. Chambers, der schon 1895, also vor den Werken von H.P. Lovecraft, ein Werk veröffentlichte, das man durchaus als Cosmic Horror bezeichnen kann. Nicht alle Theorien sind so ausgearbeitet, aber selbst die absolut verrückten genieße ich – ich meine, man weiß nie, was die Serie macht.
Das erinnert mich an meine Teenager-Jahre, in denen ich unzählige Videos und Reddit-Posts zu Animes wie Dragon Ball Super oder One Piece verschlungen habe. Meist kam es ohnehin ganz anders als von Teilen der Community erwartet, aber es gab trotzdem einen positiven Effekt.
Ich bin niemand, der viel auf Reddit oder in Kommentarspalten schreibt, aber dank dieser Videos und Posts fühlte ich mich trotzdem als Teil dieser Communitys, weil sie durch Theorien wachsen und gedeihen, auch wenn mal nichts Spannendes passiert.
Theorien können aber auch einen Nachteil haben: Wenn die echte Serie enttäuschendere Erklärungen hat, wird man eventuell noch frustrierter. Und um ganz ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass From in nur 5 Staffeln (die 5. soll die letzte sein) ein zufriedenstellendes Ende erreichen kann, aber irgendwie ist mir das auch egal, denn ich genieße es trotzdem. Einen starken Horror-Tipp findet ihr auch im Kino: Ein kleiner Horrorfilm lehrt mir endlich wieder im Kino das Fürchten, gehört zu dem Gruseligsten, was ich jemals gesehen habe
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