Das nächste Spiel von Rockstar Games soll dieses Mal keine 8 Jahre dauern. Und gleich mehrere technische Entwicklungen sprechen dafür, dass es beim nächsten Mal schneller gehen dürfte.
Rockstar Games versicherte in einem Gespräch, dass das nächste Projekt von Rockstar Games keine 8 Jahre dauern solle wie jetzt GTA 6. Das berichtet das Magazin IGN.com. Denn so viel Zeit ist zwischen den letzten beiden Projekten von Rockstar Games vergangen.
Tatsächlich sprechen einige Dinge dafür, dass der nächste Release des Teams deutlich schneller auf den Markt gelangen könnte. Zum einen ist das die langjährige Inhouse-Engine und zum anderen ist das die Lebenszeit der aktuellen Hardware.
GTA 6 setzt auf die hauseigene Rockstar Advanced Game Engine (RAGE)
Anstatt auf Unity oder die umstrittene Unreal-Engine zu nutzen, setzt Rockstar Games auf eine hauseigene Produktion, die Rockstar Advanced Game Engine (RAGE). Damit geht der Entwickler hinter GTA einen ähnlichen Weg wie Pearl Abyss mit Crimson Desert, die uns damals im Interview verrieten, warum sie ebenfalls auf eine eigene Engine gesetzt haben.
Die Rockstar Advanced Game Engine ist bereits etliche Jahre alt und kam schon für Grand Theft Auto IV und Red Dead Redemption 2 zum Einsatz. Sie wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Auch in GTA 6 dürfte die Engine erneut zum Einsatz kommen.
Der große Vorteil von so einer „Inhouse“-Engine ist, dass man so ein Produkt zügig an eigene Bedürfnisse anpassen kann. Die eigenen Entwickler sind mit dem eigenen Produkt besser eingespielt, Fehler werden schneller gefunden und neue Features können direkt eingebaut werden. Das spart Zeit und vor allem Kosten.
Bei einem Red Dead Redemption 3 dürfte es daher ziemlich sicher sein, dass man auch hier weiterhin RAGE verwenden wird. Insbesondere, wenn man die Engine mit GTA 6 auf den neusten Stand und auf moderne Technik angepasst haben dürfte.
Hardware entwickelt sich nicht mehr so schnell wie vor 5 Jahren
Ein Punkt, den man ebenfalls für die Entwicklung eines Red Dead Redemption 3 nicht unterschätzen sollte: PC- und Konsolen-Hardware entwickelt sich nicht mehr so rasch wie vor ein paar Jahren. Galt eine RTX 3080 im Jahr 2020 als Revolution, waren die Leistungssprünge von RTX 4080 und RTX 5080 bereits deutlich kleiner.
Für Prozessoren gelten ähnliche Regeln. Mittlerweile wird vor allem an der Effizienz der Hardware geschraubt: Die Komponenten werden eher kleiner und verbrauchen weniger Energie.
Hinzu kommt: KI ist momentan der alles bestimmende Faktor. Gaming ist für Firmen wie Nvidia oder AMD finanziell derzeit kaum relevant, weil das Geld mit KI-Chips und Servern verdient wird. Beide Firmen haben ihre nächsten Grafikkarten auf das kommende Jahr geschoben. Und eine neue RX 9080 oder ein Super-Refresh der RTX‑5000er-Modelle dürfte keine Revolution werden.
Ihr solltet euch klar machen, dass wir in den nächsten 5 Jahren keine riesigen Sprünge erwarten sollten und das sieht man auch an der aktuellen Technik: Selbst mit einer CPU von vor 2 oder 3 Jahren könnt ihr heute problemlos alle modernen Titel spielen.
Wo es tatsächlich Fortschritte geben wird und auch braucht, ist im Konsolen-Bereich: Denn PS5 und Xbox setzen auf eine mittlerweile 6 Jahre alte Plattform, die bereits zum Release der Konsolen veraltet gewesen ist. Mit der nächsten Konsolen-Generation, wann das auch immer sein wird, dürften die Konsolen im besten Fall den Rückschritt wieder aufholen.
Warum Engine und Hardware jetzt für einen schnelleren Release sprechen
Habt ihr bereits eine generalüberholte und moderne Engine, die auf aktueller Hardware läuft, dann spart ihr euch viel Zeit und vor allem Arbeit. Je nach Projekt kann das bereits ein paar Jahre ausmachen.
Spiele werden auch oft mit dem Blick entwickelt: Wie viel Leistung steht mir zum Release des Spiels zur Verfügung? Werden die Leistungsschritte kleiner, kann man einen Release deutlich besser planen und schätzen.
Der Hauptgrund ist die bessere Planbarkeit und Effizienz bei der Spieleentwicklung. Anstatt das Rad bei jeder Konsolen- oder Grafikkartengeneration komplett neu erfinden zu müssen, können Studios ihre bestehenden Tools, Engines und Workflows optimieren. Heißt, man muss keine neuen Features einplanen, keine neue Engine entwickeln und man kann sich stärker darauf fokussieren, das eigene Spiel für die bestehende Hardware zu optimieren.
Horrende Preise könnten sich negativ auf Entwicklung auswirken
Die derzeit steigenden Preise haben aber noch einen weiteren Nebeneffekt: Alte Hardware bleibt weiterhin relevant und wird nicht einfach entsorgt: Die alten PS4 oder Xbox One werden weiterhin aktiv als Konsole verwendet und ein alter PC wird noch ein paar Jahre länger genutzt, anstatt ihn zu modernisieren.
Für Studios heißt das aber auch, dass sie ihre Spiele für mehrere Generationen entwickeln müssen: Spiele müssen auf alten Festplatten laufen, für langsamere CPUs optimiert oder auch mit 16 GB Arbeitsspeicher lauffähig sein.
Gleichzeitig müssen die Spiele aber auch Mehrkern-Prozessor-Architekturen und den Vorteil einer schnellen NVMe-SSD ausnutzen können. Das bedeutet einen zusätzlichen Zeitaufwand, wenn man wirklich alle Spieler erreichen möchte. Ansonsten riskiert man ein Performance-Drama, wie es einem bei jedem größeren Unreal-Engine-5-Titel begegnet.
Und bis es bei den Preisen wieder besser wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Zumindest sind sich einige Experten sicher, dass die Preise auch 2027 und 2028 so hoch bleiben dürfen: RAM ist gerade unfassbar teuer, Marktforscher sind sich sicher: das bleibt auch noch eine Weile lang so
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