Rage 2 angespielt – Die perfekte Vorspeise für Borderlands 3?

Postapokalypse? Check. Abgedrehte Figuren und actiongeladene Kämpfe? Check. Eigentlich ist alles angerichtet, damit Rage 2 die Wartezeit auf Borderlands 3 verkürzen kann. Ob das wirklich funktioniert, weiß MeinMMO-Autor Robert. Der hat Rage 2 für einen kleinen Test angespielt.

Die Rage-Entwickler id Software und Avalanche Studios kennen sich bestens mit postapokalyptischen Szenarien aus (Doom, Quake, Mad Max). Seit dem ersten Endzeit-Geballer Rage 1 sind bereits 8 Jahre vergangen. Wie spielt sich der nun erschienene Nachfolger Rage 2? Kann er die Wartezeit auf Borderlands 3 überbrücken?

Ich habe das Endzeit-Spektakel einige Stunden angespielt und bin vom Shooter-Gameplay und der offenen Spielwelt durchaus angetan. Story-Liebhaber werden sich aber auf eine Enttäuschung einstellen müssen.

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Die Story von Rage 2 – Belanglos und trotzdem bierernst

Weil sie so belanglos ist, hier die Kurzfassung der Geschichte: Ein Asteroiden-Einschlag löscht fast die gesamte Menschheit aus. Die letzten Überlebenden wollen mithilfe von Archen der Zerstörung entkommen. Dieser Plan geht grandios schief. Seitdem bekämpfen sich die letzten Vertreter der Spezies untereinander.

In Rage 2 müsst Ihr gegen die Obrigkeit antreten, eine Organisation, die Eure Heimat zerstört und geliebte Menschen umgebracht hat. Im Verlauf der Geschichte müsst Ihr drei Schlüsselfiguren aufsuchen, Aufträge erledigen und schlussendlich den Obermotz ins Nirvana schicken: Der ist, eine hässliche Mischung aus Transformer und Mister Data.

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General Cross – der Obermotz

Ich war überrascht, wie ernst sich diese oberflächliche Geschichte nimmt. Ich habe viel mehr damit gerechnet, abgedrehten und lustigen Dialogen wie in Borderlands zu lauschen. Leider sind die Gespräche in Rage 2 aber bierernst.

Besonders unsympathisch ist der männliche Protagonist der Geschichte, Walker. Überheblich und selbstverliebt, geht mir die Stimme bereits nach kurzer Zeit auf die Nerven.

Zum Glück liegt der Fokus von Rage 2 nicht auf der Story, sondern der Open World und dem Gameplay. Beides kann sich durchaus sehen lassen.

Das Gameplay von Rage 2 – Explosionen über Explosionen

Die Shooter-Mechaniken überzeugen, die Waffen haben Feedback und führen bei den Gegnern zu zum Teil absurden Reaktionen.

So kann ein gezielter Schuss mit einer Schrotflinte Feinde meterweit durch die Luft schleudern.

Das fühlt sich gut an und wird auch nach Stunden nicht langweilig. Da Ihr gleichzeitig sowas wie einer der letzten Cyber-Krieger seid, könnt Ihr weitere Fähigkeiten wie Ausweichen oder einem verheerenden Nahkampfschlag erlernen, die die Kampf-Dynamik deutlich erhöhen.

Zusammen mit den tollen Explosions-Effekten sind die Schießereien ein Highlight von Rage 2. Ihr müsst ständig in Bewegung bleiben und Eure Fähigkeiten verwenden, wenn Ihr überleben wollt.

Da ist es fast schon unnötig zu erwähnen, dass Rage 2 äußerst brutal ist. Nicht nur Fässer explodieren, auch Eure Feinde tun es, was ziemlich bildgewaltig daher kommt.

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Schauplätze für die Kämpfe gibt es zur Genüge. Die weitläufige Karte bietet dutzende Orte wie verlassene Tankstellen, Banditenverstecke oder die Archen, in denen Ihr neue Waffen und Fähigkeiten entdecken könnt. Verschiedene Dungeons mit Mini-Bossen am Ende laden zur Erkundung ein.

Darüber hinaus könnt Ihr eine Vielzahl von Ressourcen finden, mit denen Ihr Waffen, Fahrzeuge, Granaten und Fähigkeiten verbessern könnt. Die weitläufige Karte erkundet Ihr in Fahrzeugen, die mich leider nicht aus dem Fahrersitz gehauen haben.

