Mein MMO fragt: Wie steht ihr zu Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln?

In unserem heutigen „Mein MMO fragt“ dreht sich alles um Mikrotransaktionen. Gerade bei Vollpreisspielen sind sie unter Zockern stark in der Kritik. Was sagt ihr dazu?

Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln nehmen zu

World of Warcraft Gold

Immer häufiger bauen Publisher sogenannte Mikrotransaktionen in ihre Games ein; inzwischen scheint es dabei völlig egal zu sein, ob die Spiele zum Vollpreis angeboten werden oder ob sie – auf den ersten Blick – Free2Play sind. Gerade bei Letzteren hat man sich mittlerweile mehr oder weniger daran gewöhnt, dass man entweder Zeit oder Geld investieren darf, um im Spiel voranzukommen.

Aber auch immer mehr Vollpreistitel setzen auf Mikrotransaktionen. Prominente Beispiele sind Evolve, die FIFA-Reihe oder seit letztem Herbst sogar Destiny.

Was sind Mikrotransaktionen?

destiny-everversum

Für all diese Spiele (und natürlich unzählige weitere) stehen kleinere oder größere Pakete zur Verfügung, die mit „Echtgeld“ erworben werden können. Meist wurde dazu ein kleiner Ingame-Shop eingerichtet, wie beispielsweise das Everversum im Turm von Destiny. Hier kann man gegen bare Münze eine bestimmte Währung erhalten (im Fall Destiny „Silber“, bei FIFA 16 sind es „FIFA Points“), die man in nützliche oder einfach nur schöne Dinge investieren kann.

Es ist zu unterscheiden, ob diese Käufe einen Level-Boost bewirken, ganze Spielinhalte freischalten oder nur kosmetischer Natur sind.

Mikrotransaktionen nur für die Kosmetik?

Destiny-Tess

Gerade bei Vollpreistiteln, für die man locker mal 60 Euro an der Kasse hinblättern darf, beschränken sich die Mikrotransaktionen überwiegend auf die Kosmetik oder auf optionale Inhalte, die nicht spielentscheidend sind. Bei Destiny könnt ihr euch lediglich amüsante Gimmicks, wie zusätzliche Gesten oder Tänze, kaufen, alle wichtigen Spielinhalte sind für jedermann verfügbar.

In FIFA 16 kommt man mit FIFA Points im Ultimate Team schneller voran, da man in einem Rutsch einige Packs öffnen kann, für die man sonst zahlreiche Spiele daddeln müsste. Aber auch hier sind Mikrotransaktionen völlig optional; es muss kein weiteres Geld investiert werden, um alle Spielmodi und alle Inhalte erfolgreich spielen zu können. Es kann aber auch vorkommen, dass man den Überblick ein wenig verliert und – schwupps – 5000 Euro von Papas Kreditkarte flöten sind.

fifa-16-fifa-points

Bei Evolve sind die Leute auf die Barrikaden gegangen, als man erfuhr, dass das Spiel voll auf Mikrotransaktionen setzt und neue Monster um die 15 Euro kosten werden. Spieler, die nach dem Erwerb des Spiels also nichts mehr ausgeben möchten, sind in ihrer Auswahl auf 12 Jäger und 3 Monster beschränkt, die sie im Laufe der Zeit freispielen können. Freilich gibt es auch einige Sparangebote, jedoch wären die meisten Spieler sicher glücklicher, wenn sie den Nervenkitzel dieses Spiels ohne weitere Investitionen in vollem Umfang genießen könnten. Schließlich hat man ja ein Vollpreisspiel bezahlt.

Alles nur eine Frage des Preises?

Evolve Kraken

Es kommt natürlich immer darauf an, was denn so ein Paket nun kostet. Handelt es sich um ein paar Cent oder ein bis zwei Euro, macht da niemand einen großen Aufstand. Aber 15 Euro für ein einziges Monster in Evolve oder allein die Möglichkeit in FIFA 16, auf einmal bis zu 99 Euro für „Mikro“transaktionen ausgeben zu können, lässt den ein oder anderen mit Sicherheit kräftig schlucken. Auch in Destiny sind fünf Euro für 500 Silber recht happig. Viel kann man sich da nicht von kaufen. Angesichts dieser Entwicklung auf dem Spielemarkt ist es keinesfalls verwunderlich, dass der digitale Umsatz enorme Ausmaße angenommen hat und in Zukunft wahrscheinlich nicht abnehmen wird.

