LoL zensiert offenbar „Hongkong“ bei den Worlds – Und ein Team heißt so

Bei League of Legends finden gerade die LoL Worlds 2019 statt. Das Team „Hong Kong Attitude“ hat es bis in die Hauptrunde der Weltmeisterschaften von League of Legends geschafft. Aber Caster sprechen jetzt nicht mal mehr das Wort Hongkong aus – wohl wegen des aufgeladenen politischen Klimas. Die verbessern sich jetzt live. Es wirkt wie eine Selbst-Zensur.

Um welches Team geht es? Das Team „Hong Kong Attitude“ hat sich durch die „Play Ins“ der Weltmeisterschaften von League of Legends gespielt. Die entscheidende Serie der Vorrunde haben sie gegen Isurus Gaming gewonnen, ein Team aus Argentinien.

Hong Kong Attitude gelang einer der Siege mit einem „Backdoor“-Play. Da greift das LoL-Team die feindliche Basis an, während die Gegner ganz woanders sind. Das sieht dann nach einem „Ups“-Moment aus, wenn die Gegner zu spät zu ihrer eigenen Beerdigung kommen.

 Das Team „Hong Kong Attitude“ gibt es seit 2017 unter diesem Namen.

Caster zensieren sich selbst: Hongkong … eh HK A

Das fällt jetzt auf: Offenbar gibt es eine Anweisung von Riot Games an die Caster und Analysten, dass der Name „Hongkong“ nicht mehr ausgesprochen werden darf.

Es gibt allein 3 Stellen, in denen ein Caster den Namen „Hong Kong Attitude“ sagt, sich dann aber selbst verbessert und daraus ein „HKA“ macht oder „HK Attitude“.

Diese Stellen hat ein Nutzer auf reddit aufgeführt:

In einer Szene (der Twitch-Clio oben) scheint der Caster nach seinem „Versprecher“ sogar leicht zu lächeln, aber dann blendet die Regie auch schon weg.

Hier ist es bei 3:55.

Hier ist es bei 8:53:

Woran liegt das? Das wird auf reddit diskutiert. Man glaubt, die Anweisung, nicht mehr „Hongkong“ zu sagen, kommt von Tencent, dem chinesischen Mega-Konzern hinter Riot.

Auf reddit glauben die Nutzer zudem, dass der US-Stream mit Zeitverzögerung ausgestrahlt wird. Interviews seien „vorher aufgezeichnet.“ Man will sich wohl die Option offenhalten, politische Äußerungen rauszuschneiden.

Was ist das mit Hongkong grade? Im Moment protestieren die Bewohner von Hongkong gegen den zunehmenden Einfluss von Festland China. Das hat politisch eine enorme Sprengkraft und China scheint das Problem aus der Weltöffentlichkeit raushalten zu wollen.

Die Protestierenden in Hongkong wollen aber gerade das Auge der Welt auf ihren Sorgen wissen.

Leute, die protestieren, nutzen Gaming-Kanäle als Forum für ihre politischen Überzeugungen und um Aufmerksamkeit auf Hongkong und die Situation dort zu lenken.

Weil ein Hearthstone-Profi in einem Livestream seinen Protest zum Ausdruck brachte, ist Hongkong gerade für Blizzard ein großes und unangenehmes Thema.

Update 10.10, 22:44 Uhr: Es gibt mittlerweile ein Statement von Riot zu dem auffälligen Umgang mit dem Wort „Hong Kong.“

LoL äußert sich zu „Hong Kong“-Zensur bei Worlds – Räumt Fehler ein
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Quelle(n): Dotesports
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Earl J Hickey
Earl J Hickey
1 Monat zuvor

Ja für Geld bückt man sich gerne, ekelhaft ein Regime, eine Diktatur zu unterstützten anstatt für Prinzipien einzustehen. Free HK, and Whinnie Pooh China !! Whinnie Pooh steht hier für fuck you.

N0ma
N0ma
1 Monat zuvor

Stimme zum Teil zu, man sollte aber nicht alles in einen Topf werfen. Beispielsweise wurde das Logo „Made in Germany“ von den Engländern erfunden weil die Deutschen damals englische Waren kopiert und billig nachgebaut haben. Heisst vor 100 Jahren waren, was das betrifft, wir die Chinesen.

Andre420
Andre420
1 Monat zuvor

Dumme Chinesische Regierung, wollen einen auf heile Welt machen aber die Probleme net realisieren, und da sagt man das die so schlau sind aber die Regierungen lassen ja eh zu wünschen übrig eigentlich egal über welches Land man spricht aber das die so übertreiben müssen mit von wegen ein Städte namen nicht aussprechen also ehrlich wie kann man so rum heulen. xD

disqus_fOg49XXyGA
disqus_fOg49XXyGA
1 Monat zuvor

Tja selbst Schuld und kaum verwunderlich, wenn man den Chinesen die Möglichkeit gibt in jedem zweiten großen (Aktien)Unternehmen ihr Geld zu investieren und dadurch eben solche Abhängigkeiten hervorzurufen.

vanillapaul
vanillapaul
2 Monate zuvor

Das Ganze ist einfach nur lächerlich wenn der vorrauseilende Gehorsam schon so weit geht. Man muss ja nicht mal den Moralapostel mimen und sich in der Geschichte gegen China und für Hongkong positionieren, aber man sollte als Unternehmen immerhin noch den Kopf oben behalten.
Alles anderebist lächerlich.

alfredo
alfredo
2 Monate zuvor

in china läuft das nunmal anders. wenn man da als unternehmen was gegen die politik sagt gibts kein unternehmen mehr oder die führung des unternehmens wird getauscht. die leute wollen alle nur ihren job behalten.

