Früher führte der Weg zum Wissen oft in die Bibliothek, heute reichen wenige Klicks am Smartphone. Zumindest in der Theorie. Junge Menschen haben so einfachen Zugang zu Informationen wie keine Generation zuvor. Trotzdem schneiden sie beim Lesen und Rechnen immer schlechter ab. Dahinter könnte ein größeres Problem stecken.
Bei dem Bild handelt es sich um ein Symbolbild von Vitaly Gariev auf unsplash.
Wie schlecht schneiden deutsche Schüler ab? Für die PISA-Studie 2025 wurden über 760.000 15-Jährige aus 91 Ländern und Volkswirtschaften getestet. Die Jugendlichen erreichten in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften die niedrigsten Ergebnisse, die PISA in Deutschland je gemessen hat. Deutschland ist mit dieser Entwicklung aber nicht allein, auch andere Länder sind betroffen.
Sind Smartphones und Social Media schuld? Ganz so einfach ist es nicht. Die OECD, die die PISA-Studie organisiert, sieht hinter den sinkenden Leistungen keine einzelne Ursache.
Das österreichische Institut für Qualitätssicherung im Schulwesen nennt gegenüber dem ORF veränderte Mediennutzung, soziale Gegebenheiten und eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als mögliche Gründe.
Das zeigt sich vor allem beim Lesen: Wie der Standard berichtet, hat sich der Anteil der Jugendlichen, die Texte nur noch hastig überfliegen, seit 2018 fast verdoppelt. Vor allem lange Texte bereiten jungen Menschen zunehmend Schwierigkeiten.
Auch PISA-Mastermind und OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sieht eine Gefahr darin, wenn moderne Technik den jungen Menschen das Denken abnimmt. Gegenüber dem Standard warnt er vor einem falschen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Lernen brauche laut Schleicher „geistige Anstrengung“ und „Reibung“. Technik dürfe die Denkarbeit nicht ersetzen, sondern müsse Schüler dazu bringen, sich intensiver mit Inhalten auseinanderzusetzen.
Technik muss nicht immer das Problem sein
Kann Technik auch helfen? Ja, Singapur zeigt, dass moderne Technik nicht automatisch zu schlechteren Leistungen führt. Wie die Tagesschau berichtet, sind die Klassenzimmer dort technisch gut ausgestattet und digitale Werkzeuge werden bewusst in den Unterricht integriert.
Die Technik soll dort nicht einfach das Lernen übernehmen. Stattdessen werden digitale Tools eingesetzt, damit in größeren Klassen alle Schüler gleichzeitig Fragen stellen und sich am Unterricht beteiligen können.
Und das offenbar mit Erfolg: Singapur gehört bei PISA zur Weltspitze und erreichte 2025 beim Lesen sogar den höchsten Wert aller teilnehmenden Regionen.
Technik allein scheint also weder das Problem noch die Lösung zu sein. Gerade die Fähigkeit, sich über längere Zeit auf einen Text zu konzentrieren, könnte eine wichtige Rolle beim Leistungsrückgang spielen. Die OECD betont, dass Technik und KI das Lernen unterstützen können, aber eben nur, wenn sie Aufmerksamkeit, Anstrengung und Verständnis nicht ersetzen.
Ist moderne Technik ein Problem für das Lernen oder kommt es vor allem darauf an, wie sie eingesetzt wird? Schreibt es uns in die Kommentare!
Die Ergebnisse der PISA-Studie sind nicht der einzige Hinweis darauf, dass sich bei jungen Menschen etwas verändert. Auch andere Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, welchen Einfluss Smartphone, Social Media und die digitale Welt auf uns haben könnten. Einige Experten kommen dabei zu einem beunruhigenden Ergebnis, wie MeinMMO berichtet: Psychologen warnen, dass die Gen Z die erste Generation sein könnte, deren geistige Leistung hinter der ihrer Eltern zurückbleibt.
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