Was meint nun ihr? Seht ihr Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln als inakzeptable Geschäftemacherei oder steht ihr dem Ganzen gleichgültig gegenüber, ganz nach dem Motto: „Muss jeder selbst wissen, ich gebe mal kein Extrageld aus.“ Solange sich die Mikrotransaktionen nur auf die Kosmetik beschränken, fährt man damit sicher nicht schlecht.

Oder seht ihr das völlig anders und sagt: „Hey, klasse, da investiere ich gerne mal fünf Euro und rage mit meinen neuen Dancemoves endlich aus der Masse heraus?“

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Genae

Vorallem bei MMOs finde ich es ok, wenn Kosmetik zusätzlich gekauft werden kann. Ein Vollpreis MMO hat ja auch laufende Ausgaben für Server und Events, da ist es wichtig auch laufende Einnahmen zu generieren. Außerdem hat man bei MMOs häufig übermäßig lange Spielzeiten im Gegensatz zu Singleplayer games. Bei allen anderen Spielen bin ich kein besonders großer Fan…

Gerd Schuhmann

Du bist ja schon stark von der Spielindustrie eingenullt worden.
—-
Nein. Ich lebe im Hier und Jetzt und nicht in einer Fantasie-Blase und reg mich darüber auf, dass Leute Geld verdienen wollen.

Deine Argumentation gilt doch für irgendein Phantasieland, das du dir herbeisehnst: “Oh, Chef, wir verkaufen 15 Millionen Einheit von dem Spiel!” – “Super, dann senk sofort den Preis und gib ihn zur Hälfte raus. Wir haben genug verdient, mehr brauchen wir nicht.”

Und im Gegenzug: “Chef, wir verkaufen nur 500.000 Einheiten. Die wollen das Spielö einfach nicht” – “Dann verdoppel sofort den Preis, damit wir unser Budget wieder reinholen!”

Mal von der Logik abgesehen, dass das nur funktionieren würde, wenn man, bevor man das Budget festgelegt, schon das Ergebnis kennen würden: Also man weiß schon, wie viel man verkauft, bevor man festlegt, wie viel man investiert.

Eine Welt, in der es den Leuten reicht “genug zu verdienen”, existiert nicht. Die kann man sich herbei sehnen und wünschen. Man kann auch mit gutem Beispiel vorangehen. Aber wenn du die als Grundlage deiner Argumentation machst und Leuten, die anders denken, vorwirfst, sie “seien eingelullt”, dann finde ich das nicht cool.

Ich denke man kann irgendwie als “naturverbundener Mensch” so denken. Oder las jemand, der absolut keine Berührungspunkte mit der Geschäftswelt hat, vielleicht wenn man noch Student ist oder in so einem Internet-Elfenbein-Foren-Turm lebt viele.

Aber die meisten von uns, die volljährig sind und irgendwie in Lohn und Brot stehen, verstehen schon diese Prinzipien von Leistung und Wachstum und Preis. Ich glaub nicht, dass wenn der Chef kommt und sagt: Du hast tolle Arbeit gemacht, ich zahl dir jetzt 200€ mehr im Monat. Dass man dann sagt: Nee, danke Chef. Ich komm über die Runden. Ich verdiene genug.

N0ma

Zur Zeit findet grad so ein Experimentieren statt, was kann man dem Kunden zumuten. Leider gibts aktuell kaum convienience Items. Mich wundert es immer das da so wenig gemacht wird, stattdessen wird dann das 100xte Kostüm angeboten.

Guybrush Threepwood

Evolve hat sich das Spiel unter anderem dadurch fast kaputt gemacht. Sicher gibt es noch ein paar Leute die es spielen. Aber es war ein arg gehypter AAA Titel der mehrere Awards bekommen hat. Und es war im Grunde 4 Wochen nach Release tot.

Psyclon

Es kommt darauf an. Also wie schon in einem anderen Artikel erwähnt: Ich gehe arbeiten, und mein Zuckerle ist dann eben irgendetwas ingame. Wenn andere keine Kohle haben, zu jung sind oder zu faul, bitte. Ihr Ding.

Ich habe halt in GW mir die Farbe “Schwarz” (Schatten-Abgrund) gekauft, und das waren 70% vom eigentlichen GW+HoT-Anschaffungspreis. Für eine Ingame-Farbe. Ich hätte sie mir auch ewig später selber erspielen/erzocken/craften(?) können aber so habe ich halt Gems in Gold getauscht und mir “meine” Farbe gekauft (da ich nur schwarz trage ein Muss auch für meine alternativen Egos). Da Gold in GW2 nur eine reine “Oberflächenwährung” ist finde ich das prima.

