MeinMMO-Redakteur Dariusz hat einen Extraction-Shooter getestet, der völlig ohne PvP auskommt und trotzdem Spaß macht.
ARC Raiders ist gerade so etwas wie die Wiedergeburt der Extraction-Shooter. Viele Spieler entdecken das Genre jetzt für sich. Das liegt unter anderem daran, dass ARC Raiders eine Sache entscheidend anders macht als Spiele wie Escape from Tarkov und Hunt: Showdown, die das Genre bislang dominierten:
In ARC Raiders ist das PvP zwar ein wichtiger Teil des Spiels, aber ihr könnt auch Spaß haben und Fortschritt machen, ohne auf feindliche Raider zu schießen – und genau diese PvP-lose Spielerfahrung mögen viele Spieler. Manche Spieler frustriert es jedoch, wenn sie hinterrücks erschossen und zu PvP gezwungen werden.
Und da kommt ein Shooter ins Spiel, der das Bedürfnis eines PvP-losen Extraction-Shooters erfüllen könnte: Witchfire
In Witchfire gibt es ausschließlich PvE. Ihr müsst euch also keine Sorgen um andere Spieler machen. Das gilt aber nicht nur für eure Gegenseite: Witchfire ist ein Singleplayer-Spiel. Ihr zieht alleine in den Kampf. Es gibt nur euch und euer Gewehr.
Mit Blei auf der Jagd nach Hexen
Witchfire ist ein besonderer Genre-Mix. Die Grundlage ist ein Extraction-Shooter, aber im Hintergrund schlummert ein Soulslike. Ihr seid ein Hexenjäger, der gegen eine mächtige Hexe und ihre Leibwächter in den Kampf zieht. Doch bevor ihr gegen die böse Anführerin antreten könnt, müsst ihr stärker werden. Viel stärker.
Im Kampf setzt euer Hexenjäger selbst auf verschiedene Zaubersprüche und klassische Waffengewalt. Ihr schnappt euch also ein altertümliches Schießeisen und macht erst einmal ein paar kleinere Hexen-Jünger platt – wahlsweise etwa mit einem Revolver, einer alten Pump-Action-Schrotflinte oder einem Repetiergewehr. Ich selbst verbrachte meine ersten Spielstunden mit einem vollautomatisch schießenden Gewehr und Zaubersprüchen, mit denen ich Feuerbälle auf meine Gegner schmiss.
Wenn ihr erfolgreich eine Gegnergruppe ausgeschaltet habt, könnt ihr einen von bis zu drei Perks wählen, die weitere Verbesserungen bringen. Diese Perks sind jedoch nach der Extraktion oder eurem Tod wieder weg. Dennoch erlauben sie euch beispielsweise, mehr aus euren Zaubersprüchen herauszuholen, und sind ein wichtiger Bestandteil, um einen bevorstehenden Bosskampf gewinnen zu können.
Wenn Dark Souls ein Extraction-Shooter wäre…
Bei der Gestaltung der Spielwelt setzt Witchfire auf ein Dark-Fantasy-Setting, das zum Soulslike-Ansatz passt und euch an verschiedene Standorte führt. Über ein Portal reist ihr dann etwa in eine mittelalterliche Stadt, an eine Küste mit zerborstenen Schiffswracks, zu einem verlassenen Schloss oder auf einen in Nebelschwaden gehüllten Berg.
Die große Soulslike-Inspiration ist aber nicht das Setting, sondern das Fortschrittssystem.
Zwar sammelt ihr in Witchfire bei euren Ausflügen auf die verschiedenen Maps auch verschiedene Ressourcen, aber besonders wichtig ist das sogenannte Witchfire. Das funktioniert in etwa wie die Seelen in Dark Souls oder die Runen in Elden Ring:
- Ihr bekommt Witchfire, wenn ihr Fieslingen den Garaus macht. Dieses sammelt ihr in eurem Inventar, könnt es aber nicht sofort ausgeben.
