Beim MMORPG mit dem historisch besten Start auf Steam läuft es unrund. Daher ziehen die Verantwortlichen jetzt drastische Konsequenzen – mit einem neuen Chef-Entwickler soll alles besser werden.
Um welches MMORPG geht es? Als Lost Ark am 11. Februar 2022 von Amazon Games in den Westen gebracht wurde, konnte das Online-Rollenspiel von Smilegate den historisch besten Start aller MMORPGs auf Steam feiern. Über 1,325 Millionen Spieler waren zeitweise parallel auf den Servern (Quelle: steamdb.info). Da konnten auch die späteren Amazon-Launches von New World und Throne and Liberty nicht mithalten.
Von dem enormen Starterfolg ist mehr als 4 Jahre später kaum noch etwas zu sehen. Zuletzt befinden sich keine 7.000 Fans mehr auf den Servern. In den vergangenen 30 Tagen waren nur noch 37 Prozent der neuen Rezensionen auf Steam positiv.
Während viele westliche Spieler schon vor Jahren vor allem durch das Bezahlmodell, die Masse an Bots sowie den hohen Grind-Faktor vertrieben wurden, haben die Entwickler von Lost Ark andere Baustellen ausgemacht (wie die fehlende Zugänglichkeit und das Design der jüngsten Extreme-Raids) – und jetzt reagieren sie mit einem Paukenschlag.
Mehr Fokus auf Solo-Gameplay und Zugänglichkeit
Was ändert sich? Beim On-Air-Livestream für Saison 3 auf YouTube kündigten die Verantwortlichen umfassende Maßnahmen an:
- Jeon Jae-hak ist nicht mehr der Game Director von Lost Ark. Er muss seine Führungsrolle an Lee Byung-tak abgeben, der in Lead-Positionen vorher unterschiedliche Bereiche innerhalb des Teams geleitet hat.
- Das Endgame von Lost Ark soll in Zukunft wieder zugänglicher werden, mit 4 Raids pro Jahr und einer klaren Struktur. Ein Teil der Herausforderungen soll sich dabei ganz bewusst an Gelegenheitsspieler richten.
- Lost Ark bekommt levelbare KI-Gefährten, ähnlich wie WoW, Final Fantasy XIV oder Elder Scrolls Online. Diese können in Kämpfen als Tank, Heiler oder Schadensverursacher unterstützen, und das auch in Solo-Raids und anderen Inhalten. Auf die Art möchte man Lost Ark solo-freundlicher und den Übergang zu Gruppen-Gameplay angenehmer gestalten.
- Klassen-Balance soll stark verbessert werden, zudem möchte man diverse Support-Spielweisen erleichtern und mit der weiblichen Scharfschützen eine neue Klasse bringen.
- Man möchte kommende Progressionssysteme weniger komplex und dafür intuitiver gestalten
Wie bewertet Karsten Scholz die Maßnahmen? Eine verbesserte Zugänglichkeit kann Lost Ark sicherlich gebrauchen. Obwohl man durch die ständigen Aufhol-Events zeitnah das Endgame erreichen kann, erwartet einen dann ein komplexes Monster aus Systemen, Grind und knallharten Inhalten. Doch wird das aus meiner Sicht nicht reichen, um für das MMORPG die Trendwende zu schaffen.
Die Probleme liegen fundamentaler. Ähnlich wie ein Throne and Liberty und Aion 2 leidet auch ein Lost Ark stark unter dem Bezahlmodell und einer Ingame-Wirtschaft, die durch eine Echtgeld-Währung korrumpiert wird. Dieses Fundament müsste man erst niederreißen und neu aufbauen, um die größten Baustellen des Spiels fixen zu können: Bots und Pay2Win. Doch das wird nie passieren. Oder seht ihr das anders? Verratet es mir gern in den Kommentaren!
Ein Grund, warum Lost Ark damals so durch die Decke gegangen ist, war das Fehlen frischer Konkurrenz. Es gab 8 Jahre keinen so großen MMORPG-Release mehr. Zum Glück sieht die nahe Zukunft sehr viel besser aus. Allein was jetzt im November startet, ist einfach nur wild: Diese Woche ist eine der besten für Fans von MMOs – welches Spiel werdet ihr zocken?
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