Ansonsten wie gesagt: Ich verlange auch fortlaufend Lohn und nicht nur einmalig. Wenn ich ein Spiel fortlaufend spiele dann bin ich auch bereit dafür zu zahlen. Wenn zu teuer oder unwillig lass ich’s bleiben. Aber “Ich mache das aus Prinzip nicht”-Gerede ist mir zu doof. Ich bin zu F2P-Geschädigt, wo ich stets hinter einer Paywall ausgesperrt wurde..

phreeak

Schon länger kein GW2 mehr gespielt.. Schatten-Abgrund kostet doch nur um die 250G (mein ich jedenfalls). Das sind 3 Tage Silberwüste farmen…. >.<

N0ma

Oh das lag mal bei 25Gold und damals fand ichs schon teuer.
Benutz die Farbe Eisen, sieht besser aus und kostet quasi nichts. 🙂

Keragi

Stimmt, die microtransaktionen werden wirklich mehr und mehr.
Jetzt mal ne weit hergeholte Theorie 😀
Die ganzen Key seller stores werden auch immer mehr, jedenfalls habe ich sie früher nicht so sehr wahrgenommen.
Nehmen wir an da gibt’s das Spiel für 40 Statt 60 Euro will man jetzt vermehrt die restlichen 20€ über microtransaktionen erwirtschaften? Ich habe keine Ahnung ob so eine Überlegung völliger Schwachsinn ist, aber hey ist doch ein interessanter Gedanke.

Keupi

Ich sage mal so, ich habe bisher kaum einen Itemshop genutzt. Ein Vollpreis/Abo-Spiel welches ohne Shop-Käufe nicht zu spielen wäre oder starke Einschränkungen hätte, würde von mir sofort beiseite gelegt. Ich stehe dem eher negativ gegenüber. Was okay ist, sind DLCs oder meinetwegen auch optisches Zeug.

am

Man sollte Spiel Inhalte immer kostenlos zur Verfügung stellen. Abgesehen von Kosmetik.
Guild Wars 2 ist für mich das beste Beispiel für einen fairen cash Shop!

derdon

Ich sehe das ganze als Hobby und wenn ich da ein paar € extra zahle bringt mich das nicht um.
Es sollte sich jedoch auf Designitems beschränken und es ist natürlich so eine Sache wie lange die “Laufzeit” des Spiels ist, CoD / BF z.B. bekommen jedes Jahr neue Teile hier kauf ich nichtmal den Seasonpass da man hier wirklich ein nicht fertiges Spiel bekommt und gerade der PC Spieler Nachteile hat
In MMO´s die ja meisten eine längere “Laufzeit” haben kann es schon vorkommen das mal der ein oder andere € ausgegeben wird aber das wird.

Plague1992

Wenn ich einen Vollpreistitel kaufe, erwarte ich auch dass alles in irgenteiner Art und Weise frei erspielbar ist. Immerhin kaufe ich quasi das Gesamtpaket ( den vollen Preis ). Selbst wenn es nur kosmetische Veränderungen oder dergleichen wären, die könnten ebenso frei erspielbar sein ( und die langzeitmotivation fördern? ). Ansonsten hängts vom Spiel ab.

Bei MMOs bin ich durchaus bereit extra zu zahlen, da sich der aufwendige Entwicklungsaufwand ( auch weit nach release ) für mich erschließt. Was ich aber zum Beispiel nicht verstehen kann, wieso WoW zum Beispiel noch zusätzlich einen Shop hat. Es hat einen “vollen” Preis. Ein Abo. Und dann noch Pets für fucking 20€ im Shop? Wozu zahlt man denn generell für das Spiel? Damit es das eine Pet nicht via Quest ins Spiel schafft? Haben die es so nötig? Andere MMOs zeigen dass man 10x kleiner sein kann und trotzdem schwarze zahlen schreibt. Da muss Blizzard nicht übertrieben die Geldbörse öffnen.

Ähnlich sehe ich es mit anderen Genres wie Shootern. Bei einem kleineren Titel der froh ist wenn er vllt mal 6-stellig kommt kann ich es verstehen wenn er für neuen Content extra Einnahmen braucht. Jedoch nicht beim neuen Call of Duty / Battlefield die allein durch ihre Verkäufe in der ersten Woche quasi den Content für die nächsten 10 Jahre rein haben.

doc

Mikrotransaktion in einem Vollpreistitel empfinde ich als absolute Abzocke und dürfte nicht sein. Dort würde ich mir NIE Animationen, Waffen, Maps, Kosmetisches o.ä. zulegen.
Es gibt genug Spiele in denen Modding erlaubt ist, ein Mapeditor beiliegt oder sowas in der Art.
Ich bezweifle das die Kosten der Spielentwicklung mittlerweile so enorm angestiegen ist das sich die Vollpreis-Spiele nicht selber finanzieren können.

