Mein MMO fragt: Kann ein MMORPG auch ein gutes Single-Player-RPG sein?

MMORPGs und Single-Player-RPGs gehören im Grunde demselben Genre an – den Rollenspielen. Und doch gibt es teilweise fundamentale Unterschiede. Daher lautet unsere heutige Frage: Kann ein MMORPG auch ein gutes Single-Player-RPG sein?

Viele MMORPGs lassen sich heutzutage gut alleine spielen – zumindest bis zu einem gewissen Punkt und, wenn man nicht alle Inhalte wie Raids machen möchte. Neverwinter beispielsweise kann zumindest zu Beginn komplett alleine gespielt werden. Auch in The Elder Scrolls Online braucht man für die Storyinhalte so gut wie nie Hilfe von anderen Spielern.

Bedeutet dies aber, dass diese Spiele auch gute Single-Player-RPGs sind? Würde man beispielsweise alle anderen Spieler aus dem MMO entfernen und es offline spielbar machen, wäre ein Neverwinter oder ein The Elder Scrolls Online dann automatisch ein gutes Single-Player-RPG, das man mit Fallout 4 oder The Witcher 3: Wild Hunt vergleichen könnte?

The Elder Scrolls Online

Etwas derartiges versucht das Entwicklerstudio Portalarium mit Shroud of the Avatar. Das Spiel will sowohl MMO-Fans als auch Single-Player-Spieler ansprechen und bietet sogar einen Offline-Modus. Wird sich dieser Offline-Modus aber so spielen, wie beispielsweise Fallout 4?

Viele Mechaniken von MMORPGs sind deutlich anders als die von Single-Player-RPGs. Beispielsweise das Respawning von Gegnern. In einem MMORPG ist es eigentlich unerlässlich, dass Monster respawnen, denn die anderen Spieler wollen diese schließlich auch besiegen. In einem Single-Player-RPG dagegen steht eher das Gefühl im Vordergrund, etwas erreichen zu wollen und einen dauerhaften Einfluss auf die Welt zu haben – und dazu zählt beispielsweise auch, einen Wald von all den dort lebenden Banditen befreien zu können, sodass anschließend Händlerkarawanen ungehindert passieren können.

Ein anderes Beispiel sind Kampfsysteme – während in einem MMO immer die Latenz eine Rolle spielt, weswegen aktive, actionbasierte Kampfsysteme schwer umzusetzen sind, ist ein World-of-Warcraft-ähnliches System in einem Single-Player-RPG eher langweilig.

Shroud of the Avatar KampfAndreas meint: Single-Player-Rollenspiele und MMORPGs unterscheiden sich in vielen Spielmechaniken. Ein Single-Player-Game auf einem MMO-Grundgerüst aufzubauen, ist bestenfalls schwierig, denn man würde immer das Gefühl haben, ein MMORPG zu spielen, bei dem es einfach keine Mitspieler gibt.

Andersrum wäre es sicher genauso: Einfach andere Spieler in Fallout 4 einzufügen, würde das Game noch lange nicht zum MMORPG machen. Ein Spiel, das beides sein will, hat es schwer, auch beide Communities zufrieden zu stellen. Im Grunde müsste man zwei separate Spiele entwickeln. Denn sonst leiden beide Modi und man stellt vielleicht beide Communities nicht zufrieden.

Wie seht ihr dies? Ist es eurer Meinung nach möglich, aus einem MMORPG auf einfache Weise ein Single-Player-RPG zu machen, indem man es einfach offline spielen könnte? Die Idee wäre ja beispielsweise, dass man ein MMO auf diese Weise auch dann noch weiterspielen könnte, wenn die Server abgeschaltet werden. Was meint ihr? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

Neverwinter

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