Paragon stirbt, aber ist wirklich Fortnite daran Schuld?

Der Chef von Epic Games spricht über das Spiel Paragon. Da wurde das Ende schon angekündigt. Viele geben daran dem Erfolg von Fortnite die Schuld, aber offenbar gab es andere auch Gründe. Wobei Fortnite tatsächlich vom Ende Paragons zu profitieren scheint.

Der Chef von Epic Games, Tim Sweeny, hat in einem Interview am Rande einer Entwickler-Konferenz über das Schicksal des MOBA-Shooters Paragon gesprochen.

Die Geschichte von Paragon ist schnell erzählt: Paragon wurde Ende 2015 vorgestellt, spielen konnte man den Shooter seit März 2016 auf PlayStation 4 und dem PC. Das Ende von Paragon gab Epic Games am 27.Januar 2018 bekannt. Das Spiel läuft nur noch bis zum 26. April.

Viele Fans geben Fortnite die Schuld am Ende von Paragon

Das Besondere ist, wie großzügig sich Epic Games beim Ende von Paragon zeigt:

Viele Fans haben schon vorm Ende kritisiert: Der Erfolg von Fortnite verschluckt unser Lieblingsspiel Paragon. Die Entwickler werden abgezogen und arbeiten nicht mehr an Paragon, sondern an Fortnite.

Und tatsächlich scheint Fortnite jetzt vom Ende des MOBAs zu profitieren. Denn mittlerweile sollen fast alle 700 Mitarbeiter von Epic in der ein oder anderen Form an Fortnite sitzen. Aber es geht noch weiter: Fortnite erbt etwas, das extra für den Shooter Paragon entwickelt wurde.

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Fortnite profitiert jetzt von dem Replay-System

Ein System, das Epic für Paragon gebaut hat, wird bald in Fortnite eingesetzt. Es ist das Replay-System, das kürzlich für Fortnite angekündigt wurde. Etwa in einem Monat mit Update 3.5 sollte das Replay-System einsetzbar sein.

Das Replay-System ist mehr als eine simple Kill-Cam. Epic hofft den Leuten hier ein mächtiges Tool in die Hand zu drücken, das sie dann auf ihre eigene Art nutzen.

Sweeny sagt: „Im Moment dient das Tool dazu, Clips zusammenzuschneiden, aber es könnte auch live funktionieren. Ein Streamer könnte spielen und ein Caster zeigt live, was da gerade passiert.“

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Warum wird Paragon eingestellt?

Paragon ist insgesamt für Epic Games eine ernüchternde und auch traurige Geschichte. Paragon kam bei den Spielern einfach nicht an.

Es sei ein Spiel, das viele gespielt haben. Die fanden auch, dass es hochwertig sei und hätten die Arbeit respektiert. Doch die meisten hätten es nur für eine Weile gespielt und dann damit aufgehört.

Nur ein Bruchteil der Spieler, die es heruntergeladen hatten, hätten es nach einem Monat noch gespielt, erzählt Sweeney.

Am Ende stand Epic mit einer sehr kleinen Fanbase da, die Paragon abgöttisch liebte. Aber man konnte nie eine wirklich große Zahl von Spielern zufriedenstellen.

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Vielleicht hätten wir ohne Fortnite die Zauberformel gefunden

Paragon sei eine große Tragödie gewesen. Man hätte sein Herz und seine Seele in das Spiel gesteckt und alles dafür getan.

Es sei schwer, etwas aus Paragon zu lernen. Man habe tolle Dinge erreicht, aber könne jetzt nicht diagnostizieren, was da schief lief.

Wenn man nicht Fortnite gehabbt hätte, dann hätte man vielleicht weiter mit Paragon experimentiert und vielleicht die Zauberformel gefunden. Aber es sei jetzt unmöglich zu wissen, wie das ausgegangen wäre.


Festzuhalten bleibt, dass offenbar tatsächlich grade fast jeder im 700-Mann-Studio Epic Games an Fortnite arbeitet und dabei andere Projekte ins Hintertreffen geraten. Das erklärt auch die irrsinnige Geschwindigkeit in der Entwicklung:

Fortnite kommt „mal eben“ aufs Handy – Warum geht das alles so schnell?

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