Es gibt jetzt mehr weibliche Spieler, weil mehr Frauen in Spielen sind – Sagt der PlayStation-Chef

Der CEO von PlayStation, Jim Ryan, hat in einem Interview unter anderem über die Entwicklung der Spieler-Community gesprochen. Dabei kam er auch zu dem Schluss: mehr Frauen zocken mittlerweile. Der Grund dafür sei, dass auch mehr Frauen eine Hauptrolle in Spielen übernehmen.

Wer spricht da? Jim Ryan ist der Chef von Sony Intreractive Entertainment und damit von PlayStation – Nicht von der Konsole, sondern vom gesamten Unternehmen, das dahintersteckt. Er arbeitet bereits so lange dort, dass er schon den Release der ersten PlayStation im Jahr 1994/95 bei der Firma mitbekommen hat.

In einem ausführlichen Interview mit gamesindustry.biz spricht er unter anderem über den Release der PlayStation 5, die Erwartungen an die neue Konsole und über die Entwicklung, die sich bei den Spielern in den letzten Jahren gezeigt hat.

Hier ist nämlich offenbar einiges passiert: Der Altersbereich der Gamer ist etwa deutlich größer, als viele glauben dürften und es spielen immer mehr Frauen. Das hat einen bestimmten Grund, wie er sagt.

Jim Ryan Sony
Jim Ryan, der CEO von PlayStation.

Weibliche Protagonisten bringen Frauen zum Spielen

Wie hat sich die Community entwickelt? Im Interview erklärt der Chef, dass die Spielerschaft der PlayStation über die Jahre immer weiter gewachsen ist. Das liege vor allem daran, dass sich die Spieler seit dem Release der PlayStation 4 immer stärker vernetzen.

Mit der PS3 habe es noch Probleme gegeben, die Spieler hätten wenig interagiert, wenig miteinander zu tun gehabt. Seit der PS4 allerdings hätte sich eine Art „Stammesverhalten“ entwickelt, bei dem Spieler mehr miteinander kommunizieren, sich austauschen und ein soziales Netz bilden.

Das sagt Ryan: Ein weiterer Grund dafür sei, dass sich mehr Frauen für Gaming interessieren, was wieder daran liege, dass sie häufiger in Spielen vertreten seien:

Viel von der Arbeit, die wir in weibliche Protagonisten gesteckt haben, haben wir definitiv in der wachsenden Präsenz der weiblichen Demographie in der PlayStation-Community widerhallen und resultieren sehen.

Ryan nennt zwar keine konkreten Spiele, aber Blockbuster-Titel wie Horizon: Zero Dawn und das 2020 erschienene The Last Of Us Part 2 dürften zwei der Games sein, die maßgeblich zur Entwicklung beigetragen haben. Zumal sie zu Release exklusiv für die PS4 erschienen sind.

The Last of Us Part II: Die beste Story, die ich je in einem Spiel gehasst habe

Allerdings gab es insbesondere an The Last of Us Part 2 auch Kritik, die auf die Story abzielte. Spieler waren unzufrieden damit, wie sich das alles entwickelte es folgte ein Reviewbombing auf Metacritic.

Die Plattform reagierte, aber zu spät – Und nicht wegen The Last of Us.

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Horizon: Zero Dawn hat die fesche Aloy als Protagonistin und gehört auch auf MeinMMO zu den besten Endzeit-Spielen.

50-Jährige bitten um Hilfe, eine PS5 zu kriegen

Ryan erzählt außerdem, dass immer wieder Gamer per Mail an ihn herantreten und ihn darum bitten, ihnen zu helfen, eine PlayStation 5 zu ergattern. Die neue Konsole ist offenbar sehr begehrt.

Der Release ist zwar erst am 19. November, aber zu den Vorbestellungen war die PS5 bereits mehrfach ausverkauft. Nun hoffen die Spieler auf eine dritte Welle, um sich noch eine Konsole zu sichern.

