Alle kennen die Bewertungen auf Steam, aber viele verstehen nicht, was sie bedeuten

Wenn ihr ein neues Spiel auf Steam kaufen wollt, fällt euer Blick wahrscheinlich als Erstes auf die Rezensionen. Aber wisst ihr eigentlich, was sie bedeuten?

Um welches Feature geht es? Jeder, der regelmäßig auf Steam einkauft, dürfte sie kennen: die Rezensionen. Jeder Steam-Nutzer kann sämtliche Produkte in seiner Bibliothek mit einem simplen Daumen nach oben oder unten bewerten und einen kurzen Text dazu verfassen.

Dieses System sorgt jedoch immer wieder für Probleme. Etwa, wenn Nutzer es missbrauchen, um ihren Unmut kundzutun, oder wenn Spieler ganz besonders lustig sein wollen.

Eine aktuelle Diskussion zeigt jetzt wieder, dass viele die Rezensionen gar nicht richtig verstehen.

Über negative Bewertungen freut sich wohl kaum ein Entwickler.

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Entwickler klagt über eine negative Rezension und tritt eine Diskussion los

Was ist die Diskussion? Ein Entwickler teilte auf X eine negative Rezension zur Demo seines kommenden Spiels RetroSpace auf Steam. Der Spieler hatte einen Daumen nach unten gegeben, dazu aber geschrieben, das solle gar keine negative Review sein. Er habe die Demo geliebt, die Idee sei cool, er freue sich auf das fertige Spiel. Kritik gibt es lediglich für das überwältigende „Audio-Durcheinander“.

Der Entwickler meint dazu: Zu schreiben, dass man ein Spiel geliebt hätte, und dann doch einen Daumen nach unten zu geben, sei nicht hilfreich. Diese Art Bewertungen seien sogar schädlich. Er betont aber: Negative Reviews seien absolut in Ordnung, wenn einem das Spiel tatsächlich nicht gefallen habe.

Ein Entwickler-Kollege ergänzt unter dem Post: „Wir bekommen viele davon. So ‘ich habe alles an diesem Spiel geliebt, mein Liebling überhaupt, aber leider ist es im Early Access und noch nicht fertig, also gebe ich einen Daumen nach unten.’“ Der Entwickler meint: Man hätte auch einfach gar nichts schreiben können.

Der Post wurde mehr als eine halbe Million Mal gesehen und erhielt über 16.000 Likes – aber nicht alle stimmen dem Entwickler zu.

Alles ganz einfach – oder doch nicht?

Wo liegt das Missverständnis? Man sollte meinen, es wäre ganz einfach: Hat mir das Spiel gefallen, gibt es einen Daumen nach oben, wenn nicht, einen nach unten. Das ist jedoch streng genommen nicht, wofür die Bewertungen stehen. Wenn Steam euch vorschlägt, ein Spiel zu bewerten, fragt es nicht, ob dir das Spiel gefallen hat, sondern: „Würdest du das Spiel anderen Spielern empfehlen?“

Dieser kleine, aber feine Unterschied sorgt regelmäßig für Frustrationen. Für den Entwickler ergab die Rezension zu seinem Spiel keinen Sinn: Da hat jemand die Demo geliebt und bewertet sie dennoch negativ – was soll das? Manche Nutzer sehen das jedoch anders und erklären, wie sie die Review verstehen: Da gefällt jemandem das Spiel, doch im jetzigen Zustand kann man es einfach nicht empfehlen. Das Spiel hätte aber Potenzial, gut zu werden.

Diese Art Bewertungen findet man sehr oft bei Titeln im Early Access oder bei Demos, von denen im Rahmen des Steam Next Fest immer wieder haufenweise gezeigt werden.

Aus diesem Grund ist aber auch eine dritte, neutrale Option umstritten. Viele Spieler wünschen sich das, um eine Bewertung schreiben zu können, auch wenn sie noch nicht restlos überzeugt waren, und dem Spiel trotzdem keinen Daumen nach unten geben wollen. Aber eine Empfehlung ist nun mal binär.

Schlechte Bewertungen schaden vor allem kleinen Spielen

Warum ist das überhaupt so ein Problem? Das hat etwas damit zu tun, wie die Steam-Bewertungen wahrgenommen werden. Theoretisch gibt es 9 Abstufungen, von „äußerst positiv“ über „gemischt“ zu „äußerst negativ“. Fällt ein Spiel unter 70 % Empfehlungen, ist also nur noch „gemischt“, ändert sich die Farbe der Schrift. Aus blau wird erst orange und schließlich tiefrot, wenn man so richtig abstürzt.

Eine Bewertung im mittleren Bereich ist eigentlich gar nicht so schlecht, aber viele Spieler sortieren diese Titel im Kopf direkt aus. Immerhin erscheinen Jahr für Jahr tausende Spiele auf Steam, warum sollte man den mittelmäßigen Vertretern überhaupt noch eine Chance geben?

Gerade kleineren Spielen können solche negativen Reviews also durchaus weh tun, selbst wenn sie nett gemeinte Verbesserungs-Tipps enthalten, oder sogar nur ironisch gemeint sind („Das Spiel ist so gut, dass es mich hunderte Stunden gekostet hat, kann ich niemandem empfehlen!“).

Andere Spieler lehnen es aber auch ab, einem unfertigen Spiel eine positive Bewertung zu geben, weil man Potenzial darin sieht: Immerhin könnten so neue Spieler getäuscht werden, die durch die positiven Bewertungen dann eine polierte Erfahrung erwarten.

Hand auf Herz: Wie nutzt ihr die Steam-Bewertungen? Welche Rolle spielen sie für euch beim Kauf von neuen Spielen?

Absolut unstrittig sind die Bewertungen aber bei den folgenden Spielen, denn sie haben es ins „God Tier“ geschafft: Das bedeutet, einen Status von „äußerst positiv“ bei über 100.000 Bewertungen. Hier sind 10 Spiele, die auf Steam das „God-Tier“ bei den Reviews erreicht haben

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