Das gleiche in Spielen in denen ich ein Abo bezahle!

Mikrotransaktionen oder DLCs in F2P bzw B2P kann ich nachvollziehen, wobei es dabei immer stark darauf ankommt was es ist. Maps, Waffen und Ausrüstungen, finde ich, gehören da einfach nicht rein. Dabei ist es mir auch egal, ob das balanced ist.

Nehmen wir mal Evolve, ich habe es NIE gespielt, aber gespannt verfolgt. Die machen in Meinen Augen einfach alles falsch mit der Finanzierung. Jegliche Neuerung im Spiel musste man teuer einkaufen oder sie blieb fern. Damit geht jede Art von Abwechslung oder Freude bei einer Neuerung wieder hereinzuschauen flöten.

ESO z.B. macht vieles richtig, die gesamten Mikrotransaktionen sind dort kein muss, aber viele sehr praktisch. Wobei ich der Meinung wäre ein paar Kostüme mehr und auch hübschere währen vom Vorteil, und warum zum Teufel kann man alles Färben außer die Kostüme?! Oo
…ABER die Kostüme sind nicht ausschließlich im Shop zu bekommen. Man bekommt auch wirklich hübsche im Spiel, z.B nach dem Durchspielen der Orsinium-Main-Questreihe.

Braun

Weiter ausführen muss ich das wohl nicht mehr; ich pflichte dem “Vollpreistitel sind teuer genug”, “solange es rein kosmetisch ist, ist es halbwegs egal”, “ordentliche DLC sollen auch ordentlich bezahlt werden” im Wesentlichen bei.
Wenn ich an Destiny denke: Ja, die Gesten braucht man nicht ich würde mir tatsächlich sogar welche kaufen … aber, und das stelle ich für meinen Geschmack bei Ingamegütern immer wieder fest, die Preise finde ich komplett jenseitig.

Shiubi

Bin eindeutig eher genervt. Dabei fühlt man sich häufig über den Tisch gezogen und in vielen Titeln wird es dir so aufdringlich wie nur möglich vor die Nase gehalten. Habe deswegen auch Eso verlassen, als jeder mit nem Sonderreittier und sonstwas rumlaufen. Wollte mir zwar erst die Erweiterungen kaufen, aber es wurde mir einfach zu viel und zu aufdringlich.

Witzigerweise stört mich der Itemshop bei Ff XIV trotz Abogebühren überhaupt nicht. Dank offener Karten. Ein nicht im Spiel, sondern oline in der Mogry Station dezent platziertes Störchen, dass nichts essentielles enthält. Dank der Stammkunden Belohnungen bin ich nicht drauf angewiesen und die Preise sind echt in Ordnung. Das allermeisten kann man ingame durch Events bekommen. Und wer es dannach auch haben will… Na gut. Sonst ist aber meist im nächsten Jahr wieder ne kostenlose Gelegenheit. Und die Preise sind fair. Und der Store war nicht vor dem Spiel da sondern das Spiel vor dem Store.

Wenn ich dann aber in Spielen wie FIFA ständig sehe wie wenig Points ich sammle und wie oft mit dem Store genervt wird. Ne Danke. Das nimmt mir die Lust am Spiel. Bezahle doch schon Vollpreis, PS+ etc. Wer dann auch noch bis 99 Euro ausgeben kann und auf Glück angewiesen ist… Jetzt ehrlich? Selbst wenn ich es mir leisten kann. Geld für Inhalt. Klare Kostenübersicht. Und dann ist gut.
Daher sind Erweiterungen und auch Itemshop für mich eher böses Blut. Insbesondere da dann regelmäßig über Kosten genölt, aber Rekordgewinne in der Videospielindustrie erzielt werden.
Gab da mal nen Vergleich. Der erfolgreichste Kinofilm des Jahres hat weniger Gewinn als die meisten großen Videospiele.

Lifeo Fmusic

Weshalb du ESO verlassen hast, verstehe ich in deinem Beispiel leider nicht ganz.