Einige davon schreiben Ryan direkt an und schreiben ihm Nachrichten. Die kommen nicht etwa nur von jungen Gamern, sondern auch von älteren Spielern, die schon mit der PlayStation 1 eingestiegen sind:

So viele davon sind von Leuten Mitte 50, die sagen, dass sie PlayStation-Gamer seit 1995 sind und die uns um Hilfe fragen, eine PS5 zu bekommen […] Das zeigt, dass das Altersprofil demografisch rapide wächst mit jeder Generation. Gleichzeitig bekomme ich regelmäßig Mails von wirklich jungen Gamern, wunderschön geschrieben … oft besser geschrieben als von den 53-jährigen Gamern.

Er vermutet, dass besonders die älteren Gamer jene sind, die eine Auszeit vom Zocken genommen haben, um ihre Kinder großzuziehen und nun, da der Nachwuchs selbstständig wird, wieder Zeit zum Spielen haben und eine PS5 wollen.

Ryan glaubt, dass sich die PlayStation 5 sogar noch besser verkaufen wird als die PS4. Im Interview sagt er: „Wir starten jetzt mit 100 Millionen Gamern, die hoffentlich sehr, sehr schnell auf eine PS5 umsteigen.“ Bisher stehen die Zeichen dafür recht gut, denn der Sony-Chef mahnte bereits:

Nicht jeder könnte eine PS5 am Launch-Tag bekommen

Quelle(n): gamesindustry.biz
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Sanke

Ragnarok Online vor so 20 Jahren hatte bereits an die 50% weibliche Spieler.
Wenn es allgemein mehr machen warum auch nicht mehr Frauen?
Viele bzw die Mehrheit spielt aber sicherlich immer noch am Smartphone und ist nicht bereit Geld zu investieren in etwas „besseres“.

N0ma

Vor 20 jahren hatten hauptsächlich Männer einen Computer. Da hat sich was geändert, die Technik wird immer einfacher zu bedienen und der social Faktor ist dank Internet größer, denke das zieht mehr Frauen an.

Irina Moritz

Die Games wurden vor 20 Jahren aber auch als „Spielzeug für Jungs“ vermarktet. Warum sollte man auf ein Produkt aufmerksam werden, wenn man von Anfang an als Zielgruppe davon völlig ausgeschlossen ist? Kannst dir dazu einen Artikel aus der Zeit anschauen, der das auf den Kopf trifft: https://www.zeit.de/digital/games/2020-10/gaming-geschlechterklischee-frauen-maenner-computerspiele/komplettansicht

Sveasy

Bei mir (m, 40) hängt es von div. Faktoren ab ob ich einen männlichen oder weiblichen Charakter spiele (sofern ich die Wahl habe natürlich, bei fixen Charakteren juckt mich wenig ob m oder w).
Das sind zb Faktoren wie „welche Rolle/Klasse spiele ich“, bei Magier und Assassinenklassen spiel ich tendenziell meist weibliche Charaktere.
Ein weiterer Faktor ist die Rüstung. Wenn zb einfach die selben Skins für alle Charaktere genutzt werden (zb Dark Souls) setz ich meist auf männliche Charaktere weil die skins leider oft auf diese „maßgeschneidert“ sind, oder die weiblichen Versionen einfach kacke designed sind, ich sag nur Plattenrüstung männlich vs Kampf bikini weiblich, und ja da schau ich in deine Ecke Monster Hunter 😉

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sveasy
CandyAndyDE

Mir ist es egal, ob ich Mann oder Frau spiele, solange der Charakter glaubhaft umgesetzt ist.
Nur bei Roamzen ist es komisch. Dann spiele ich als Mann eher eine lesbische Frau.

Meine Top Games:
Tomb Raider (Reboot)
Horizon: Zero Dann
The Last of Us
Control
Hellblade: Senua’s Sacrifice
A Plaque Tale: Innocence
Perfect Dark
Mirror’s Edge

exelworks

Ich finde es immer schön auch mal eine Frau zu spielen.