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In Tankstellen wie dieser gibt es Loot und Feinde zu entdecken

Zwar weisen die Fahrzeuge unterschiedliches Fahrverhalten und Waffenarsenal auf, die Steuerung ist jedoch schwerfällig und ungelenk. Kämpfen gegen motorisierte Bösewichte bin ich grundsätzlich aus dem Weg gegangen, da es mir einfach nicht möglich war, dynamisch auf die Situationen zu reagieren.

Im Vergleich zu den Fahrzeugen in Borderlands spielen sich zumindest die drei Gefährte, die ich ausprobiert habe, deutlich schwerfälliger. Wenigsten reichen sie, um in Rage 2 von A nach B zu kommen. Und es gibt viele As (und viele Bs).

Rage 2 – Fazit

Robert meint: Auch wenn die Story belanglos daher kommt und speziell die Fahrzeugsteuerung gewöhnungsbedürftig ist, machen die dynamischen Kämpfe durchaus Spaß und motivieren längere Zeit.

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Die Fahrzeuge in Rage 2

Die Kampagne werdet Ihr in ca. 5-10 Stunden beendet haben, danach könnt Ihr allerdings weiter die Karte erkunden und Ressourcen sammeln. Hier muss man sich allerdings klar die Frage stellen: Wofür?

Zwar könnt Ihr Eure Ausrüstung weiter optimieren, die berühmte Karotte vor meiner Nase, die mich immer weiter antreibt, sehe ich im Grundspiel allerdings nicht.

Borderlands bietet mit zufälligen Waffen und Ausrüstung eine Menge Langzeit-Potential. Die Rage 2-Macher wollen dies durch dies durch neue Events, Cheat Codes, neue Fahrzeuge und echte Story-Erweiterungen schaffen. Ob dies die Spieler dauerhaft bei Laune halten wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell und wie häufig neuer Content erscheint.

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Rage 2 bietet nur wenige Waffen, die sich aber immerhin verbessern lassen

Persönlich bin ich enttäuscht davon, dass Rage 2 ein reines Singleplayer-Spiel ist. Gerade bei den Fahrzeugen hätten sich Koop-Elemente angeboten. Gern hätte ich die Ödlande mit einem Kumpel unsicher gemacht. Auch hier hat Borderlands dank des Koop-Modus die Nase vorn.

Auch gibt es keine unterschiedlichen Klassen mit verschiedenen Fähigkeiten. Für eine gepflegte Ballerei zwischendurch reicht Rage 2 jedoch allemal. Die Schauplätze auf der Karte lassen sich leicht erreichen, wodurch das Spiel auch für kürzere Zocker-Sessions geeignet ist.

Auch unser Autor Tarek Zehrer hat Rage 2 angespielt und gibt seine Einschätzung ab.

Tarek meint: Rage 2 macht mir in den ersten 1-2 Stunden wirklich Spaß. Bisher ist nichts wirklich überragend,aber das Gunplay fühlt sich für mich gut an. Die Waffen haben Wucht und im Gefecht fühlt man sich dank diverser Fähigkeiten und Gadgets mächtig.

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Die kommenden Inhalte von Rage 2

Am besten gefiel mir bisher die Schrotflinte, die haut ordentlich rein. Was die Story angeht, lässt sich noch nicht viel sagen. Mein erster Eindruck ist, dass sie kaum mehr sein wird, als ein netter, roter Faden, der einen durch das Geballer und die Spielwelt leiten soll.

Mehr brauche ich bei so einem Spiel wie Rage 2 nicht, da ist das Gameplay für mich entscheidender. Die Spielwelt ist auf den ersten Eindruck ein riesiger Spielplatz, auf dem es ständig kracht. Sie ist auch deutlich abwechslungsreicher als im Vorgänger, bei dem man nur in Wüsten unterwegs war.

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Das Ödland von Rage 2

Auch die Inszenierung und die Optik finde ich ansprechend und bin gespannt, wie der Rest des Ödlands aussieht. Nach knapp 2 Stunden ist Rage 2 für mich ein schneller, explosiver Shooter, mit dem ich durchaus länger Spaß haben könnte. Als Futter bis zum Release von Borderlands 3 nehm ich es auf jeden Fall.

Habt Ihr Rage 2 bereits ausprobieren können? Wie ist Euer Eindruck?

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