Nur, da du viele Spieler mit gekauften Reittieren, Begleitern oder Outfits gesehen hast? Sofern du im Level steigst, wirst du in jedem Spiel prozentual mehr Leute sehen, die irgendwelche käuflichen optischen Veränderungen mit sich bringen, da logischerweise Leute, die etwas mehr Zeit darin verbringen, eher mal dazu bereit sind, für ihr Steckenpferd den ein oder anderen Euro zusätzlich locker zu machen. Das ist nicht nur auf ESO beschränkt, sondern überall.

Schau dir den Emote-Shop von Destiny an und wie viele Spieler da tatsächlich im PvP und PvE mit solchen gekauften Bewegungen rumlaufen. Ich bezweifle stark, dass da ein Unterschied zu ESO besteht.

Außerdem musst du bedenken, dass ESO kein reines Vollpreisspiel ist, sondern zusätzlich über eine monatliche Gebühr finanziert werden kann, was dir als Spieler wiederum Kronen einbringt, die ja auch irgendwie ausgegeben werden wollen. Und die meisten tun dies eben dadurch, dass sie sich ein neues Reittier oder einen Begleiter zulegen, da sie die Spielerweiterungen ja nicht kaufen müssen, sondern schon im Abo enthalten haben.

Dass du dich davon genervt fühlst und dir dadurch das Spiel kaputt machen lässt, sagt eher mehr über dich und deine Einstellung zum Spiel aus, als über die Mikrotransaktionspolitik von ESO. Und das meine ich nun ohne eine positive oder negative Wertung suggerieren zu wollen.

Aber gehn wir mal weg von ESO und werden allgemeiner.

Die Preise bei Mikrotransaktionen sind auch oft so gestaltet, dass man eher selten für den Betrag an Euro, den man in Spielwährung eintauscht, genau wieder auf 0 rauskommt. Meist bleiben ein paar Kronen, Silber, Platinum oder wie es auch heißen mag übrig, sodass man bei neuen Gegenstäden eher in Versuchung gerät, erneut etwas zu kaufen, da man ja nur einen geringeren Betrag an Euro als zuvor ausgeben müsste, weil man eben noch ein wenig Restwährung vom letzten Mal übrig hat. Miese Psychologie, funktioniert aber.

In Spielen wie FIFA finde ich es kritisch, dass man bis zu 99 € auf einen Schlag ausgeben kann. Wenn da, wie schon öfter passiert, Eltern bei ihren Kindern nicht aufpassen, was sie da tun, hängt der Haussegen für Jahre schief. Oder wenn die Person an der Konsole einfach nicht mit Geld umgehen kann.

Für einen Charakter, wie etwa beispielsweise ein zusätzliches Monster in Evolve, würde ich persönlich keine 15 € ausgeben. Solche Preise finde ich komplett überzogen und das hat schon mehr als nur ein g’schmäckle.

Grundsätzlich sollte nichts dagegen sprechen, in einem Vollpreistitel auch Mikrotransaktionen anzubieten. Niemand wird gezwungen, dort etwas zu erwerben und, sollte man sich selbst nichts kaufen, kann man entweder (je nach eigener Einstellung dazu) die anderen, die etwas optisch verändert haben, auslachen, oder man erfreut sich an der Veränderung.

Sofern es bei rein dekorativen Artikeln bleibt und man sich keinen Vorteil verschaffen kann, wird das Spiel, welches man selbst spielt, zusätzlich mit Geld befeuert, welches in die weitere Entwicklung fließen kann. Somit hat auch derjenige was davon, der das ganze nicht aktiv unterstützt.
Das mag sich zwar recht einseitig und wie eine absolute Fürsprache anhören, aber so sehe ich das nun auch nicht.
Nicht jedes Spiel muss unbedingt die Möglichkeit der Mikrotransaktion bieten, bitte nicht. Aber ich finde, wenn die Preise irgendwo gerechtfertigt sind (was fast immer im Auge des Betrachters liegt) und es nicht alle 5 Minuten eine Einblendung auf dem Bildschirm gibt, die ‘Kauf mich’ schreit, hab ich eigentlich kaum was dagegen.
Da bin ich der Meinung: Muss jeder selbst wissen.

Psyclon

Habe mir auch meine Papalymo-Puppe besorgt.^^ Waren mir die Peanuts wert.

Chris Utirons

Ich mag es nicht ein Vollpreistitel kostet heute schon zwischen 69-79 da muss erstmal was geboten werden und alles was man erreichen kann sollte man auch ohne Echtgeld in akzeptabler Zeit erreichen. DLC sehe ich da anders, aber nur wenn das Grundspiel so bleibt wie es ist und nicht negativ verändert bzw beinflusst wird.

artist

Wie viele auch schon geschrieben haben. Solange es kein Pay2Win ist, ist mir das auch Schnuppe bzw. finde es sogar gut. Die Möglichkeit zu haben, seinen jeweiligen Char oder was auch immer mit Echtgeld “aufzupäppeln”.

