Profis beweisen sich vor 100.000 Zuschauern in einem Strategiespiel meiner Kindheit, sorgen für das beste Turnierfinale, das ich je gesehen hab

Titelbild zum Red Bull Wololo im April 2026, das den Spieler „Hera“ zeigt

MeinMMO-Autor Ody hat sich dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt das Red Bull Wololo angeschaut, das größte E-Sport-Turnier zu Age of Empires. Die Strategiespielreihe hat bereits seine Kindheit geprägt, jetzt liefert sie ihm auch noch das beste Turnierfinale, das er je gesehen hat.

Am Montag, den 6. April 2026, lief das Finale des Red Bull Wololo, dem größten Turnier zu Age of Empires (kurz AoE). Die Strategiespielreihe wurde im Jahr 1997 von den Ensemble Studios ins Leben gerufen, ihren Höhepunkt erreichte sie aber mit dem zwei Jahre später veröffentlichten Age of Empires 2. Ein dritter Teil folgte im Jahr 2005. Der Name des Turniers leitet sich übrigens vom „Wololo“ ab, mit dem Mönche in AoE 1 feindliche Einheiten bekehrten – diese Voiceline hat sich in der Community bis heute als Meme gehalten.

Ich habe diese drei Teile schon als kleines Kind rauf und runter gespielt. Das erste AoE war mein erstes Videospiel überhaupt, AoE 2 folglich mein zweites. Trotzdem hatte ich lange Zeit keinerlei Interesse an der großen Multiplayer-Szene, die sich rund um die Titel entwickelt hat.

Für das diesjährige Red Bull Wololo habe ich mich dann doch dazu aufgerafft, ins Turnier reinzuschauen. Rückblickend bin ich sehr froh drum, denn sonst hätte ich das wohl epischste Finale in der Geschichte von Age of Empires verpasst.

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Zwei Finalspiele, beide spannend bis zum Schluss

Genauer gesagt gab es an diesem Tag zwei Finalspiele, eines in AoE 4 und eines in AoE 2. 

  • In AoE 4 trat Daniel „Wam01“ Svoboda gegen den amtierenden Meister Alexis „MarineLorD“ Eusebio in einem „Best of 5“ an, welches MarineLorD mit einem knappen 2:3 für sich entscheiden konnte
  • In AoE 2 trat der Österreicher Kai „Liereyy“ Kallinger gegen Hamzah „Hera“ El-Baher an, eine der größten Legenden im E-Sport von AoE und der einzige Spieler, den ich schon vor dem Turnier kannte 

Eins vorweg: Beide Konfrontationen waren richtig spannend und hatten ihre Highlights, die mir auch nach Tagen im Gedächtnis geblieben sind. Dazu gehört etwa der Moment, als Wam01 in seiner dritten Partie gegen MarineLorD dessen Ritter mitten im Gefecht eingemauert hat – wortwörtlich –, um sie an der Flucht zu hindern.

Das Finale zwischen Liereyy und Hera legte da aber noch eine Schippe drauf. Lange sah es überhaupt nicht gut aus für Hera – der Champion lag 0:3 hinten (bei einem „Best of 9“), kam nicht so recht zum Zug und wurde von Liereyy massiv in die Mangel genommen. Ab da sah es aber wieder besser aus für Hera – er konnte eine Partie nach der anderen für sich entscheiden, und die vorletzte dürfte in die Geschichte des Turniers eingehen.

Ein Comeback, dass in die AoE-Historie eingehen dürfte

Als das Match für Hera schon verloren schien, machte er einen Zug, der viel zu riskant war: Er schickte einfach einen Haufen Dorfbewohner mitten in Liereyys Basis, um dort zwei Burgen hochzuziehen. Die teilen nicht nur sehr viel Schaden aus, sondern stecken auch viel weg – und standen jetzt quasi genau vor Liereyys Haustür

Dieses Manöver hätte für Hera richtig übel ausgehen können. Sowohl die Kommentatoren als auch die Fans konnten nicht fassen, was er da tat. Aber am Ende waren es genau dieser Druck auf Liereyys Basis sowie einige entscheidende Gefechte innerhalb der letzten Sekunden, die das Blatt zu seinen Gunsten wendeten. Ich stand da einfach nur vor dem Fernseher und konnte meinen Augen nicht trauen.

Hera behält also auch dieses Jahr seine Krone und spielte das epischste Finale vor dem größten Publikum bislang: Über 115.000 Zuschauer haben laut Esports Charts dem Turnier gleichzeitig beigewohnt, ein neuer Rekord fürs Red Bull Wololo in AoE 2. Klar, im Vergleich zu den Zuschauerzahlen eines League of Legends, Dota oder Valorant ist das fast nichts – für ein RTS ist das aber eine beachtliche Zahl.

Ich persönlich habe durch dieses Turnier eine völlig neue Form der Wertschätzung für eines meiner absoluten Lieblingsspiele erhalten. Und es hat mich auch dazu ermutigt, mich selbst öfter in den Multiplayer zu wagen – auch wenn ich es vermutlich nie aufs Level eines dieser Spieler schaffen werde.

Age of Empires 2 gehört bis heute zu den besten Strategiespielen, die man nur zocken kann. Das zeigt auch das Red Bull Wololo mal wieder eindrucksvoll. Doch obwohl es das Genre der Echtzeitstrategie maßgeblich mitgeprägt hat, so war es doch nicht das erste RTS. MeinMMO hat sich also auf die Suche begeben: Age of Empires, Warcraft oder C&C sind cool – Aber was war eigentlich das erste RTS der Videospielgeschichte?

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