Verdächtige Spieletester betrügen kleine Indie-Entwickler auf Steam – Fiese Masche wurde jetzt aufgedeckt

Verdächtige Spieletester betrügen kleine Indie-Entwickler auf Steam – Fiese Masche wurde jetzt aufgedeckt

Der Indie-Entwickler Fabrice Breton beschuldigt viele Kuratoren auf Steam, dass sie eine fiese Masche nutzen würden, um an kostenlose Keys zu kommen. Über ein kleines „Experiment“ versuchte er, solche Betrüger aufzudecken. Am Ende löschte Steam offenbar fast ein Dutzend Kuratoren-Seiten.

Der Entwickler Fabrice Breton gab einen interessanten Einblick in seine Arbeit. Er stellte dar, wie viele Anfragen man bekommen würde, wenn ein neues Indie-Spiel online geht. Plötzlich wollten alle einen Key für sein neues Spiel „BROK the InvestiGator“ haben.

Dabei handelt es sich um ein Point&Click-Adventure, obwohl Breton es auf Steam lieber als „Punch&Click“ bezeichnet (via steam.com).

Viele der Anfragen auf einen Spiele-Key zum Testen beriefen sich dabei auf eine Kuratoren-Seite auf Steam. Im Vorfeld hatte Breton erfahren, dass diese Kuratoren-Seiten auch gern genutzt werden, um kostenlose Keys abzugreifen und diese über Key-Reseller zu Geld zu machen (via reddit.com).

Er schaute sich einige Kuratoren-Seiten an und entdeckte verdächtige Indizien – generische Namen, immer wieder eine ähnliche Anzahl an Followern oder dieselben Administratoren fielen ihm auf.

Breton wollte auf die betrügerische Masche aber nicht reinfallen und dachte sich ein kleines Experiment aus, um die „guten“ von den „bösen“ Kuratoren zu unterscheiden. Wie gut das funktioniert, hat er wohl selbst nicht erwartet.

Dass die Entwicklung eines Indie-Titels nicht so leicht ist, zeigt folgendes Video:

Demo sorgt für negative Reviews und gebannte Kuratoren

Der Entwickler schickte viele Keys raus, allerdings nur von einer Demo-Version und nicht vom vollständigen Spiel.

Sein Gedanke dahinter: Echte Spieletester würden sich erneut bei ihm melden und um die vollständige Version bitten. Die entsprechenden E-Mail-Anfragen würden nicht so aussehen, als wären sie Massen-Ware – Copy/ Paste, um schnell und einfach Keys abzugreifen.

Dann nahm die Story ihren Lauf.

Die ersten Reaktionen waren viele positive Reviews durch die Kuratoren, denen er Keys geschickt hat. