Raids sind das beste, was Pokémon Schwert & Schild von Pokémon GO geklaut hat

Pokémon Schwert und Schild sind die neuen, klassischen RPG-Pokémon-Spiele, die auf der Nintendo Switch erschienen. Neu für die Franchise sind Online-Multiplayer-Raids, die eindeutig von Pokémon GO inspiriert sind. Unsere Redakteurin Leya findet die Raids genial und erklärt, warum.

Pokémon Schwert und Schild sind die neuen Hauptableger der klassichen Pokémon-RPG-Reihe für die Nintendo Switch. Die bringen eine neue Gameplay-Mechanik mit, die es so vorher noch nicht in den klassischen Pokémon-Spielen gab: Dynamax-Raids. Wer die Raids in Pokémon GO kennt, dürfte einige Parallen zu den Raids in Schwert und Schild erkennen – sie sind nahezu identisch.

Kleine aber feine Unterschiede sind etwa, dass Raids im Mobile-Game mit Eiern über einer Arena angezeigt werden, in Schwert und Schild mit einem großen, roten Strahl. In Pokémon GO spielt man mit bis zu 20 Spielern, im Konsolen-Spiel mit bis zu 4.

Pokemon Schwert und Schild Dyna-Raid
Dynamax Pokémon sind riesig und können nur in der Gruppe bezwungen werden

Ich spiele Pokémon seit meinem 6. Lebensjahr und habe seit dem ersten Gameboy-Spiel nicht eine Generation ausgelassen. Die neuen Raids sind für mich eine der besten Neuerungen, die jemals zu den klassischen RPG-Spielen kamen. Wie jedes mal, wenn ein neues Pokémon-Spiel erscheint, stehe ich ab dem Release parat und versinke für eine Weile in eins meiner liebsten Universen.

Mit diesen Erwartungen bin ich an die neuen Spiele heran gegangen: Im Vorfeld mussten Schwert und Schild viel Kritik einstecken. Poké-Sammler haben ein Problem damit, dass sie im neuen Spiel nur 400 Pokémon benutzen und fangen können, während die gesamte Franchise mit der neuen Generation rund 800 Monster umfasst. Die Grafik ist nicht auf einem modernen Switch-Standard, wenn man zu Titeln wie Zelda: Breath of the Wild schaut und die matschigen Texturen stießen bei einigen für einen Vollpreistitel sauer auf. Es gibt noch mehr Kritik aus der Community, auf die ich hier aber nicht näher eingehe.

Zugegeben: Vor diesen Kritiken verschloss ich bewusst die Augen, da ich nur in ein neues Pokémon abtauchen wollte, ohne mir die Vorfreude zu vermiesen. Bisher konnte ich allen Hauptablegern was abgewinnen und fühlte mich auf der sicheren Seite. Jetzt bin ich froh, dass ich, für einen Gaming-Journalisten ganz unprofessionell, auf Durchzug stellte.

Eventuell hätte der vorherige Shitstorm zumindest eingedämmt werden können, wenn die Pokémon Company die Naturzonen und seine Dyna-Raids mehr in den Mittelpunkt gerückt hätte. Die sind ein richtiges Herzstück.

Pokemon Schwert und Schild Charakter
Pokémon Schwert und Schild musste vor dem Release viel Kritik einstecken

Von Dyna-Raids lasse ich mich gerne aufhalten

Ich habe nun seit Release (15. November) fast 20 Stunden im Spiel verbracht und schreite so langsam voran wie noch nie in einem Pokémon-Spiel zuvor. Normalerweise hangel ich mich strickt an der Story entlang. Danach kommt der Grind nach Pokémon, Eier brüten, Entwicklungen und Neben-Inhalten.

Im Moment verbringe ich aber viel Zeit in den großen Naturzonen, die sich zwischen den Städten befinden. Das sind weitläufige Flächen, in denen die Pokémon frei sichtbar herumtummeln und sich einem zum Kampf stellen. Die Pokémon, die hier umherstreifen passen sich dabei dem eigenen Fortschritt im Spiel an. In diesen Naturzonen sind große Nester, in denen die gigantischen Dynamax-Pokémon zum Raid warten.

In den weitläufigen Naturzonen werden Raids durch einen großen, roten Strahl gezeigt.

