Dungeons and Dragons ist ein verdammt spaßiges Hobby. Die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten, die unterschiedlichen Build-Möglichkeiten und das Erleben von epischen Abenteuern – wer kann dazu schon „Nein” sagen? Unser Tech-Autor Jan Hartmayer würde am liebsten gar nicht mehr mit dem Spielen aufhören und dank eines KI-Tools muss er das auch nicht.
Ich spiele Pen-and-Paper-Spiele seit über 14 Jahren. Dabei habe ich die unterschiedlichsten Systeme und Varianten ausprobiert. Aber nahezu alle haben ein Problem gemeinsam: Ohne einen Spielleiter/Dungeon Master und Mitspieler geht es nicht. Deswegen bin ich früher selbst in die Rolle des DMs geschlüpft und habe immer fleißig Sessions vorbereitet.
Das ist für jemanden wie mich, der als Teenager viel Freizeit hatte, kein Problem gewesen. Heute kann ich das aber nicht mehr, da ich nicht mehr die gleiche Zeit wie früher zur Verfügung habe. Dazu kommt noch, dass es immer schwieriger wird, eine Gruppe von Freunden für eine Session zu koordinieren.
Vor knapp einem Jahr stieß ich dann auf mehrere Seiten, die alle meine Pen&Paper-Probleme auf einmal lösten: Die Rede ist von Seiten wie airealm oder oldgregstavern, die mithilfe von KI-Tools einen Spielleiter komplett ersetzen und somit eine langwierige Vorbereitung und andere Mitstreiter überflüssig machen.
Bei Dekoobjekten werde ich oft schwach. Da kam das Lego-Set von Dungeons and Dragons echt ungelegen:
100 Stunden Spielzeit in einem Monat
Nachdem ich das Konzept der KI-DMs entdeckt und verschiedene Seiten getestet hatte, war ich euphorisch. Endlich konnte ich stundenlang Abenteuer in meinem eigenen Tempo erleben und konnte spielen, wann immer ich wollte. Das Ganze ging so weit, dass ich innerhalb des ersten Monats knapp 100 Stunden auf verschiedenen KI-Pen&Paper-Seiten verbracht hatte.
Mein persönlicher Favorit dabei ist airealm: Die Website ist unkompliziert, funktioniert in jedem Browser und die KI bastelt spannende Geschichten für einen selbst oder bis zu fünf Spieler.
Das Prinzip solcher Seiten ist simpel: Ihr erstellt meist mit einem Editor oder per KI-Chat einen Charakter, wählt ein Setting und Startoptionen aus und dann geht es schon los. Per Chatfenster schreibt die künstliche Intelligenz, was passiert, und ihr antwortet ihr ganz einfach per Textnachricht zurück.

Ein Beispiel, wie eine solche Seite aussieht, seht ihr hier: Links sind alle laufenden Kampagnen zu sehen, während in der Mitte Charakter und Textfenster angezeigt werden.
Das bringt einige Vorteile mit sich:
- Ihr könnt alleine in eurem eigenen Tempo spielen.
- Je nach KI könnt ihr die unterschiedlichsten Parameter angeben und somit die unterschiedlichsten Szenarien erstellen. Von Sci-Fi zu Seriensettings, das einzige Limit ist eure Fantasie.
- Der digitale Spielleiter merkt sich alles und Wünsche werden ohne Widerworte erfüllt.
Dennoch ist das System nicht perfekt:
- Eine KI ist kein Mensch und kann euch oft nicht so gut verstehen, wie es ein guter Freund tun würde, was zu Missverständnissen führen kann.
- Je nach System ist die Fehlerquote nicht gering, und selbst einfache Schadensrechnungen können falsch sein.
- Kostenlose Versionen sind oft begrenzt und ein Abo wird für regelmäßige Spieler Pflicht.
Für mich als Fan von alten Textadventures kamen KI-Pen&Paper-Tools zum perfekten Zeitpunkt, aber sie sind sicherlich nicht für jedermann konzipiert. Solche Websites sind vor allem spannend für Einsteiger, die das Hobby erst einmal kennenlernen wollen, da sie langes Vorbereiten und komplizierte Regeln vereinfachen. Wer jetzt aber als Veteran seine Mitspieler oder vielleicht die KI nerven will, für den haben wir die ultimativen Nerv-Tipps zusammengestellt.
Durch Seiten wie airealm habe ich meine Leidenschaft für ein verloren geglaubtes Hobby wiederentdeckt. Ich verstehe zwar, warum viele Spieler gerne mit einer Gruppe spielen, ich selbst und meine Freunde haben aber schlichtweg einfach keine Zeit mehr, gemeinsam zu spielen.
Deswegen sind die KI-Tools für mich ein Segen, weil ich somit jederzeit ohne kompliziertes Planen spielen kann. Ehrlich gesagt ist mir auch nach 100 Stunden nicht aufgefallen, dass ich alleine spiele, und meine Freunde fehlen mir hierbei auch nicht. Für den perfekten Start in analoge Runden teilt MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiss ihre Weisheiten mit euch: Kostenlos und schnell in D&D starten? Mit diesen 8 Essentials klappt es
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Ich bin selber DM und spiele einmal die Woche mit Freunden. Es ist immer viel Arbeit spannende, (logische) und gut durchdachte Abenteuer vorzubereiten.
