Sony, Microsoft und Nintendo beschweren sich gemeinsam über Zoll auf Konsolen

Die drei großen Konsolen-Hersteller Sony (PS4), Microsoft (Xbox One) und Nintendo (Switch) haben der US-Regierung unter Präsident Trump gemeinsam mitgeteilt, dass dessen Handelskrieg mit China ihnen Probleme macht. Kämen wirklich Zölle auf importierte Konsolen aus China, hätte das gravierende Konsequenzen.

Was ist das Problem? Die US-Regierung unter Trump plant im Zuge des Handelskriegs mit China 25% Zölle auf Importe in die USA aus China zu verhängen. Das betrifft auch Konsolen. Denn viele Bauteile der aktuellen Konsolengeneration aus PS4, Xbox One und Nintendo Switch werden in China gefertigt.

Auch die nächste Generation PS5 und Xbox Scarlett wird man wohl in China bauen lassen. Etwa von der taiwanesischen Mega-Firma „Foxconn“, die Fabriken in Südchina betreibt.

Daher haben jetzt die 3 Hardware-Riesen Microsoft, Nintendo und Sony gemeinsam eine Eingabe an das Handels-Ministerium der USA herausgegeben. (via regulations)

In der Eingabe bitten sie darum, die Konsolen von den geplanten Zöllen auszunehmen.

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96% der importierten Konsolen kommen aus China

Das sagen die Konsolen-Hersteller: Die sagen, dass 96% der Gaming-Konsolen, die 2018 in die USA importiert wurden, aus China stammen.

Die Produktions-Ketten in China seien über Jahre aufgebaut worden mit vielen Investitionen. Daher könne die Hardware in den Konsolen nicht so einfach irgendwo sonst hergestellt werden.

Es heißt: Es würde erhebliche Kosten verursachen, wenn man die Produktion in die USA oder in ein drittes Land verlagern würde.

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Der Prozessor der neuen Xbox Scarlett.

Diese Folgen sehen die 3 Konsolen-Hersteller: Sie sagen, die erhöhten Kosten würde man überall merken. Die würden sich auf jede Firma auswirken, die Spiele macht – größere und kleinere.

Sie würden Firmen, Kunden und Verkäufer betreffen. Aber auch viele kleine und mittlere Software-Entwickler und Zubehör-Lieferanten in den USA würden die Folgen der durch Zölle erhöhten Kosten zu spüren bekommen.

Die Zölle hätten einen Welleneffekt auf das ganze Ökosystem.

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Die Zölle:

  • würden Kunden, Videospiel-Entwickler, Videospiel-Verkäufer und die Konsolenhersteller verletzen
  • tausende hochwertige und lukrative Jobs in den USA gefahren
  • und mit Wellenbewegungen die ganze Industrie gefährden

Das ist die Argumentation: Die Hersteller finden es zwar gut, dass die US-Regierung ihr geistiges Eigentum besser schützen will, aber da gehe es gar nicht um Konsolen. China stelle selbst keine Konsolen her. Und es würde sich für China auch nicht lohnen, die US-Konsolen zu plagiieren.

Zudem stellt man heraus, wie wertvoll Nintendo, Microsoft und Sony für die US-Wirtschaft sind, wie viel sie hier investieren und zur US-Wirtschaft beitragen.

Laut der Argumentation von Sony, Microsoft und Nintendo würden die Zölle nichts Vorteilhaftes bringen, sondern nur Nachteile verursachen.

Hätten Zölle auch Auswirkungen auf uns in Europa? Das ist noch nicht klar. Es würden Nintendo, Sony und Microsoft sicher Mehrkosten entstehen bei der Produktion von PlayStation 5, Xbox Scarlett und Nintendo Switch.

Die Frage steht im Raum, ob sie diese Mehrkosten nur auf die Kunden in den USA umlegen oder weltweit verteilen würden.

Es wäre durchaus möglich, dass sich der US-Handelsstreit auch auf die Kosten von PS5 und Xbox Scarlett 2020 bei uns in Deutschland auswirkt.

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Update 30.6.: 15:12 Uhr: Es sieht so aus, als hätte der Protest fürs erste Erfolg gehabt. Trump hat tatsächlich die Zölle gestoppt – allerdings erst nach einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping.

Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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