Was ich so toll an den Dyna-Raids finde: Die Herausforderungen sind für mich eine willkommene Abwechslung. Ich laufe schon aufgeregt auf jedes Nest zu, aus dem ein großer roter Strahl heraus leuchtet – das Zeichen, dass es hier einen Raid-Boss gibt.

Besonders cool ist, dass die Raids im Online-Multiplayer zu bestreiten sind. Es gibt ein Matchmaking, durch das sich 3 weitere Trainer zum Raid dazu gesellen können. Welche Pokémon sie mitnehmen und wie sie vorgehen, ist jedes Mal auf’s neue eine Überraschung.

Ich mag das Gefühl, dass dort am anderen Ende echte Menschen aus aller Welt sitzen und mit mir zusammen kämpfen. Hier wird mein MMO-Herz abgeholt, das dann für die Verbundenheit zu anderen Spielern schlägt. Wer keine Internet-Verbindung hat, kann sich 3 NPCs dazu holen.

Das Gefühl mit anderen, echten Trainern einen Raid zu bestreiten ist toll

Mein inneres Kind ist außerdem ziemlich aufgeregt, wenn mein Pokémon aus allen Nähten platzt, wächst, glüht und es um seinen Kopf vor lauter Dyna-Energie nur so britzelt. Die kleine Leya hätte den ersten Dyna-Raid wohl mit hochroten Wangen erlebt.

Der Sieg fühlt sich jedes Mal gut an, da richtig gute Belohnungen dafür winken, auf die ich natürlich scharf bin. Darunter auch der Raid-Boss, den ich nach erfolgreichem Raid fangen kann. Einige der Raid-Pokémon sind besondere Formen, bei denen die Freude des Fangens dann doppelt so groß wird.

So klapper ich gerade gemütlich Raid für Raid in der Naturzone ab, fange nebenher die Pokémon, die mir vor die Nase springen und vergesse dabei meine eigentliche Mission: der beste Arena-Challenger und Pokémonmeister zu werden.

Wie winzig die Trainer neben den Dyna-Pokémon sind.

Warum die Pokémon-GO-Raids in Schwert und Schild eine gute Sache sind

Die Raids in Pokémon GO haben die besondere Stärke, dass sie ein überdurchschnittlich soziales Feature für ein Game sind. Schließlich geht man auf die Straße und trifft sich mit echten Menschen, um an einem Raid teilnehmen zu können. Solo ist das Ganze auch möglich, wird dann aber schwieriger. Die Raids geben über Belohnungen einen Ansporn, sich den besonders starken Pokémon zu stellen und bieten eine größere Herausforderung.

Das sind die Aspekte, die sich jetzt erstaunlich gut in Pokémon Schwert und Schild integrieren lassen. Schon 2017 sprach der Geschäftsführer der Pokémon Company, Tsunehazu Ishihara davon, wie Pokémon GO die gesamte Franchise künftig beeinflussen würde (via Gamasutra). Man sei damals über den Erfolg von Niantics Mobile-Game überrascht gewesen, das alleine 2018 über 800 Millionen Dollar in die Taschen von Niantic spülte.

Im Falle von Pokémon Schwert und Schild ist dieser Einfluss in den Raids am deutlichsten zu spüren. Dieser frische Wind um die Poké-Nase tut dem RPG gut und lässt einen neuen Blickwinkel auf die DNA des Spiels zu – Gemeinsam kämpfen, tauschen und sammeln.

Wenn ihr mehr zu Pokémon Schwert und Schild lesen wollt, schaut doch mal bei unserer Schwester vorbei: Die GamePro hat Pokémon Schwert und Schild ausführlich getestet.

So unterscheiden sich die Raids in Pokémon GO von Schwert und Schild
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Hodor
Hodor
25 Tage zuvor

Eine Kleinigkeit, die mich gewaltig aufregt jedes mal, wenn ich es sehe.
Wieso zur Hölle sind die Trainer zwischen den Dynamax-Pokémon und nicht hinter ihnen?!

Leya
Leya
25 Tage zuvor

Natürliche Auslese?

