Ein kleiner Horrorfilm legt sich aktuell mit den großen Filmstudios an und das sogar ziemlich erfolgreich. Aber bevor es überhaupt ins Kino ging, musste der Regisseur großzügige Angebote ablehnen.
Um welchen Film geht es? Obsession ist der Horror-Hit 2026. Der Film ist nicht nur das Erstlingswerk von Regisseur Curry Barker (26), er kommt auch ziemlich gut an. Bei einem geschätzten Budget von maximal 15 Millionen US-Dollar (die Zahlen sind laut The Guardian schwer festzulegen, je nachdem, was man dazu zählt), konnte der Film bereits über 297 Millionen US-Dollar einspielen.
Das ist ziemlich viel, vor allem für den ersten Kinofilm eines Regisseurs. Curry Barker, der selbst Teil der Gen Z ist, konnte Marken wie He-Man und Star Wars im Kino schlagen und laut The Economist, waren 75 % der Zuschauer von Obsession zwischen 18 und 25 Jahre alt.
Als Barker seinen Film an die Studios verkaufen wollte, wollten die Studios seinen Film umschreiben, aber trotz einer hohen Summe weigerte sich Barker.
2 Millionen Dollar, um die Hauptfigur komplett zu verändern
Was wurde Barker angeboten? In einem Interview mit The Hollywood Reporter sprach Barker über die Verhandlungen mit den Filmstudios. Als sie versuchten, Obsession an diese zu verkaufen, gab es laut Barker Angebote von Firmen, die ihm 2 Millionen US-Dollar boten, um das Skript umzuschreiben. Explizit ging es darum, den Protagonisten Bear zu einem Helden zu verwandeln.
Dazu sagt Barker:
Ich dachte mir: „Ich werde das Drehbuch nicht umschreiben, um Bear zu einem Typen zu machen, der immer alles richtig macht. Es ist viel interessanter, dass er nicht das Richtige tut, sondern stattdessen versucht, [die Beziehung] zum Funktionieren zu bringen, und dabei einfach eine schlechte Entscheidung nach der anderen trifft.“ Der Film wäre so langweilig geworden, wenn Bear sich auf eine Reise begeben hätte, um die Geschichte der „One Wish Willow“ zu ergründen. Also habe ich mehr Geld abgelehnt, um die Geschichte zu erzählen, die mich mehr interessierte.
Bedenkt man, dass Barker kein bekannter Regisseur ist, ist es schon ein Risiko, ein solches Angebot abzulehnen. Dem Film hat es aber wohl ziemlich gut getan, dass Barker genau das erzählt hat, was er wollte.
Was sagt MeinMMO-Filmredakteur Nikolas Hernes zur Entscheidung von Barker? Obsession ist handwerklich ziemlich gut gemacht, aber vor allem die Thematik und der Subtext machen den Horrorfilm so effektiv. Es geht um toxische Männlichkeit und das eigene Ego.
Das macht den Film so nahbar, vor allem für die Gen Z, die viel damit konfrontiert wird. Hätte man Bear in einen Helden verwandelt, der eine Tortur überleben muss, hätte es nicht funktioniert.
Obsession erschreckt nicht einfach nur, der Film funktioniert auf einer emotionalen Ebene. Das Klischee, dass Horrorfilm-Figuren dämliche Entscheidungen treffen, wird im Film genutzt, um mehr als nur Unverständnis zu erzeugen, und das ist die große Kunst von Obsession.
Habt ihr Obsession schon gesehen und wie fandet ihr den Film und die Hauptfigur Bear? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Auch MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes war begeistert vom kleinen Horror-Hit: Ein kleiner Horrorfilm lehrt mir endlich wieder im Kino das Fürchten, gehört zu dem Gruseligsten, was ich jemals gesehen habe
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