Man braucht keine PlayStation, um physische Spielmedien zu zerstören: Das Phänomen „Disc Rot“ tut dies bereits

Titelbild CD DVD Unplash

Physische Medien zerstören sich von selbst, wenn man nicht aufpasst. Ironischerweise ist die Digitalisierung dann doch der beste Weg, um seine Daten zu retten oder zu sichern.

Sony wurde stark dafür kritisiert, dass die Firma physische Medien für die PlayStation abschaffen möchte.

Dabei müssen Hersteller das physische Format nicht einmal abschaffen, denn die Datenträger verfaulen ganz von selbst in ihren Hüllen. Das Phänomen wird auch als „Disc Rot“ oder Disk-Fäule bezeichnet. Was dahinter steckt und was ihr dagegen tun könnt, lest ihr auf MeinMMO.

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Disc-Fäule zerstört physische Medien, wenn ihr diese nicht ordentlich lagert

Was genau ist das? Unter Disc Rot oder Disc-Fäule versteht man den chemischen Zerfall optischer Datenträger. Er entsteht, wenn Luft und Feuchtigkeit die reflektierende Aluminiumschicht zersetzen (Oxidation) oder sich die Klebeschichten lösen. Betroffene Medien weisen sichtbare Verfärbungen auf, die dann wiederum zu Aussetzern und Lesefehlern führen (via rollingstone.de)

Das große Problem daran ist, dass diese Schäden irreversibel sind: Sie lassen sich nicht reparieren und ab einem gewissen Punkt sind die Datenträger verloren.

Hinzu kommt, dass es auch auf den Produktionsprozess ankommt, wie lange eine Disc am Ende hält. Moderne CDs oder DVDs halten offiziell zwischen 20 und 50 Jahren, aber einige können auch vorzeitig altern. Besonders betroffen sind vor allem Discs der PS1-Ära oder von ähnlich alten Spielekonsolen, für die der Produktionsprozess noch nicht so ausgereift gewesen ist.

Was kann man dagegen tun? Mit der richtigen Lagerung kann man die Lebenszeit der physischen Medien deutlich verlängern. Völlig aufhalten lässt sich der Alterungsprozess nicht. Bewahrt die Discs stehend in ihren vorgesehenen Hüllen auf, am besten an einem trockenen, nicht zu warmen Ort und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung.

Fasst die Discs außerdem nur an den Rändern an, um Kratzer oder Schweiß auf der Datenseite zu vermeiden. Denn Feuchtigkeit sorgt dafür, den Oxidationsprozess der Aluminiumschicht im Inneren der Disc zu beschleunigen.

Passiert sowas häufiger? Erst vor kurzem meldete der Konzern Warner Bros., dass tausende produzierte Discs zwischen 2006 und 2008 verrotten und sich auflösen, das berichtete unter anderem WinFuture.de. Warner Bros. bot anschließend an, betroffene DVDs auszutauschen, sofern dies möglich ist und nicht etwa die Rechte abgelaufen sind.

Sony stellt die Disc-Produktion ein. Die Entscheidung wird stark kritisiert, doch sie dürfte kaum noch zu ändern sein. Das zeigt das wichtigste Werk für die Disc-Herstellung in Österreich. Denn hier will man bereits alle Mitarbeiter auf neue Produkte umschulen: Viele hoffen, Sony überdenkt das Ende der Disc noch einmal, aber dafür dürfte es schon längst zu spät sein

Quelle(n):
  1. jeuxvideo.com

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