Zid
Zid
26 Tage zuvor

An sich hat das Spiel schon nen par nette Features, wie den Dyna-Raid, oder den Exp-Teiler, welcher mir ermöglicht von Anfang an mein ganzes Team auf ein angemessenes LvL-Niveau zu heben. Auch die Reduktion der Pokemon-Anzahl finde ich nicht schlecht, da ich bei 1000 schon i-wie den Überblick verloren habe. ABER, ich habe noch nie so sehr bei einem Spiel bereut einen Vollpreis bezahlt zu haben. Ich finde das Spiel lässt sich gut mit Supermakrt-Mogelpackungen vergleichen, bei denen man den Preis gleich lässt, den Inhalt aber reduziert. Die Routen zwischen den Städten sind teilweise innerhalb von 2 Minuten durchquert und… Weiterlesen »

Phinphin
26 Tage zuvor

Klingt für mich wie so ziemlich jedes andere Pokemonspiel auch.
Ne Route mit 30 Trainern zu spicken (wie das in anderen Pokemonspielen der Fall war) ist für mich genauso Contentstreckung.
Es brauch halt einfach mehr neue Spielmechaniken und mehr zu entdecken.

Zid
Zid
26 Tage zuvor

Ja das sehe ich genauso.Jedoch bin ich der Meinung, das Pokemon in der Vergangenheit durchaus solche Mechaniken hatte. Z.b. lange Höhlen und klein Rätsel an deren Ende legendäre Pokemon auf mich gewartet haben, die Notwendigkeit sich bestimmte VMs besorgen zu müssen (Obwohl das natürlich auch nervig war, diese immer dabei haben zu müssen) und halt auch viel optionalen Stuff wie Geheimbasen, Pokemnwettbewerbe, Safarizone etc. Sword/Shield hingegen hat abgesehen von der Naturzone (welche wirklich klein ist) gefühlt gar nichts.Ne Route oder Höhle mit 30 Trainern zu befüllen ist jetzt vlt nicht sonderlich einfallsreich, aber es war durchaus auch eine gewisse Herausforderung.… Weiterlesen »

Leya
Leya
25 Tage zuvor

Nicht zu vergessen: die Tränke! Wer war denn bitte nicht zu geizig, die guten Tränke für Trainer auf ner normalen Route auszugeben?! Lieber den Gameboy neu starten und mit neuer Taktik Ran grin Aber auf keinen Fall zurück zum Center oder Tränke ausgeben!!

Zid
Zid
25 Tage zuvor

Richtig!! Jeder Trank hatte schon fast den Wert eines Meisterballs wink Man konnte ja auch keine neuen kaufen, da das ganze Geld in Hyperbälle gegangen ist und neues kam ja erst rein, wenn man die Top-4 farmen konnte grin Zusätzlich hatte man ja auch nur maximal 3 Pokemon auf nem angemessenen lvl, für die anderen hat einfach die Erfahrung nicht gereicht :D….ach ja die Nostalgie der Pokemonverzockten Grundschultage grin

DanteDeReaper
DanteDeReaper
26 Tage zuvor

Als ich versucht haben die Raids mit anderen Mitspieler zu spielen hat er einfach keine gefunden. Das man nur mit Nintendo Online Zaubertausch und die Spielersuche machen kann, war für mich überraschend. Eine Nachricht im Spiel hab ich auch nicht bekommen.
Jetzt habe ich mir die 7 Tage Testphase geholt und die Mitspieler suche funktioniert bei mir immer noch nicht richtig.

Alastor Lakiska Lines
Alastor Lakiska Lines
26 Tage zuvor

Schade ist, dass auch Pokemon aus der 7. Generation es nicht auf die Switch geschafft haben, wie mein geliebtes Mantidea. Vor allem, dass trotz der Option von Patches Gamefreak komplett ausschließt stößt mir sauer auf.

Zerberus
Zerberus
26 Tage zuvor

Den Code für Ihre Liga Karte hätte die Autorin schon mit einstellen können razz

Namma
Namma
26 Tage zuvor

Sehr schöner Artikel.Mir geht es genauso. Nach 2 Minuten spielen waren die Kritiken egal und absolut übertrieben.Es macht unglaublich viel Spaß und besonders auf dem Fernseher empfinde ich die Grafik gar nicht so schlecht. Nur die naturzone ist hier etwas abgespeckt, dies ist aber kein Abbruch was den spielspaß angeht. Auch als pokemon Spieler der ersten Generation, seit Release Tag von pokemon Blau und Rot, empfinde ich die Begrenzung und besonders die Auswahl der vorhanden pokemon sehr stimmig und in der Praxis nicht schlimm, ne ganz im Gegenteil musste ich mich mal mit neueren pokemon beschäftigen und konnte nicht mein… Weiterlesen »

HRObeo
HRObeo
26 Tage zuvor

Dazu kann man nichts mehr hinzufügen.

