Der Begriff „Polyester“ taucht online immer häufiger auf. Denn die Generation Z nutzt den Begriff, um andere Menschen zu verspotten. Aber was steckt hinter dem Schimpfwort, der ursprünglich einmal künstlich hergestellte Kunststoffe bezeichnete?
„Polyester Edits“ und „Polyester Lifestyle.“ Wer sich heute in Online-Medien umsieht und sich die Kommentare unter Posts auf Tiktok, Instagram und so weiter ansieht, wird immer wieder über einen bestimmten Begriff stolpern: Polyester.
Für die Generation Z ist es das neue, virale Schimpfwort. Aber was steckt genau dahinter? Um es einfach auszudrücken: Die Generation Z verwendet das Wort, um etwas als minderwertig oder billig zu bezeichnen.
Der Begriff „Polyester“ taucht online immer häufiger auf
Woher kommt der Begriff überhaupt? Polyester ist ein künstlich hergestelltes Material, welches oft aus Erdöl gewonnen wird. Aus diesen Kunstfasern wird dann wiederum Kleidung hergestellt. Doch Kleidung aus Polyester gilt in der Mode oft als minderwertig und nicht nachhaltig, im Gegensatz etwa zu Baumwolle.
Die Generation Z lehnt sich mit dem Schimpfwort genau daran an: Man möchte damit jemanden als minderwertig, billig oder oberflächlich bezeichnen.
Als „Polyester Edits“ bezeichnet man etwa Fan-Videos, die schnell und chaotisch zusammengeschnitten wurden. Und der „Polyester Lifestyle“ steht für ein Leben, das nur für Fotos und Likes auf Instagram oder TikTok erfunden wurde. Also alles unecht.
Wie passt das in die Welt der Generation Z? Bei jungen Menschen, die alle online aufgewachsen sind, geht es vor allem um soziale Währung. Ansehen und Erfolg, der sich in Likes und Lob widerspiegeln soll. Und hier geht es vor allem um Echtheit, um Authentizität. „Polyester“ steht für das völlige Gegenteil, also all das, was mit Echtheit nichts zu tun hat.
Aus diesem Grund möchte online niemand „polyester“ sein. Es ist eine Kritik an mangelnder Qualität und Substanz.
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