Nirraven

In einem Vollpreistitel sollte eine Mikrotransaktion nicht das Spielgefühl stark beeinflussen dürfen. Bei einem Abospiel noch viel weniger und bei F2P kommt es da stark drauf an wie schnell man auch ohne Geldeinsatz weiterkommt bzw. sind hier shops mit reinen kosmetischen Items am besten 🙂 Path of Exile z.B.

Subjunkie

Solange es kein Pay to win ist hab ich damit kein Problem. Ich persönlich gebe bei ESO nur das an Kronen (= Echtgeld)) aus, was ich durch das Abo eh bekomme. Außerdem kaufe ich mir nichts, was ich mir im Spiel erarbeiten kann.

Michael

Ich bin da etwas zwiegespalten.
Ich bin der Meinung, dass alle Inhalte freispielbar sein sollten bei einem Vollpreistitel. Auch kosmetische Dinge.

Für was ich Verständnis hab, sind Booster und Perks freikaufen, wie z.B. alle Aufsätze für die Waffen bei Battlefield für Leute die nicht so viel Zeit haben. Andere mögen das als P2W sehen, was ich verstehe, aber mich interessiert es nicht, da ich es sowieso freispielen kann. Wenn jemand anderes durch Echtgeld den Schalldämpfer für die M416A3 ne Stunde vor mir haben kann (weil für eine Waffe ist ja alles relativ schnell freigespielt), ja dann soll er sie halt haben. Weil so jemand in der Regel eher weniger spielt ist er allein dadurch schon im Nachteil. Allerdings würde ich es scheiße finden, wenn das komplette Spiel um die Booster und Perks im Shop aufgebaut ist. Bei Battlefield 3 war das z.B. nicht so, da man die Booster erst sehr viel später dazu kaufen konnte.

Was anderes sind DLCs, die aus meiner Sicht wirklich einen Mehrwert darstellen und die zusätzliche Entwicklungszeit in Anspruch nehmen. Wenn ich das Gefühl habe, die Inhalte wurden nicht extra aus dem Hauptspiel entfernt um sie später als DLC nachreichen zu können, dann kauf ich die auch gern mal. Früher gab es große Addons für 30 Euro, heute gibt es viele kleine bis mittelgroße DLCs für 10-20 Euro. Wenn man bedenkt, dass die Preise für PC Spiele in den letzten 10 Jahren kaum gestiegen sind (durch die Sales eher das Gegenteil), dann ist das schon ok. Wenn der Mehrwert stimmt.

schneemann72

Die Logik Dlc´s betreffend versteh ich nicht. Wenn diese programmiert und dann entfernt werden, ist das Abzocke -aber später programmierte gehen in Ordnung?
Korrigier mich, aber die Arbeit ist dieselbe, oder nicht?
Vielleicht ist das vorher im Preis mit eingerechnet gewesen…viele Produkte haben Optionen oder Luxusausgaben um den Preis für die Masse niedrig zu halten.

Gerd Schuhmann

Denke das Problem ist gar nicht das Geld, sondern dass Spieler das Gefühl haben, belogen und ausgenutzt zu werden.

Das ist einfach sehr schwer, Ihnen das zu vermitteln.

Also ich finde die ganze DLC-Geschichte extrem schwierig, weil das jedesmal super-emotional wird. Ich denke da geht es nicht um die Sache, sondern es geht um den Eindruck, um das Bild der Sache.

Spieler haben das Gefühl: Ein Spiel sollte maximal 50€ kosten – ganz ubanhängig davon, wie groß das ist. Ob das 120 Stunden Spielspaß hat oder nur 20, ob das 4 Jahre entwickelt wurde oder nur 2 – das ist egal. Ein Spiel hat nicht mehr zu kosten als 50€ oder 60€. Und ich denke darin liegt die Krux. Hinter dieser Annahme: “EIn Spiel hat maximal XX zu kosten, egal, was das für ein Spiel ist.”

Bei DLCs haben sie das Gefühl “Wir werden verarscht”, die machen Spiele, die dauern 50 Stunden, dann schneiden sie 20 raus, verkaufen uns 30 Stunden für 50€ und die anderen 20 Stunden verkaufen sie uns für 3*10 Euro.