Aber: Ich kann ihn verstehen. Weil es eben so viel Arbeit ist, bieten sich solche KI Agenten (ich hab Gemini mit nem eigens dafür erstellten Gem genutzt) wunderbar an. Man wird durch die Charaktererstellung geführt, ja regelrecht an die Hand genommen. Und man kann im Endeffekt einfach mal ein paar Stunden abschalten.
Ja, ich spiele sehr gerne mit meinen Freunden und würde das auch nie aufgeben, aber die KI ist einfach entspannt, jederzeit verfügbar und eine nette Abwechslung. Kann sogar zu neuen Ideen und Inspirationen für ein Kampagne führen (wenn man dadurch mal selber in die Rolle des Spielers schlüpft) oder helfen die andere Seite des Tisches besser zu verstehen.
Natürlich wird das nie eine richtige Runde mit Freunden ersetzen, aber lasst doch einfach jeden so spielen wie es Freude macht und solche KI-Spiele können einen sehr schnell in ihren Bann ziehen, besonders, da hier jeder mal sein Main-Character-Syndrom so richtig ausleben kann 😉
Mein Güte ist das schlecht….
Das ist ja nicht überraschend.
Wem beim Pen&Paper spielen seine Freunde, oder besser gesagt echte Menschen nicht fehlen, der sollte sich mit Ratschlägen für Einsteiger oder Interessiert für dieses Hobby zurückhalten.
Grundsätzlich verurteile ich es nicht, denke aber, wo ein Wille, da auch ein Weg. Ich habe vor kurzem mit Freunden über Discord ein Pen & Paper gespielt und das hat gut funktioniert, obwohl wir alle an unterschiedlichen Orten wohnen. Wenn man will, kann man sich auch einmal im Monat verabreden, da kann man durchaus auch Pen & Paper auf Dauer gut spielen. Oder man macht eben Mini Abenteuer, die nur einen Abend, vielleicht zwei dauern. Habe ich auch schon gemacht und funktioniert auch super. Natürlich ist es nicht mehr so einfach wie im Studium, als man noch jede Woche zocken konnte. Trotzdem kann man auch mit wenig Zeit noch Zeit dafür finden. Wenn Solo, dann Baldures Gate 3 oder Cyberpunk 2077. Das sind ja quasi Pen & Paper Videospiele. Oder man spielt online textbasierte RPGs wie LotgD. Der Zauber lag für mich bei Pen & Paper nie im Spiel, sondern im Beisammen sein. Aber wenn man nur das Spiel spielen will, dann meinetwegen mit KI.
PS: Wenn das Problem bei deinen Freunden und nicht bei dir liegt, dann kann man auch über Reddit P&P Runden suchen, die teilweise nur monatlich spielen wollen.
Das ist ja völlig absurd.
Sorry, aber bevor ich allein mit KI-Tools ein Pen&Paper spiele such ich mir lieber ein anderes Hobby. Allein schon auf dem Screenshot mit den AI-Slop-Portraits vergeht es mir.
Ich bin seit Jahren der Dauer-Gamemaster für meine RPG-Runde und habe Vorbereitung auf ein Abenteuer nie als langweilig empfunden.
Mal abgesehen davon gibt es inzwischen genügend Systeme mit Solo-Regelwerken, wenn man absolut niemanden für ne Gruppe findet oder sich lieber ohne Mitspieler beschäftigen möchte.
Gerade der Teil des gemeinsamen Erzählens macht Pen&Paper Rollenspiele doch aus. Wenn man in Character Builds denkt ist man vielleicht bei Diablo, Path of Exile etc. besser aufgehoben.
Als Rollenspieler mit ca.30 Jahren in dem Hobby blutet mir bei so einem Artikel die Seele.
Hab zwar keine 30 Jahre Erfahrung, aber hab durchaus ein paar Sessions dnd, shadowrun und Vampire gespielt. Und deshalb kann ich das sehr gut nachvollziehen was du schreibst.
Klar hat man neben Familie und Beruf weniger für ein Hobby, aber es ist durchaus möglich ohne auf ein LLM zurück greifen zu müssen.
Da fehlt doch einfach die Spontanität, die Kreativität und das gemeinsame Zusammensein.
Sowas habe ich auch mal gecoded gehabt (AI Gamemaster SE3) – hat aber nie so richtig funktioniert (der übergang “reine story” / kämpfe / random events hat nie wirklich gemacht was er soll)
Wiederspricht ein ki DM nicht genau der Idee hinter pen and paper?
Und könnte man dann nicht lieber eines der Videospiele wie z.b. Bg3 oder Neverwinter spiele ?
Und du schreibst, du hättest keine Zeit um eine Session vorzubereiten, aber steckst 100h in AI agents?
100h in AI Agents stecken und einen Artikel schreiben ist sein Job, private PnP Sessions wohl eher nicht.
*sigh* Redakteur bei MeinMMO sollte man sein – ich könnte mir aber gut vorstellen dass da so eine Art GameDev Effekt einsetzt: Zocken macht nicht mehr wirklich Spass, man zockt zu sehr aus “technischer” Perspektive. “Boah, die Mechanik ist nice”, oder “Coole Story” – aber wirklich was erreichen, das Ende sehen – das will man irgendwie nicht mehr.
Der Artikel impliziert aber sehr, das er die 100h in seiner Freizeit in die agents gesteckt hat, da er das Hobby pen and paper hat und wegen Arbeit dafür keine Zeit mehr hat.
Sorry, ich verteh’ den Satz nicht 😕