Farson Kuriso
Farson Kuriso
2 Monate zuvor

Richtig, so lächerlich das für uns klingt, als Firma kannst da nur verlieren, da ist es egal wie riesig deine Firma ist.

Andre420
Andre420
1 Monat zuvor

True Story ????

Abanox
Abanox
2 Monate zuvor

Jau wie wärs mal mit einer Meldung zu Blizzard oder traut ihr euch nicht?

vanillapaul
vanillapaul
2 Monate zuvor

Wie wär es mal du klickst auf die dazugehörigen Artikel https://mein-mmo.de/blizzar…. Oder traust du dich nicht?

Abanox
Abanox
2 Monate zuvor

Uff mein Fehler. Hatte das nicht gesehen. Chill

KnopfChaos
KnopfChaos
2 Monate zuvor

Gibt 2 neutrale Artikel zu dem Thema. Gestern und heute. Falls du die Geschichte mit Hearthstone meinst.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
2 Monate zuvor

Das mit „China“ haben wir schon x-Mal behandelt. Was da passiert, was dahintersteckt, was es für Probleme mit Lizenzen gibt – wie schwierig es für US-Firmen ist, dort Geschäfte zu machen, welche Kompromisse US-Firmen eingehen, wie sich die chinesische Regierung ins Gaming einmischt.

Es hat über Jahre kaum wen gekümmert. Das ist jetzt das erste Mal, dass das wirklich hochkocht.

Weil’s jetzt heißt „Ihr berichtet da neutral darüber“: Wir hatten das schon echt oft auf der Seite.

Das ist ein Thema, das ich z.b. sehr spannend finde. Auch weil das eben komplett „unterm Radar“ abläuft.

vanillapaul
vanillapaul
2 Monate zuvor

Dein erster Absatz ist auf jedes Geschäftsfeld übertragbar. Im Sportbereich trifft es gerade die Houston Rockets und die Übertragungen der Spiele im chinesischen Fernsehen, sowie Sponsorenverträge und der Verkauf von Merchandise.
Die NBA und deren Spieler dürfen sich normalerweise über jeden Missstand äußern ohne Strafen von der Liga zu riskieren. Nur China ist tabu. China hat jetzt jegliche Kooperationen gecancelt. Inwieweit das jetzt Auswirkungen auf die Redefreiheit der Spieler hat ist noch nicht absehbar. Aber wahrscheinlich keine guten, denn China ist der wichtigste ausländische Markt für die NBA.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
2 Monate zuvor

Ja, das stimmt. Es ist leise Protest von deutschen Firmen zu hören: Industrie-Spionage, Plagiate, wird immer schwieriger in China Geld zu machen. Aber das ist alles unterm Radar, weil keiner groß negativ auffallen möchte.

Wir beschäftigen uns hier eben nur mit Gaming: Aber es ist völlig richtig, dass es ein Problem ist, die jede Firma hat, die in China Geld verdienen will.

vanillapaul
vanillapaul
2 Monate zuvor

Das ist ja das Paradoxe an der Sache. Das China Industriespionage betreibt wird seit Jahren vermutet, teilweise auch schon belegt und trotzdem gehen viele Firmen Kooperationen mit ihnen ein oder bauen durch chinesische Strohmänner Niederlassungen und Werke.
Aber den Preis muss man wohl zahlen wenn man weiterhin Wachstum haben will.

KnopfChaos
KnopfChaos
2 Monate zuvor

Die Artikel waren doch neutral. Ist ja auch normal, so berichtet man in der Regel. Ist ja ein Artikel und kein Kommentar. Ich denke dieses Mal ist es relevanter, weil eine Privatperson betroffen ist. Ja es mag da einen Vertrag oder eine Zustimmung für einige Klauseln geben, aber es ist kein Angestellter. Sonst hab ich auch immer eher mitbekommen, dass zensiert und verboten wird oder auch Partner aus dem chinesischen Raum her müssen. Das waren Geschichten zwischen Unternehmen und dem Staat. Nun wird jemanden etwas weggenommen, was er sich ehrlich verdient hat. Man stelle sich mal vor, Tipico nimmt mir… Weiterlesen »

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
2 Monate zuvor

Wir hatten einen Artikel gestern gegen 11 und heute einen zweiten gegen 10. Ich denke, wir waren da Deutschlandweit mit die Ersten.

Einer der Artikel zu Hearthstone ist sogar direkt hier im LoL-Artikel verlinkt. grin

„Traut Ihr Euch nicht“ -> Ich weiß nicht, wie du dir das hier vorstellst.

Jeder, der unsere Seite kennt und verfolgt, sollte wissen, dass wir schon immer Kritik geäußert haben, wo es uns angebracht schien.

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