Ein Film auf Netflix zeigt mir, wie bescheuert eines meiner liebsten Spiele auf Steam eigentlich ist

Ein Film auf Netflix zeigt mir, wie bescheuert eines meiner liebsten Spiele auf Steam eigentlich ist

Unser Autor Schuhmann hat auf Netflix aus Versehen den falschen Film gesehen: „Dynasty Warriors“ aus dem Jahr 2021 ruiniert ihm ein wenig seine Erinnerung an „Total War: Romance of the Three Kingdoms“, eines seiner liebsten Spiele auf Steam.

Was ist das für ein Film?

  • Dynasty Warriors spielt im antiken China, zur Zeit der Drei Reiche – genau wie deutlich bessere Filme, etwa „Red Cliff“ von John Woo. „Three Kingdoms“ ist sozusagen der „Trojanische Krieg“ der Chinesen: Eine epische Epoche voller Helden, die teils historisch und teils fiktiv ist. Die Epoche wurde in vielen Videospiel-Reihen verarbeitet.
  • Dynasty Warriors stammt aus dem Jahr 2021, dauert knapp 2 Stunden und hat einen IMDB-Score von 4,8 – eine Bewertung, die noch ziemlich gnädig ist. Der Film ist auf Netflix ziemlich mies auf Englisch synchronisiert und wirkt wie ein überdrehter Mix aus Historien-Drama, Martial Arts und Fantasy.
  • Im Kern ist es ein „Martial Arts“-Film, bei dem chinesische Herren mit einem Hieb 50 Leute auf einmal durch die Luft fliegen lassen und killen. In den „ruhigeren Szenen“ sieht man Tyrannen tyrannische Dinge tun, während im Hintergrund Leute, die später sicher noch wichtig werden, sich den Spitzbart reiben und ihre Rache planen.

Das, was man im Spiel schon zig Mal gemacht hat, einmal auf Netflix sehen

Was hat mich so irritiert? Die Welt von „Romance of the Three Kingdoms” wird in vielen Videospielen verarbeitet: In Dynasty Warriors, Dynasty Tactics, Romance of the Three Kingdoms und, in der westlichen Variante, in Total War: Romance of the Three Kingdoms.

Weil es bei diesen Spielen einige Perlen gibt und chinesische Strategiespiele einen besonderen Reiz ausmachen, habe ich schon viel Zeit in diesen Universen verbracht.

Zombies und Helden im alten China

Jedes der Spiele, die ich gespielt habe, fängt gleich an: Man muss einen „Aufstand des normalen Volks“ niederschlagen: Schreiner, Tischler, Fischer, die sich gelbe Turbane aufgesetzt haben und gegen die chaotische Regierung rebellieren. Das ist das Tutorial in jedem dieser Spiele. Dabei lassen die Spiele durchblicken, dass der Anführer der gelben Turbane, ein Typ namens Zhang Jiao, eine Art mythische Aura verströmt – irgendwas Taoistisches.

Gut, im Film „Dynasty Warriors“ ist der Anführer der Gelben Turbane eine Art Voodoo-Priester, der mit „weißer Geistermagie“ seine gefallenen Soldaten wie Zombies wieder aufstehen lässt.

Dann treten auch schon die Helden der Reihe auf: Die mythisch verehrten Liu Bei (Terence Hill), Zhang Fei (Bud Spencer), Guan Yu (so eine Art Mega Superheld) reiten ein und werden mit epischer Musik vorgestellt. Von denen kann jeder mit einem Schlag mindestens mal 50 „Normalos“ wegfetzen.

Der „Hauptfeind“ in den ersten Kapiteln von Romane of the Three Kingdoms tritt dann auch schon auf: Dong Zhou. Im Film ist da ein untersetzter, älterer Herr, der auf einem Pferd reitet, während 50 Zombies an ihm kleben. Und der – einfach weil er’s kann – sehr tyrannische Tyrannen-Sachen macht und sagt. In den ersten Minuten seiner Screentime reitet er mit 50 gelben Zombies am Pferd durch die Gegend, benimmt sich wie ein Arsch zu seinen Rettern, schüchtert einen Raum voller Beamte ein und bringt irgendwie einen jungen Kaiser zum Weinen. Tatsächlich entspricht der Teil so ziemlich mein Bild, das ich immer von ihm hatte.

