Während sich Squadron 42 endlich der Veröffentlichung nähert, ist weiterhin unklar, wann Star Citizen fertig wird. Das Zwischenfazit eines langjährigen Unterstützers macht klar, wie viel Arbeit noch vor den Entwicklern liegt.
Was ist das für ein Zwischenfazit? The_Red_Moses erklärt auf Reddit, er unterstütze Star Citizen seit mehr als 10 Jahren und habe in dieser Zeit die Fortschritte des Spiels genau verfolgt. Er wolle weder die Geschäftspraktiken der Entwickler kritisieren noch den Traum von Chris Roberts bewerten. Stattdessen versuche er, den Status Quo von Star Citizen zu bewerten, wie bei einem Servive-Game, das bereits seit Jahren läuft.
Ich habe vor über 10 Jahren für Star Citizen bezahlt. Mir wurde der Eindruck vermittelt, es sei nur noch wenige Jahre entfernt, und nun sind 10 Jahre vergangen. Ein Spiel zu bewerten, das seit 14 Jahren in Entwicklung ist und von dem der Entwickler vor Gericht selbst behauptet, es sei ein „Game as a Service“, ist völlig legitim. Wenn es ein Game as a Service ist, dann kann man es auch bewerten.
The_Red_Moses nimmt sich dabei sehr viel Zeit, um gleichermaßen die aktuellen Stärken und Schwächen von Star Citizen zu beleuchten. Das macht seine Einschätzung nachvollziehbar und fair, auch wenn sie unter Strich verheerend ausfällt. Der Spieler würde aktuell eine 3,4 von 10 zücken:
Star Citizen ist bemerkenswert dafür, eine mögliche idealisierte Zukunft für Videospiele zu skizzieren. Was Star Citizen zu sein versucht, ist sehr beeindruckend. Was es jedoch tatsächlich ist – ist enttäuschend. Zutiefst enttäuschend.
Im Folgenden schauen wir uns an, wie er zu diesem Fazit kommt.
Die Stärken von Star Citizen
Was lobt der Spieler? The_Red_Moses lobt vor allem die ersten etwa 15 Stunden in Star Citizen, nachdem man sich ein wenig orientiert hat. In dieser Zeit beeindruckt das SciFi-MMO nämlich durch seine schiere Größe. Es ist toll, durch sein eigenes Schiff zu laufen, von einem Planeten abzuheben und im All ein Gefühl dafür zu bekommen, wie riesig alles ist.
Spaß machen anfangs auch die ersten Missionen, für die man Kisten ausliefern, kämpfen oder Bergbau betreiben soll. Zu den Highlights gehören außerdem einige weitläufige Dungeons mit First-Person-Shooter-Gameplay sowie vereinzelte, aufwendige Aufträge, die sich vom Rest deutlich abheben. Auch das Gunplay sowie die Schiffskämpfe im All machen dem Spieler Spaß.
Damit kann man sich schon einige launige Stunden beschäftigen, wenn die Technik mitspielt. Apropos …
Die Schwächen von Star Citizen
Was kritisiert der Spieler? Eine ganze Menge, aber vor allem der technische Zustand sowie die Masse an Bugs sind laut The_Red_Moses problematisch. Fehler in der aktuellen Version von Star Citizen können einem nämlich schnell enorme Fortschritte kosten:
Ich habe einmal all mein Geld genommen, eine Ironclad Assault beladen und versucht, Warenhandel zu betreiben – nur damit das Schiff und seine Fracht einfach verschwanden und mein Charakter im All gestrandet war. Das hat mich jeden einzelnen Credit gekostet, für den ich wochenlang geackert hatte.
Star Citizen hat aber noch viele andere Probleme, hier einige Lowlights, die der langjährige Unterstützer hervorhebt:
- Viele der einträglichsten Missionstypen wiederholen sich schnell oder fallen flach und langweilig aus. Vor allem die Missionen mit den eigentlich spaßigen Schiffskämpfen im All enttäuschen, da die Ziele oft extrem repetitiv ausfallen sollen.
- Die unterschiedlichen Gameplay-Bausteine von Star Citizen sind oft strikt voneinander getrennt. Beispielsweise gibt es keine Missionen, in denen sich Schiffskämpfe im All mit First-Person-Ballereien abwechseln.
- Wer halbwegs effizient Geld verdienen möchte, muss sich auf den Grind einiger weniger Missionstypen fokussieren, da die meisten Aktivitäten, die Spaß machen könnten, kaum etwas einbringen sollen. Die Erkundung des Universums bringt beispielsweise kein Geld. Wer die mühsame Tretmühle umgehen und sich trotzdem Schiffe kaufen möchte, muss Echtgeld investieren.