Jahad
Jahad
26 Tage zuvor

Macht euch das Spiel wirklich Spass ? Ich wollte es mir zuerst zulegen aber als ich erfuhr dass es lediglich ein „Standard“ Pokemon ist hab ich es sein lassen.

Ich bin etwas enttäuscht darüber dass sie die Chance verpasst haben ein richtiges Open World Pokemon ala Zelda zu kreieren. Natürlich waren die alten Teile gut aber meines Erachtens sind die Schlauchlevel mit Kampf alle 2 Meter nicht mehr zeitgemäß.

Dann hoffe ich mal auf das Nächste

Namma
Namma
26 Tage zuvor

Huhu, also Openwolrd ist es jetzt nicht, die naturzone ist ein offener Bereich in dem pokemon rumlaufen und wo du auch die raids findest.
Deinen Wunsch verstehe ich, den habe ich selber.
Allerdings ist es hier so wie bei dq11 wurde ich sagen, gut optimiert, ordentlich weiterentwickelt, viel viel bessere erzähl weise und Optik, aber das gameplay unangetastet.

Und ja es macht mir sogar deutlich mehr Spaß wie erwartet smile

Leya
Leya
26 Tage zuvor

Sagen wir mal so: Es geht immer ein Schrittchen weiter in Richtung Open-World grin

Schwarz
Schwarz
26 Tage zuvor

„Nach 2 Minuten spielen waren die Kritiken egal und absolut übertrieben„ Die Kritiken waren bzw. sind nicht übertrieben sondern angemessen. Wir reden hier von Pokemon, einem 95 Milliarden Franchies und keinem kleinen Indie Studio. – Texturen sind auf dem level von N64 (Bäume, Boden)– Die Performance in der Wild Area (Online) ist unter aller Sau. Niedrige FPS und Stutter ohne Ende.– Der Grund dafür das über 50% der Pokemon entfernt wurden war eine Lüge seitens Game Freak. Game Freak sagte man entfernte diese Pokemon weil es zu viel Arbeit sei die Modelle aller Pokemon neu zu modellieren. Mittlerweile weiß man… Weiterlesen »

Namma
Namma
26 Tage zuvor

Ja so wie früher halt, da hat man nicht einmal gewusst was am nächsten Tag im Laden liegt, sondern einfach Spaß gehabt oder nicht, ohne Vorurteile. Texturen sind teils nicht schön, dies bezieht sich allerdings hauptsächlich auf die naturzone. Die fps sind nur am Spinnen wenn man online spielt und andere rum rennen. Über die Anzahl der pokemon lässt sich streiten, mir persönlich reicht es so. Über 1000 pokemon zu sammeln und unter zu bringen wäre echt viel, bei dne 400 gibt es schon genug die man nicnt so leicht bekommt. Man kann ohne ep teiler spielen, in dem man… Weiterlesen »

Swaggy Boi
Swaggy Boi
19 Tage zuvor

Wenigstens einer der es versteht…Gamefreak ist zwar nicht alleine Schuld da sie wie immer unter extremen Zeitdruck standen, aber die Kunden anzulügen ist etwas was man nicht unterstützen sollte. Außerdem kann man von einer Multi-Milliarden-Dollar Firma schon verlangen, dass mehr Ressourcen in die Entwicklung fließen.Also wenn ich mir ansehe, dass 400 Pokemon gestrichen wurden für Animationen wie die von Rutenschlag und Doppelkick muss ich schon fast lachen, wenn ich sehe wie viele Leute dennoch das Spiel kaufen. Das selbe bei Cutscenes und Lauf-Animationen. Das ist einfach N64-Level.Aber Hauptsache Glurak ist im Spiel und bekommt mal wieder ne neue Form, ne?… Weiterlesen »

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