Da ich am meisten Action-RPGs spiele habe ich auch da viele Builds mit weiblichen Charakteren. Bei Spielen wie Diablo 3 gibt es sogar Klassen die ich nie mit einem Mann gespielt habe 😂

Leyaa

Ich kann mich auch mit Spielen eher identifizieren, in denen ich zumindest die Wahl habe eine weibliche Person zu spielen. In Path of Exile zB. spiele ich interessanterweise nur Ranger und Witch Builds, wenn auch eher unbewusst.

Aber es stimmt schon, mehr und mehr RPGs tauchen auf, in denen der Protagonist weiblich ist. Von Hellblade:Senua’s Sacrifice über Horizon Zero Dawn & Co. Wenn man sich beispielsweise Ubisoft in letzter Zeit anschaut, dann sieht man deutlich, dass sie es den Spielern selbst überlassen, welches Geschlecht gespielt werden soll. Das war bei Assassin’s Creed Odyssey der Fall und bei dem kommenden Immortals:Fenyx Rising ist es ebenfalls so.
Natürlich gibt es auch noch die Klassiker, wo der Protagonist wie üblich rein männlich ist, zB. bei Cyberpunk 2077.
Ich persönlich fände es gut, wenn noch mehr Spieleentwickler dem Beispiel von Ubisoft folgen würden.

diesel

Du hast zwar recht aber trotzdem ist Ubisoft ein schlechtes Beispiel weil deren „weibl.“ Figuren nichts anderes als Männer mit hellerer Stimme sind ^^ Zumindest seh ich rein optisch kaum einen Unterschied bis auf den nicht vorhandenen Bart

Irina Moritz

Ich kann mich auch mit Spielen eher identifizieren, in denen ich zumindest die Wahl habe eine weibliche Person zu spielen

Ja, das auch auf jeden Fall. Ich habe grundsätzlich keine Probleme damit, Männer zu spielen (hab ich die letzten 20 Jahre gemacht), aber wenn ich die Wahl bekomme, dann nehme ich definitiv einen weiblichen Charakter. Ich denke, gerade diese Wahlmöglichkeit ist für viele wichtig.

Sanke

Eine gute Freundin und ihr Ehemann spielen genau umgekehrt, sie einen Kerl er eine Frau in Online Spielen.
Und eine die ich vor 20 Jahren in einem Spiel kennenlernte spielte auch einen männlichen Char (bzw mehrere Frauen, aber sie blieb mir im Gedächtnis weil sie als Kerl ihre Ruhe hatte).

Karynria

Vielleicht bin ich mit meiner Meinung in der Minderheit, aber ich muss auch sagen, ich begrüße starke weibliche Protagonistinnen. Ich kann diese „damsel in distress“ Rolle auf den Tod nicht ausstehen, schon als Kind nicht.🙄 Warum muss man sich von einem Mann immer retten lassen? Frau kann doch genauso gut kämpfen und für sich selbst einstehen.

Ich gebe auch zu – unbewusst wähle ich auch oft Spieletitel wo weibliche Charaktere (müssen nicht mal Protagonistin sein) dabei sind, die ich sympathisch oder cool finde. Wenn in einem Game hauptsächlich Männer vertreten sind (zum Beispiel Final Fantasy 15), verliere ich oft die Lust darauf. Ich kann es mir zwar nicht genau erklären wieso das so ist, aber ja … 😂 Im Bezug auf mich hat der CEO von Playstation also durchaus nicht unrecht. Aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel.😉

Irina Moritz

Vielleicht bin ich mit meiner Meinung in der Minderheit, aber ich muss auch sagen, ich begrüße starke weibliche Protagonistinnen.

Ja, aber für mich spielt es eine Rolle, wie gut sie geschrieben sind. Wenn die Frau einfach nur „badass“ ist, ist es für mich persönlich doch etwas zu wenig. So Charaktere wie Bayonetta z.B. sind zwar witzig, aber glänzen jetzt nicht unbedingt mit ihrer Tiefgründigkeit.