Und das ist halt irgendwie für beide Seiten blöd. Also warum sollte ein riesiges Spiel, das Jahre gedauert hat mit einem riesigen Team, dasselbe kosten wie ein viel kleineres Spiel. Also in welcher Welt sollte The Witcher 3 soviel kosten wie …. keine Ahnung, ein normaler Shooter? Battelfront oder so? Wo ist das gerecht?

Andererseits: Natürlich hätte man allen DLC, der bei The Wichter noch zusätzlich kam, auch von vornereherein ins Grundspiel packen können. Es gibt da ja keine Regeln: Oh Gott, das Spiel ist so lang, das werden die Fans nicht mögen, macht lieber ein Viertel noch in DLCs. Sondern Fans wollen eigentlich immer: Das Maximale im Spiel, aber für höchstens 60€.

Und sobald irgendein DLC ist, hat man das Gefühl: Die bescheißen uns hier um was, das uns zusteht, und verkaufen es extra.

Wobei halt die Entwickler sagen: Wenn wir keine DLCs anbieten würden, hätten wir ein kleineres Entwickler-Budget und dann hätten wir eben nicht all das herstellen können, was wir da anbieten. Das ist ja auch völlig logisch.

Und dann ist man irgendwie bei: Der DLC “fühlt sich rausgeschnitten” an, das ist Beschiss. Und “Das kam als DLC dazu”, das ist okay. Aber so rational zu erklären ist schwer. Aber Spieler haben ja auch kein Interesse, sonderlich rational zu sein. Da heißt es: “Das ist Abzocke, von dem Scheißverein kauf ich nie wieder. 100€ für ein Spiel, die spinnen doch” – und dann ist die Diskussion vorbei.

Ich denke, das ist insgesamt eine sehr schwierige Diskussion und belastet die Beziehung zwischen Spielern und Entwicklern stark.

Man muss sich halt einfach fragen: Warum kostet The Witcher 3 so viel wie ein Spiel, das halb so viel gekostet hat und halb so viel Inhalt hat. Das System kann nicht so richtig funktionieren. Kinofilme haben ja dasselbe Prinzip, die laufen aber alle 2 Stunden.
Wenn du jetzt für einen Kinofilm, der nur 40 Minuten dauert, auch 12€ bezahlen solltest – gäb’s die Diskussion sicher auch. 🙂

schneemann72

Ein Film der nur 40 Minuten dauert guck ich mir gar nicht an :))

Ich denke, es dreht sich alles um “Geiz ist Geil”, mich wundert es nicht, dass sich Spieler so verraten fühlen, die in einem Land leben, wo dieser Slogan funktioniert hat!

Des Kunden Wille ist sein Himmelsreich hab ich mal gelernt oder “wir machen uns die Welt, wie es uns gefällt” ( wers nicht kennt, Zitat Pippi Langstrumpf ).
Gaming ist nun mal eine sehr emotionale Sache und das ist auch gut so ABER trotzdem kann man auch mal das Großhirn aktivieren…es gibt nichts umsonst im Leben.

Ich bin fest davon überzeugt, dass der nicht jammernde Teil der Spielerschaft die eindeutige Mehrheit ist -wenn auch die schweigende. Für gewöhnlich zocken die ja auch nicht soviel…

Ich warte auf ein mutiges Studio, dass endlich mal die Fakten vorher auf den Tisch legt und reelle Preise kalkuliert, egal ob dann 120€ oder 150€ heraus kommen, ich würde es bezahlen -ist schließlich ein schönes Hobby!

am

Nur mal in den Raum gestellt.
Sim City kostet 60€. The Witcher auch!
Da darf ich mich als Spieler/Käufer doch auch betrogen fühlen.

Psyclon

Wurde Dir eine Knarre an den Kopf gehalten und gesagt: “KAUF DAS”? Hat das Spiel einen Mangel, der inzwischen nicht behoben wurde? Nein. Na dann?

schneemann72

Warum? War in der Packung etwa Packman?
Man kann sich doch heute wirklich alles im Internet vorher anschauen, also bist du nicht betrogen worden sondern einfach nur schlecht informiert.

Psyclon

Road Rash für das Sega MegaDrive hat auf der Box ein METO-Etikett: DM 140,-

Und weißt Du was, es ist jeden Pfennig wert.

Deine Grundeinstellung finde ich super. Ist ’72 Dein Geburtsjahr; das würde so Einiges erklären. Mein MMO-de ist doch ein Beispiel. Denkst Du, Leute würden hier lesen und posten, wenn jeder Artikel 50 Cent kostet? Besonders bei PC-Games liest man häufig, warum die App keine Artikel anbietet. Rainer Rosshirt ist da direkt und erzählt diesen Leuten die Welt (“Auch wir müssen Rechnungen bezahlen”).

