Die große Entlassungswelle trifft mit Obsidian Entertainment auch eines der beliebtesten First-Party-Studios bei Xbox. Dort müssen wohl so viele Leute ihre Sachen packen, dass die Zukunft diverser geplanter Projekte ungewiss ist.
Was passiert bei Obsidian? Laut eines Berichts von Kotaktu soll Obsidian Entertainment im Zuge der großen Entlassungswelle bei Xbox zwar nicht verkauft oder geschlossen werden, doch sollen etwa 60 bis 70 Mitarbeiter ihren Job verlieren – das würde etwa 25 Prozent der gesamten Belegschaft treffen.
Betroffen sollen Kreative aller Bereiche sein, beispielsweise Producer, Artists, Designer, Programmierer, QA-Tester und Autoren – darunter viele erfahrene Entwickler, die teils seit über 10 Jahren für Obsidian arbeiten.
Die anonymen Quellen von Kotaku erklären, dass man nun unsicher sei, wie man die riesige Liste an geplanten Projekten nach den Entlassungen überhaupt noch umsetzen könne. Klar sei wohl nur, dass die Arbeiten an der Early-Access-Version von Grounded 2 sowie an den DLCs für The Outer Worlds 2 fortlaufen werden.
Als großer Rollenspiel-Fan begleitet Karsten das Schaffen von Obsidian seit ihrem Debüt mit Star Wars: Knights of the Old Republic 2. New Vegas hält er für das beste Fallout. Alpha Protocol war eine verkannte Perle. Tyranny und Pillars of Eternity 2 dürften zwei der besten Oldschool-RPGs der vergangenen Dekade sein. Selbst mit Avowed und den beiden The Outer Worlds hatte er Spaß.
Wofür steht Obsidian? Das Studio wurde 2003 von ehemaligen Veteranen der Black Isle Studios (Fallout, Fallout 2, Planescape: Torment, Icewind Dale) gegründet und ist diesen Rollenspiel-Wurzeln bis heute treu geblieben. Hier nur einige Highlights, die Obsidian in den vergangenen 22 Jahren veröffentlicht hat und mit denen ich über all die Jahre hinweg viel Spaß hatte:
- Star Wars: Knights of the Old Republic 2
- Neverwinter Nights 2
- Fallout: New Vegas
- South Park: The Stick of Truth
- Pillars of Eternity plus Teil 2 und Avowed
- Tyranny
- The Outer Worlds plus Teil 2
- Grounded
- Pentiment
Seit 2018 ist Obsidian ein Teil der First-Party-Studios von Xbox. Die Verkaufszahlen von Avowed und The Outer Worlds 2 sollen leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein, auch wenn sie den Xbox Game Pass aus meiner Sicht spürbar bereichert haben.

So viel verschenktes Potenzial
Was bedeuten die Entlassungen? Spätestens seit der Übernahme von Bethesda blicken unzählige Fallout-Fans zu Microsoft und fragen sich verwundert: Warum lasst ihr Obsidian keinen Nachfolger für ihr fantastisches Fallout: New Vegas machen?
Nicht wenige behaupten, dass der Obsidian-Teil das beste Spiel der Reihe ist. Auch die Kollegen der GameStar haben Fallout: New Vegas in ihrem Ranking auf Platz 1 gesetzt. Auf Steam steht das Spiel bei starken 95 Prozent positiv. Ein Nachfolger müsste sich doch wie geschnitten Brot verkaufen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Fallout 4 von Bethesda auch schon wieder elf Jahre her ist.
Mit den jetzt geplanten Entlassungen dürfte ein großes Open-World-Fallout für Obsidian jedoch in Zukunft kaum noch stemmbar sein. Das ist zumindest meine Befürchtung.
Mich macht es mittlerweile einfach nur noch wütend, wie unfassbar viel Expertise und geile Marken Microsoft nach den ganzen Übernahmen bei sich liegen hatte und wie wenig sie aus all dem gemacht haben beziehungsweise machen. Dazu gehört auch das, was bei ZeniMax seit 2025 passiert: Eines der letzten großen MMO-Studios aus dem Westen taumelt auf den Abgrund zu und es zerreißt mir das Herz
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