Entwickler eines gefloppten Loot-Shooters arbeiteten nach ihrer Entlassung weiter an einem Patch, damit das Spiel nach dem Ende besser ist als jemals zuvor

Redfall in die Nacht Trailer

Mit Redfall brachte Microsoft im Mai 2023 einen eigenen Loot-Shooter heraus, doch das Spiel scheiterte krachend. Als das Entwicklerstudio ein Jahr später geschlossen wurde, veröffentlichten die entlassenen Entwickler trotzdem noch einen finalen Patch.

Um welches Spiel geht es? Am 2. Mai 2023 erschien nach langer Marketing-Kampagne mit vielen Trailern „Redfall“, ein kooperativer Loot-Shooter von Arkane Austin, in dem die Spieler gegen mächtige Vampire kämpfen.

Der Shooter kämpfte zum Release allerdings mit harter Kritik und musste viele negative Reviews einstecken, unter anderem für die Vielzahl technischer Probleme, die Spielwelt und die wenig intelligente Gegner‑KI. Das Spiel floppte.

Rund ein Jahr nach dem Release von Redfall wurde Arkane Austin im Mai 2024 von Microsoft mit drei weiteren Studios geschlossen und die Entwickler des Redfall-Teams entlassen.

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Redfall – Offizieller Launch-Trailer

Entwickler patchen ihr Spiel, obwohl sie entlassen wurden

Das steckt hinter dem Patch: Am 30. Mai erhielt Redfall einen finalen Patch, das Update 1.4, auch bekannt als Game Update 4. Der rund 20 GB große Download stellt das wohl wichtigste Update des Vampir-Shooters dar. Es verbesserte verschiedene Systeme und brachte etwa einen Offline-Modus sowie eine richtige Pause-Funktion für den Singleplayer – beides fehlte zuvor komplett. Außerdem wurde eine Vielzahl von Bugs behoben.

Das Besondere: Das Update erschien rund drei Wochen nachdem Microsoft das Entwicklerstudio Arkane Austin geschlossen und das Team entlassen hatte.

In einem Interview mit The Game Business verriet nun Harvey Smith, der als Co-Direktor für Redfall verantwortlich war, dass die Entwickler in der Zeit vor der Studioschließung an Update 1.4 gearbeitet und haufenweise Probleme behoben haben. Als sie dann entlassen wurden, baten sie Microsoft darum, den Patch trotzdem veröffentlichen zu dürfen:

Wir haben das Spiel fertiggestellt und es kam sehr schlecht an. Danach haben wir ein Jahr lang daran gearbeitet und Tausende von Bugs behoben. Dann wurden wir entlassen, aber wir hatten Version 1.4 noch in der Vorbereitung – das war die Version, die extrem viel korrigiert hat. Also sind wir zu Microsoft gegangen und haben gesagt: ‚Ich weiß, wir arbeiten nicht mehr hier, aber dürfen wir das bitte noch veröffentlichen?‘ Und man muss ihnen anrechnen, dass sie nicht Nein gesagt haben. Sie haben sechs oder sieben von uns Formulare unterschreiben lassen, damit wir das Gebäude wieder betreten durften. Nach unserer Kündigung haben wir dann Version 1.4 veröffentlicht.

Anschließend erklärte Smith, dass Redfall nach dem 1.4-Update ein viel besseres Spiel als zuvor gewesen sei. Dennoch glaube er aber nicht, dass der Shooter die Welt aus den Angeln gehoben hätte, wenn er direkt in der 1.4-Fassung veröffentlicht worden wäre.


Vor Redfall war Arkane vor allem für Singelplayer-Spiele wie Dishonored und Prey bekannt. Die Idee, ein Multiplayer-Spiel mit Live-Service-Ansatz zu entwickeln, soll deshalb bei einigen Mitarbeitern gar nicht gut angekommen sein. Rund 70 % der Entwickler, die an Prey mitgewirkt haben, sollen das Studio während der Entwicklung von Redfall verlassen haben. Als Microsoft im September 2021 mit ZeniMax die Muttergesellschaft von Bethesda und Arkane kaufte, sollen einige Mitarbeiter sogar gehofft haben, Microsoft würde Redfall streichen oder als Singleplayer rebooten. Mehr dazu hier auf MeinMMO: Insider-Report zu Redfall behauptet, sogar die Entwickler hätten gehofft, Microsoft würde den Shooter streichen

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