Ich kenne auch (Arschl…) Kollegen, die sich zwar von der ver.di ihre Lohnerhöhung erstreiken lassen (von mir u.a.) und danach direkt austreten, weil die 1% vom Brutto ihnen zu teuer sei. Klar, können sie machen, aber dann halt auch so fair sein und dann nicht jammern, warum sie keinen Rechtsschutz mehr haben oder der alte Tarifvertrag nicht für sie gilt etc.

Ich kaufe mir auch aus Prinzip immer die Deluxe-Versionen. (Allerdings kaufe ich in Steam ca. zwei Spiele pro Jahr). Wenn ich meinem Hobby nachgehe, dann richtig.

schneemann72

Wusst ichs doch, ich bin nicht der Einzige! Dann besteht ja noch Hoffnung auf bessere Zeiten…

Als Jahrgang 72 kotzt mich diese “Umsonstkultur” einfach nur an!
Wenn ich daran denke, dass früher PC Spiele nicht unter 100DM zu kriegen waren und Auswahl bzw. Qualität Fremdwörter, ja dann möchte ich mal die Jammerer von heute hören!

Am Ende des Tages wollen einige dann doch in denn Spiegel schauen können -in diesem Sinne fröhlich bleiben…

Braun

“viele Produkte haben Optionen oder Luxusausgaben um den Preis für die Masse niedrig zu halten.”

Interessanter Gedanke.
Ich dachte bisher immer, das wäre umgekehrt: Produkte gibts in geringfügigeren Varianten, um auch noch kleinere Geldbeutel zu öffnen. Und zwar deshalb, weil Dein Gedanke nahe legt, die Versorgung mit Produkten wäre der Zweck ihrer Produktion. Das kann ich beim besten Willen nicht entdecken, lasse mir das aber gern zeigen.
Ich stimme aber insofern dem Gedanken zu, daß es egal ist, unter welchem organisatorischem Vorzeichen ein DLC (oder sonst was) entsteht.
Letztlich macht man es dann eben doch, wie der Nutzenmaximierer: “Kann und will ich mir das leisten?”
Viel größere Geheimnisse stecken da immer nicht drin; oder? Auch wenn jeder voll die total individuellen Gründe und Gefühlslagen dazu hersagt.

schneemann72

Da war ich wohl etwas zu plakativ…
Eine philosophische Diskussion über “Kapital und Altruismus” will ich hier nicht aufs Tapet bringen, nur soviel: Die Menschen handeln um sich zu verbessern, sprich Gewinn zu machen…

Gerade im Konsumgüter bzw. Investitionsbereich gibt es das “Brot und Butter” Geschäft, mit diesen Produkten werden maximal die Betriebskosten gedeckt, aber für Gewinn ( den Grund des Handelns ) brauch ich Varianten die eine gute Marge haben.

Man stelle sich VW vor die nur noch den Golf verkaufen -binnen kurzem wär VW pleite. Ob das gute oder schlechte Politik ist sei dahin gestellt.

doc

Die Preise sind zwar kaum gestiegen, dafür ist die Menge der Abnehmer extrem stark angestiegen. Alleine die Verkäufe von Konsolen.
Dazu kommt viele Spiele als digitale Inhalte verkauft wird, dabei werden Verpackung/Versand und Zwischenhändler gespart bzw sind als Zwischenhändler günstiger, z.B. Steam.
Stichwort Sales! Spiele verkaufen sich ja nicht im Vollpreis weniger dadurch das es Sales gibt. Eher sind die Sales zusätzlich, zwar günstiger aber obendrauf. Viele kaufen sich Spiele und spielen die gar nicht, sondern haben die mal für später! *hust* 🙂

Stephan Wilke

Solange es kosmetischer Natur bleibt, schlage ich gern das ein oder andere mal zu. Aber sobald man sich (entscheidende) Vorteile kaufen kann, geht es gerade im Bereich der Vollpreisspiele nicht mit einer gesunden Geber-Nehmer-Politik einher.
Fazit: Kosmetisch = Klar
P2W = Never

MMO fan

@„Muss jeder selbst wissen, ich gebe mal kein Extrageld aus.“ Solange sich die Mikrotransaktionen nur auf die Kosmetik beschränken, fährt man damit sicher nicht schlecht.

Eher dafür, solange keiner Vorteil bekommt, gerne.

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