- Schafft ihr es, erfolgreich mit dem gesammelten Witchfire zu extrahieren, könnt ihr es in eurem Hexenjäger-Versteck investieren, um etwa die Attribute eurer Spielfigur zu leveln.
- Je höher eure Attribute, desto besser sind die körperlichen Eigenschaften und Fähigkeiten eures Jägers. Ihr habt dann etwa mehr Lebenspunkte, kürzere Cooldowns oder eine bessere Waffenhandhabung.
Das gesammelte Witchfire könnt ihr allerdings nicht lagern und die Kosten für ein Level-up werden stetig teurer. Gleichzeitig werden eure Gegner im Verlauf des Spiels immer stärker. Ein Tod ist irgendwann wirklich schmerzhaft und kostet euch – anders als in den meisten Extraction-Shootern – keine hart erfarmten Waffen oder Rüstungen, sondern möglichen Fortschritt.
Witchfire ist allerdings nicht ganz so gnadenlos wie etwa Escape from Tarkov und erlaubt euch – wie die meisten Soulslikes – eure Überreste aufzusuchen und das verlorene Gut einzusammeln. Solltet ihr jedoch ein zweites Mal sterben, ehe ihr euer Witchfire bergen konntet, ist es unwiderruflich weg.
Das Ziel ist klar: Nicht sterben und stetig immer stärker werden, um im Spiel voranzuschreiten.



Witchfire könnte für euch das perfekte Spiel sein, für mich war es das leider nicht
Ich finde Witchfire echt gut. Es hat ein einzigartiges Spieldesign, mit dem es sich ganz klar von der Masse abhebt. Dazu kommt ein bei Shootern unverbrauchtes Setting, das ebenfalls eine schöne Abwechslung ist. Gepaart mit dem wirklich guten Gunplay und Movement, das mich an Destiny erinnert und gleichermaßen intuitiv wie auch smooth ist, entsteht hier ein wirklich rundes Spiel.
Auch technisch habe ich mit meinem in die Jahre gekommenen PC keine Probleme gehabt. Die Performance war gut und ich hatte weder Bugs noch Spielabstürze oder Ähnliches.
Trotzdem wird sich meine Zeit in Witchfire wahrscheinlich in Grenzen halten. Aber das ist nicht schlimm, denn ich bin nicht die Zielgruppe des Spiels. Mir fehlt in Witchfire das PvP. Die NPC-Gegner lösen in mir einfach nicht die Spannung aus, die ich verspüre, wenn ich in ARC Raiders mit vollem Rucksack zum Aufzug schleiche. Ich fühle mich von den normalen NPCs bislang einfach nicht bedroht.
Aktuell bin ich an einem Zwischenstand im Spiel, an dem ich einfach weiterspielen muss. Ich bin zu schwach für meinen nächsten Bosskampf, aber stark genug, um gegen die meisten Mobs keinen Schaden zu nehmen. Ich muss jetzt also einfach ein bisschen grinden – doch darauf habe ich keine Lust.
Falls ihr von dem PvP in ARC Raiders frustriert seid, könnte Witchfire für euch aber perfekt sein.
In Witchfire könnt ihr einfach grinden, in Ruhe PvE spielen und braucht keine Angst davor zu haben, dass euch ein rattiger Spieler hinterlistig in den Rücken schießt. Ihr macht euer Ding in eurem Tempo und keiner stiehlt euch eure stundenlange Arbeit.
