In 5 Ländern laufen 2026 Klagen wegen PlayStation und das Ende der physischen Disc hilft Sony nicht

Sony PlayStation internationale Klagen Titelbild

Sony und PlayStation ernteten vor kurzem einen größeren Shitstorm, dessen Ausläufer nach wie vor zu spüren sind. Grund ist das angesagte Ende physischer Spiele für PlayStation-Konsolen. 2026 liefen bereits fünf Klagen gegen die Firma wegen einer möglichen Monopolbildung und die jüngsten Entscheidungen Sonys helfen der Firma gar nicht.

Was ist die Sorge der Klagenden? Der Kern der fünf aktiven Klagen gegen PlayStation bzw. Sony, die Kotaku in einem Artikel vorstellt, liegt in der Sorge vor einer Monopolbildung bei PlayStation-Spielen. Ab 2028 soll es nämlich überhaupt keine physischen Releases mehr für Sony-Spiele geben.

Neben der Sorge, dass Spiele ohne ein physisches Release nun nie mehr wirklich den Leuten gehören werden, obwohl sie diese gekauft haben, entfällt so ein wichtiger Wettbewerbsfaktor: Läden, in denen physische Releases erworben werden können wie Mediamarkt, Saturn oder Amazon, bieten Games oft nach einiger Zeit günstiger an. Zudem könnte dies das Ende des Spielegebrauchtmarktes einläuten.

Ohne Disc-Releases können PlayStation-Games zukünftig nur noch im offiziellen, in der Konsole integrierten Store erworben werden. Die Preise darin obliegen ausschließlich PlayStation, die auch jetzt schon einen Anteil von 30 % des Verkaufspreises nehmen sollen, so die Klagen.

Das könnte dazu führen, dass Spiele selten bis gar nicht mehr günstiger angeboten werden, sich Preise unkontrolliert in die Höhe entwickeln und Sony den eigenen Anteil am Verkaufspreis weiter in die Höhe schraubt. Zum Start von 2026 liefen immerhin bereits 5 Klagen gegen PlayStation, von denen vier nun frischen Wind in die Segel bekommen könnten.

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Fünf Klagen gegen überhöhte Preise und Monopolbildung

Was für Klagen sind es genau? Zu Beginn von 2026 sind noch insgesamt fünf Klagen gegen PlayStation gelaufen, eine davon ist mittlerweile beendet. Alle fünf stellen wir euch hier in Stichpunkten vor:

Caccuri v. Sony Interactive Entertainment – USA (beendet)

Eine Sammelklage aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier ging es um die Sony-Entscheidung von 2019, keine digitalen Download-Codes mehr in physischen Boxen verkaufen zu lassen. Anwälte konnten beweisen, dass digitale Codes im PlayStation Store dadurch im Schnitt 74 % teurer waren als physische Discs im Handel.

Die Klage wurde im April 2026 mit einem Vergleich über 7,85 Millionen US-Dollar beendet. Das sind umgerechnet etwa 6,81 Millionen Euro.

PlayStation You Owe Us – Großbritannien

Die Kanzlei Milberg aus London klagt zusammen mit einer Verbraucherschutzgruppe. Es geht in der Klage darum, dass Sony das geschlossene Ökosystem missbrauchen würde, um den Käufern eine überhöhte Abgabe von 30 % aufzuerlegen. Die Verhandlungen sind beendet und ein Urteil wird noch 2026 erwartet.

Fair PlayStation – Niederlande

Die Klage wurde erst Anfang 2025 eingereicht und befindet sich entsprechend in einer frühen Phase. Inhaltlich ähnelt dieser Prozess der Klage aus Großbritannien und dreht sich um den 30-%-Aufschlag, den Sony nehmen soll. Die Kläger sagen, ohne Discs sterbe der Gebrauchtmarkt und Konsumenten würden jegliche Preisalternativen genommen.

lus Omnibus v. Sony Interactive Entertainment – Portugal

Die Klage wurde 2023 von der Verbraucherschutzorganisation lus Omnibus gestartet und beim Wettbewerbsgericht eingereicht. Sony solle seine marktbeherrschende Stellung im geschlossenen PlayStation-Ökosystem missbrauchen und überhöhte Preise verlangen.

Antitrust-Beschwerde der Wettbewerbskommission – Mexiko

Die Politiker Iraís Reyes und Luis Donaldo Colosio haben in Mexiko ihre Klage bei der nationalen Wettbewerbsbehörde eingereicht. Das Ende physischer Discs bei PlayStation ist das Kernargument dafür, dass so der Gebrauchtmarkt komplett ausgelöscht und Sony zukünftig alleine sämtliche Preise bestimmen würde.

Ob und wie es mit den Klagen weitergeht und wie die Erfolgschancen stehen, ist aktuell noch nicht abzusehen. Die Sorge vor in die Höhe schnellenden Preisen durch ein Sony-Monopol bei PlayStation-Games besteht aber eben international. Sony selbst geht selbstbewusst an das Disc-Ende heran und der CFO nannte zuletzt drei Gründe, wieso man sich doch für eine PlayStation statt für einen Gaming-PC entscheiden sollte: Laut Sony gibt es drei Dinge, wegen der die PlayStation besser ist als der PC

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