Ich würde mir persönlich lieber komplexere weibliche Charaktere wünschen. Senua aus Hellblade war toll und Aloy aus Horizon feiere ich einfach nur, weil sie so großartig „Ich hab keinen Bock auf euren abergläubischen Mist!“ drauf ist 😁

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Irina Moritz
Karynria

Vermutlich kenne ich auch nicht sehr viele Games wie andere, da ich hauptsächlich meine Zeit in einem MMO verbringe.

Aber ja, da stimme ich dir zu: Aloy und Senua sind zum Beispiel Charaktere die ich wirklich als starke Personen empfinde. Wichtig ist auch, dass man hier auch die Entwicklung mit erlebt, weswegen man dann oft nachvollziehen kann wieso sie wurden oder so denken.
Das gleiche finde ich auch bei Lara Croft. Da konnte man ebenfalls die Entwicklung von ihr sehr gut mit erleben. Und offen gesagt, wäre ich auch gern nur halb so schlau und sportlich wie sie xD

Vermutlich gibt es durchaus „schlecht“ geschriebene Charaktere, das muss aber nicht nur auf weibliche Figuren zutreffen. Ich hatte bisher dann eher Glück, selten welche gesehen zu haben 🙂

Seither

Die meisten weiblichen Charakteren in Games sind mir richtig unsympathisch. (Und identifizieren kann ich mich mit denen erst recht nicht.) Jedenfalls wenn es sich um eine Frau auf der „guten Seite“ handelt und die einen über den gesamten Spielverlauf nahen Bezug zum Protagonisten hat oder gar der Protagonist ist. Die wirken auf mich meist zu gezwungen cool und taff – es wirkt selten natürlich :/
Somit sind diese weiblichen Charaktere für mich oft eher ein Grund das Spiel abzubrechen oder gar nicht erst anzufangen.
Tatsächlich aber gibt es auch einige männliche Hauptcharaktere, die nicht besser sind.

Nico Saborowski

Kannst du mal ein konkretes Beispiel nennen?

denhope

Ich denke hier kann man AC Odyssey nennen.

Da wirkt der weibliche Part einfach gezwungen – er muss mind. oder sogar noch härter sein wie der männliche Protagonist.

Seither

Genau. Entweder so oder in Form einer unnötigen Romanze mit einer unsympathischen Type wie in AC Unity.
Andere Richtung ist dann noch wie bei Beyond. Die hatte zwar immerhin eine Charakterentwicklung, aber für mich war die zu oft am verzweifeln oder unsicher. Wird bei männlichen Charakteren nicht so betont.

Bodicore

Ich halte das für quatsch. Die jüngeren Generationen sind einfach näher am PC als früher. Das ist einfach eine normale Entwicklung.
Heute kann man auch eher dazu stehen Zocker zu sein.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Bodicore
chips

Im Zweifel sind es meist mehrere Gründe die Einfluss haben. Repräsentation von Frauen in Videospielen hat ganz sicher einen Einfluss. Die Frage ist nur, wie stark er gewichtet werden muss. Die generelle Akzeptanz ist sicher auch ein wichtiger Punkt (auch wenn ich innerhalb der Community immer noch sehe, dass Mädchen sich nicht selten gegen Trolle zur Wehr setzen müssen). Genauso wie der verstärkende Effekt von weiblichen Freunden die ebenfalls Spiele spielen. Gegenüber ganz früher haben mittlerweile auch die Publisher Frauen als Zielgruppe erkannt und passen ihre Produkte entsprechend an oder veröffentlichen vermehrt Spiele die explizit bei ihnen gut ankommen. Es gibt sicher noch mehr Gründe. Aber wie gesagt, dass Frauencharaktere in Videospiele keinen Einfluss haben, ist definitiv falsch.

N7 Eiswind

In Rainbow Sie Siege ist das ein Riesen Problem da werden Frauen für jede niederlage schuldig gemacht einfach nur dumm.

Bodicore

Naja dort versammeln sich jetzt auch nicht gerade die Leuchtfeuer der Intelligenz 🙂

diesel

Oder in GTA Online ^^

DerPfandadler

Jaaa, um r6 mache ich jetzt auch schon seit Jahren einen Bogen drum rum.
Eine viel zu kindische und einfach anstrengende toxische Community.

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