Hier ein Foto mit schneller Brille am Strand, da ein Foto von einem besonders fancy aussehenden Gericht. Was tut man nicht alles für die perfekte Selbstdarstellung? Genau darauf hat Gen Z offenbar keine Lust. Sie erstellen sich oft gleich mehrere Accounts und zeigen ausgerechnet auf ihren “Fake”-Profilen, wer sie wirklich sind.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild von Look Studio auf Unsplash.
Warum braucht Gen Z Fake-Accounts? Junge Menschen möchten private Details oft nur noch im engsten Kreis teilen. Dafür legen sie sich Zweitaccounts, sogenannte “Finstas”, an.
“Finsta” setzt sich aus „Fake“ und „Instagram“ zusammen. Diese Profile dienen als kleinerer, privaterer Raum für Inhalte, die nicht für alle Follower bestimmt sind.
Der Fotograf Niccolò Rastrelli beschäftigt sich in seinem Projekt „IRL“ damit, wie sich die Gen Z im echten Leben und auf Social Media präsentiert. Dafür befragte und fotografierte er junge Menschen zwischen 14 und Ende 20 aus mehreren Ländern.

Wie der Guardianberichtet, überraschte den Fotografen, wie selbstverständlich Gen Z oft mehrere Accounts auf derselben Plattform nutzt.
Beispiele gefällig? Die 16-jährige Lana besitzt gleich mehrere Instagram-Profile mit unterschiedlichen Privatsphäre-Einstellungen. Sie teilt ihr Leben wie in einem Tagebuch. Wirklich frei, sie selbst zu sein, fühle sie sich aber nur auf ihrem Finsta.
Dem 20-jährigen Stevie geht es ähnlich: Er hat zwei Instagram-Profile. Je nachdem, welchen Account er gerade nutzt, verändert sich laut the Guardian die Art, wie er sich dort präsentiert.
Gen Z setzt auf Photo Dumps statt perfekter Inszenierung
Was postet Gen Z auf ihrem Finsta? Wie Jackie Tan, Creative Lead bei Instagram, gegenüber Inc. erklärt, entfernen sich, vor allem jüngere Nutzer, immer öfter von perfekt inszenierten Inhalten. Stattdessen setzen sie etwa auf Photo Dumps mit mehreren Schnappschüssen und weniger Filter.
Ein klarer Vorteil von Finstas: Man kann genauer kontrollieren, wer die eigenen Beiträge sieht. Gegenüber VICE erklärte etwa eine 16-Jährige, dass ihr auf dem Hauptaccount auch Eltern und Lehrer folgen. Die sollen natürlich nicht alles sehen. Auf ihrem privaten Finsta teilt sie Inhalte mit engen Freunden, die nicht unbedingt für die Augen der Erwachsenen bestimmt sind.
Ausgerechnet die Accounts, die „Fake“ schon im Namen tragen, können damit einen deutlich ungefilterteren Blick auf ihre Besitzer geben als deren eigentliches Hauptprofil. Es kann sich also lohnen, bei engen Freunden auch um Zugriff auf deren Finsta zu fragen.
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr mehrere Accounts auf Instagram oder anderen sozialen Netzwerken? Und postet ihr auf einem privaten Profil andere Dinge als auf eurem Hauptaccount? Schreibt es uns in die Kommentare!
Der Wunsch nach mehr Echtheit zeigt sich bei Gen Z übrigens nicht nur durch Finstas. Für besonders inszenierte und oberflächliche Inhalte hat die Generation mittlerweile sogar ein eigenes Schimpfwort parat: Wer auf Social Media zu “fake” wirkt, ist einfach “Polyester”. Mehr dazu lest ihr hier auf MeinMMO: “Polyester” ist das neueste virale Schimpfwort der Gen Z, aber was genau steckt dahinter?
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