- Verschlimmert wird das, weil man sich die einträglichen Missionen erst über ein Rufsystem freischalten muss. Vor dem mühsamen Geld-Grind wartet also erstmal ein langweiliger Ruf-Grind.
- Star Citizen ist eigentlich auf Handel ausgelegt, bietet im Spiel aber noch kein vernünftiges Feature für das Handeln mit anderen Spielern. Stattdessen muss man externe Webseiten bemühen und kann dabei über den Tisch gezogen werden.
- In der Theorie gehört die Piraterie zu den spannendsten Karrieren in Star Citizen, doch lohnt sich diese Spielweise derzeit nicht. Spieler nutzen nämlich meist Frachttransport-Verträge und die zugehörigen Waren lassen sich als Pirat nicht mit ausreichend Gewinn verkaufen.
Dann nimmt sich The_Red_Moses noch einmal Zeit, um einen Teil der hingebungsvollen Community von Star Citizen zu loben, die enormen Aufwand betreibt, um selbst Behelfslösungen für die vielen Probleme des Spiels zu finden. Teils befinden sich Fehler nämlich seit vielen Jahren auf den Servern:
Ich habe das einmal einem Freund erklärt, und er fragte mich: „Wenn das Spiel so voller Bugs ist, muss doch jeder Patch nur aus Bugfixes bestehen, oder?“ Und ich musste ihm antworten: „Nein, die Bugs, die im Spiel sind, existieren da buchstäblich seit Jahren. Die meisten dieser Bugs sind über 5 Jahre alt und werden nicht behoben. Niemand weiß warum.“
Und das ist die Wahrheit. Das Spiel ist kaputt, war schon immer kaputt und wird wahrscheinlich für immer kaputt sein. Sie fügen neue Features hinzu, aber das Spiel bleibt kaputt.
Ohne die vielen Bugs würde Star Citizen für The_Red_Moses auf eine 6 von 10 kommen. Mit einem Marktplatz auf eine 7 von 10, so essenziell wäre das Feature für die Spielerfahrung. Dann noch ein fertiges, solides Endgame aus Basisbau, Raids und Ressourcen-Kriegen und man könnte über hohe Wertungen sprechen.
Das ist der Grund, warum ich das Spiel so lange gespielt habe. Die Hoffnung, dass es besser werden würde, ist immer da und nagt an einem. Es ist nicht gut, aber man kann sich so leicht vorstellen, dass es BALD gut sein wird … Das Problem ist nur, dass es nie besser wird.
Die Entwickler sind einfach nicht darauf fokussiert, das Spiel fertigzustellen und zu liefern. Sie sind darauf fokussiert, neuer, noch nie dagewesener Spieltechnologie hinterherzujagen. Und das ist die Misere von Star Citizen und seiner Entwicklung.
Star Citizen ist nur eins von vielen Kickstarter-MMOs, die auf turbulente, lange Entwicklungen zurückblicken:
„Das ist absolut fair“
Wie bewertet die Community das Zwischenfazit? Mit mehr als 1.500 Daumen hoch und über 600 Kommentaren, wobei es viele schätzen, dass The_Red_Moses gleichermaßen die Stärken und Schwächen beleuchtet und auch konkrete Beispiele für seine Einschätzung nennt.
- markhalliday8 lobt daher auf Reddit: „Eine ziemlich fundierte Rezension. Kurzfassung: Das Spiel ist Mist, kauft es nicht.“
- Alc2005 ergänzt auf Reddit: „Was mich wirklich umbringt, ist, dass Star Citizen genau das umsetzt, was ich mir schon immer von einem Spiel gewünscht habe. Ich möchte ein Weltraumkapitän sein, der Abenteuer erlebt! Aber mehr noch: Ich möchte etwas, das die Erkundung von Raumschiffen aus No Man’s Sky, die RPG-Mechaniken von Starfield und die Grafik eines modernen AAA-Spiels vereint. […] Das Spiel verspricht genau das – nur hat es in jeder Hinsicht versagt, dieses Versprechen einzulösen.“
- itslunaelliee bekräftigt auf Reddit: „Das Argument ‚Es handelt sich um ein Game as a Service‘, daher ist eine Bewertung gerechtfertigt‘ ist tatsächlich ziemlich stichhaltig. Man kann sich nicht ständig hinter der Ausrede ‚Es befindet sich noch in der Entwicklung‘ verstecken, wenn man den vollen Preis verlangt und es als Service bezeichnet. Ab wann ist das Potenzial keine Entschuldigung mehr?“
- Dantai lobt die Review auf Reddit ebenfalls: „Das ist absolut fair. Ich finde, alle großen Websites sollten den Schritt wagen und gemeinsam Rezensionen zu Star Citizen veröffentlichen. Es reicht jetzt einfach.“
Wie seht ihr das? Sollte man Star Citizen wie ein Service-Game bewerten, auch wenn noch Alpha dransteht? Und wie sind eure Erfahrungen mit dem Spiel? Verratet es uns gern in den Kommentaren!