Film hat mir meine Erinnerung an Heldentaten an ein Spiel auf Steam vermiest

Warum hat es mir mein Spiel vermisst? Ich spiele seit fast 20 Jahren die „Total War“-Games von Creative Assembly. Das fing mit Rom an, ging dann übers Mittelalter bis in die Fantasy Welten von Warhammer: Normalerweise muss man hier einigermaßen vernünftig planen, sehen, dass die eigene Kavallerie nicht in Speere läuft, sondern die gegnerischen Bogenschützen erwischt.

Ein Spiel der Serie basiert aber auf den „Three Kingdoms“ und hier steuert man die epischen Helden selbst, die auch im Film zu sehen sind und ich muss gestehen: Ich neige dazu, Total War: Three Kingdoms sehr schlampig zu spielen. Denn die Heldenfiguren dort sind so unfassbar stark, dass es oft reicht, auf alle Strategie zu verzichten und nur den einen Helden loszuschicken, der dann im Alleingang 50 Gegner mit einem Hieb seines Speeres killt.

Total-War-THREE-KINGDOMS

Ich hab große heldenhafte Erinnerungen daran, wie ich – wegen mieser Planung – mit einem Helden und einer winzigen Schar von Soldaten ganze Armeen des Gegners ausgelöscht habe, indem ich den Helden immer wieder zurückgezogen habe, um ihn dann im Sturmangriff in die Gegner zu jagen.

Als ich aber auf Netflix gesehen habe, wie total bescheuert und unrealistisch dieses „Mittelalter Chinese mit Speer lässt 50 Gegner durch die Luft fliegen“ in bewegten Bildern aussieht, bin ich doch etwas ins Grübeln gekommen.

Vielleicht sollte ich mir doch mehr Mühe bei der Planung der Schlachten geben.

Nach der Serie Vikings bekam ich übrigens extrem Lust auf „Crusader Kings 3“ – das hat besser funktioniert:

Steam: Ich begann als einsamer Wikinger – 400 Jahre später hab ich halb Europa, 12.300 Nachkommen und ein Problem

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Majora

Solche Games machen Spaß, gerade weil sie nicht so realistisch sind. Wenn man Spaß in Games haben will, sollten sie möglichst wenig mit realer Logik zu tun haben.
Je realistischer ein Game wird je mehr bleibt der Spaß auf der Strecke. Wir haben abseits von Games schon genug Realismus oder nicht? Games sollen uns doch für ein paar Stunden von dem Stress der Realität befreien und nicht in die nächste Realität bringen die genauso ist wie die von der wir Mal Abstand brauchen. Der Film ist dumm ja, aber das hat mit dem Spiel nicht viel zu tun, nur der Name ist daran angelehnt, am besten Game und Filme differenziert betrachten, i mean, das Game machte dir doch auch so Spaß und wird es auch noch zukünftig, wenn du den Film nicht mit dem Game und der Realität vermischt klappt das. Sonst zeigt das nur wie leicht so eine Kleinigkeit dich im Grunde manipulieren kann und dir das was Spaß macht, versauen kann, zumal dich niemand davon abgehalten hätte, den Film einfach aus zumachen, hast dich doch eh verklickt.

Topiltzin

Zu Romance of the Three Kingdoms gibt es seit Jahren, was Strategische Spiele angeht, weit aus bessere und realere Strategie Games als Total war.

Die Warriors reihe hat ja das Prinzip das man Massen Schlachtet und stärker wird, das kan man aber nicht mitn strategie spiel vergleichen.

Was ich mich die ganze Zeit frage, qarum fand der Autor es vorher ok wenn jemand mal so ganze Heere schlägt und angeblich durch den Film denkt er anders…

CHAOS2213

Und dafür brauchte es den Film?
Die Warriors(Musō)-Reihe zeigt das doch schon ewig.
Ist halt nicht jedermanns Genre.

Aber gut zu wissen dass es dazu nen Film gibt.
Muss ich mir mal anschauen.

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