Mir hat aber genau das gefehlt. Ich vermisse in Witchfire die Anspannung, die durch die Anwesenheit anderer Spieler entsteht, und ertappe mich dabei, wie ich dann doch wieder in ein Spiel mit PvP gehe. Da fühle ich mich nun mal am wohlsten. Und deswegen bin ich auch überzeugt: ARC Raiders macht einen großen Fehler, wenn es auf jammernde Gamer hört – und könnte das Ende des Shooters sein

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An Arc Raiders hat mich das PvP am Ende doch sehr genervt, ich bin dafür einfach nicht hinterhältig genug. Wenn ich signalisiere, dass ich nicht schiesse, dann lasse ich das auch. Bin ehrlich gesagt auch ein sehr unerfahrener PvP Player, habe nur gehört, dass es wohl in Arc nicht so schlimm sein soll. Als ich dann von 10 Runden insgesamt am Ende 7 mal kurz vor der Rückkehr zur Basis abgeknallt wurde, habe ich es zum Glück noch zurückgeben können. Mag sein, dass ich Pech hatte, aber mir wurde wieder mal klar, dass diese Spiele nichts für mich sind. Mir fehlt da der Skill und der hinterlistige Charakter 😀
Meine Rede kann dich daher sehr gut verstehen! 👍
Da wird ein bisschen Pech dabei gewesen sein. Das System, dass Spieler anhand ihrer PvP- oder PvE-Neigung gematcht werden, wurde erst im Dezember hinzugefügt.
In ARC Raiders ist das PvP auf jeden Fall etwas weniger als in Spielen wie Escape from Tarkov oder Hunt: Showdown, aber es ist halt trotzdem nicht komplett weg. Es kann also sein, dass sowas wie WItchfire dir da wirklich besser gefällt. 🙂
du sagst, du hättest “hinterlistiger” sein müssen… ich behaupte stattdessen, du hättest nur “aufmerksamer” sein müssen. Und natürlich auch bei einem Feuergefecht dann schießen und treffen.
Ich weiß zwar was du meinst, ich war eine gewisse Zeit lang auch frustriert, aber irgendwann lernt man, aufmerksamer zu sein, gewisse Orte zu meiden, auf gewisse Stellen zu achten und das Verhalten der anderen Raider ebenso besser zu beurteilen. Und schon geht man entweder den meisten Kämpfen gezielt aus dem Weg, oder gewinnt Zweikämpfe deutlich öfter.
Trotzdem hast du final natürlich recht, dass das Spiel nicht jedem gleichermaßen gefallen muss.
Eben, und ich weiß ja, dass man mit mir in PvP Shootern keinen Blumentopf gewinnt. Hatte mir erhoft, dass man sich an Absprachen hält, aber die Chance auf guten Loot vergiftet die Spieler, so wie der eine Ring Gollum. 😀
Ich muss aber sagen, dass mir abgesehen vom PvP, das Spiel sehr gefallen hat.
wobei ich auch der Aussage “mit mir gewinnt man in PvP Shootern keinen Blumentopf” dezent widersprechen würde. Spiele mit meinem besten Freund, der alles andere als “verdammt gut oder schnell” in Shootern ist. Und auch er hat sich warmgespielt und gewinnt Gefechte, und zwar aus vor allem zwei Gründen: Er und ich sprechen uns sehr gut ab und flankieren und geben uns Feuerschutz etc.
UND die Gegner sind selber meist durchschnittlich bis schlecht beim schießen, die spielen wie Call of Duty und wenn du dann einfach aus der Deckung heraus zurückschießt, gewinnst du die meisten Kämpfe 😀
Es bleibt natürlich dabei, dass nicht jeder bock auf diese Auseinandersetzungen hat. Wir waren lange auch skeptisch – aber seit das Matchmaking so funktioniert wie aktuell und wir eben nicht in jeder Runde aus allen Richtungen beschossen werden, ist es eine sehr gelungene Mischung.
Es ist ein reines Singleplayer Spiel, hätte es Coop wäre es Top so, hat es für mich null reiz
Juhu, endlich ohne das nervige PvP, danke für den Tipp, muss ich mir gleich ansehen! 😀
Kann Witchfire nur empfehlen. Hat eine tolle Atmosphäre und ein sich sehr gut anfühlendes Gunplay. Ein sehr schöner PvE Extraction Shooter.
Witchfire ist Klasse, besonders wenn man bedenkt dass da nur 24 Leute dran arbeiten. Vom moveset und den Waffen erinnert es stark an destiny.