Bei all dem darf man nicht vergessen: Seit Jahren schon gibt es Berichte über die schlechte Arbeitssituation bei Cloud Imperium Games, dem Unternehmen hinter Star Citizen. Im August 2026 konnten wir sogar erstmals Zeuge des toxischen Miteinanders werden. Dennoch steigt der Geldzähler immer weiter: Star Citizen soll seit Jahren die Hölle für Entwickler sein, leider ist das vielen Fans des SciFi-Traums völlig egal
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Kommentare
Er spricht einige wichtige Punkte an, aber dass der gute Mann nicht objektiv ist ist offensichtlich.
Das es nach den ersten 5-15 Stunden bergab geht ist einfach Quatsch.
Da hab ich damals schon mehr Zeit, jeweils, in Arena Commander, den Rennen oder ganz einfach beim Üben wie man in entkoppelten Modus ordentlich landet verbracht. Dazu kommen dann noch die vielen Jobs und Missionen, die zumindest anfangs neu und spannend sind.
Ausserdem kann er in seinen 10 Jahren Spielzeit nicht wirklich viel erlebt haben, wenn er erst einmal seine Ladung verloren hat. Und das in den letzten Monaten, denn das benannte Schiff ist erst 5 Monate alt.
Jeder, der schon länger als ne Woche spielt weiss, dass man NIEMALS seine ganze Kohle auf einmal riskiert. Vor allem er sollte das wissen, da er offensichtlich am liebsten andere Frachter abschiesst.
Auch in Hinblick darauf, dass das Spiel bekanntermaßen oft nur instabil läuft, ist so ein All-In einfach unglaublich dumm und lässt an der Kompetenz des Rezensenten zweifeln.
Die Meinung von Leuten, die etwas mehr Geld reingesteckt haben, pauschal für ungültig zu erklären verleiht dem Review auch nicht unbedingt Glaubwürdigkeit.
Seine Hauptkritikpunkte am Gameplay, nämlich Spieler zu Spieler Handel und der Wunsch nach “Genre-gemischten” Missionsreihen sind auch sehr fragwürdig.
Wir als MMO-Spieler wissen langsam alle wie problematisch Handel zwischen Spielern sein kann. Keine Ahnung warum ihm dieser Punkt so wichtig ist, da man ja gut mit den NPC handeln kann. Ist vielleicht n Piraten-Ding.
Und gemischte Missionsreihen sind halt problematisch für Leute die grad nicht alle Genres, wie zB FPS, spielen wollen. Es gibt aber beides.
Und er nennt mehrmals Valheim als Alternative. …ernsthaft? 😅
Hätte noch n paar Punkte mehr, aber das wird schon wieder viel zu lang.^^
Bei allem Respekt: eine Meinung kann nie 100%ig objektiv sein, aber deine Reaktion ist weder objektiv, noch fair, wenn du hier ständig mit Vorwürfen argumentierst.
Er geht hier primär auf Bugs ein, die der Hauptgrund sind, dass er es so schlecht bewertet – du hingegen wirfst ihm fehlende spielerfahrung vor, weil ja „jeder weiß, dass man nicht alles riskieren darf“ – das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sein Vermögen wg einem bug verloren ging!
Er hat auch nicht pauschalisiert die Meinung der Backer als ungültig bezeichnet – aber diese sind befangen – und das ändert die kritische Betrachtungsweise enorm – das ist nunmal so.
Deine Reaktion zeigt lediglich, dass du Kritik nicht hören magst und emotional reagierst. Whs bist du einer von den Backern…
Oh? Die werden sicherlich DLSS5 Einbauen wollen und haben dann noch etwas was “verschoben” werden muss.
Nur, hat die Hardware Anforderung mit der zeit zugenommen oder ist es immer noch Gut Spielbar, als das Projekt gestartet wurde? Muss man am Ende also 40X0/50X0 oder sogar die 60X0 kaufen?
Sind die Server Stabil? oder wurden einige Heruntergefahren für was anderes?
Star Citizen ist der Weg das Ziel, nicht das erreichen dessen. Den Ankommen ist Stillstand