Mein MMO fragt: Wie steht ihr zu Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln?

In unserem heutigen „Mein MMO fragt“ dreht sich alles um Mikrotransaktionen. Gerade bei Vollpreisspielen sind sie unter Zockern stark in der Kritik. Was sagt ihr dazu?

Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln nehmen zu

World of Warcraft GoldImmer häufiger bauen Publisher sogenannte Mikrotransaktionen in ihre Games ein; inzwischen scheint es dabei völlig egal zu sein, ob die Spiele zum Vollpreis angeboten werden oder ob sie – auf den ersten Blick – Free2Play sind. Gerade bei Letzteren hat man sich mittlerweile mehr oder weniger daran gewöhnt, dass man entweder Zeit oder Geld investieren darf, um im Spiel voranzukommen.

Aber auch immer mehr Vollpreistitel setzen auf Mikrotransaktionen. Prominente Beispiele sind Evolve, die FIFA-Reihe oder seit letztem Herbst sogar Destiny.

Was sind Mikrotransaktionen?

Für all diese Spiele (und natürlich unzählige weitere) stehen kleinere oder größere Pakete zur Verfügung, die mit „Echtgeld“ erworben werden können. Meist wurde dazu ein kleiner Ingame-Shop eingerichtet, wie beispielsweise das Everversum im Turm von Destiny. Hier kann man gegen bare Münze eine bestimmte Währung erhalten (im Fall Destiny „Silber“, bei FIFA 16 sind es „FIFA Points“), die man in nützliche oder einfach nur schöne Dinge investieren kann.destiny-everversum

Es ist zu unterscheiden, ob diese Käufe einen Level-Boost bewirken, ganze Spielinhalte freischalten oder nur kosmetischer Natur sind.

Mikrotransaktionen nur für die Kosmetik?

Destiny-TessGerade bei Vollpreistiteln, für die man locker mal 60 Euro an der Kasse hinblättern darf, beschränken sich die Mikrotransaktionen überwiegend auf die Kosmetik oder auf optionale Inhalte, die nicht spielentscheidend sind. Bei Destiny könnt ihr euch lediglich amüsante Gimmicks, wie zusätzliche Gesten oder Tänze, kaufen, alle wichtigen Spielinhalte sind für jedermann verfügbar.

In FIFA 16 kommt man mit FIFA Points im Ultimate Team schneller voran, da man in einem Rutsch einige Packs öffnen kann, für die man sonst zahlreiche Spiele daddeln müsste. Aber auch hier sind Mikrotransaktionen völlig optional; es muss kein weiteres Geld investiert werden, um alle Spielmodi und alle Inhalte erfolgreich spielen zu können. Es kann aber auch vorkommen, dass man den Überblick ein wenig verliert und – schwupps – 5000 Euro von Papas Kreditkarte flöten sind.

fifa-16-fifa-points

Bei Evolve sind die Leute auf die Barrikaden gegangen, als man erfuhr, dass das Spiel voll auf Mikrotransaktionen setzt und neue Monster um die 15 Euro kosten werden. Spieler, die nach dem Erwerb des Spiels also nichts mehr ausgeben möchten, sind in ihrer Auswahl auf 12 Jäger und 3 Monster beschränkt, die sie im Laufe der Zeit freispielen können. Freilich gibt es auch einige Sparangebote, jedoch wären die meisten Spieler sicher glücklicher, wenn sie den Nervenkitzel dieses Spiels ohne weitere Investitionen in vollem Umfang genießen könnten. Schließlich hat man ja ein Vollpreisspiel bezahlt.

Alles nur eine Frage des Preises?

Evolve KrakenEs kommt natürlich immer darauf an, was denn so ein Paket nun kostet. Handelt es sich um ein paar Cent oder ein bis zwei Euro, macht da niemand einen großen Aufstand. Aber 15 Euro für ein einziges Monster in Evolve oder allein die Möglichkeit in FIFA 16, auf einmal bis zu 99 Euro für „Mikro“transaktionen ausgeben zu können, lässt den ein oder anderen mit Sicherheit kräftig schlucken. Auch in Destiny sind fünf Euro für 500 Silber recht happig. Viel kann man sich da nicht von kaufen. Angesichts dieser Entwicklung auf dem Spielemarkt ist es keinesfalls verwunderlich, dass der digitale Umsatz enorme Ausmaße angenommen hat und in Zukunft wahrscheinlich nicht abnehmen wird.

Was meint nun ihr? Seht ihr Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln als inakzeptable Geschäftemacherei oder steht ihr dem Ganzen gleichgültig gegenüber, ganz nach dem Motto: „Muss jeder selbst wissen, ich gebe mal kein Extrageld aus.“ Solange sich die Mikrotransaktionen nur auf die Kosmetik beschränken, fährt man damit sicher nicht schlecht.

Oder seht ihr das völlig anders und sagt: „Hey, klasse, da investiere ich gerne mal fünf Euro und rage mit meinen neuen Dancemoves endlich aus der Masse heraus?“

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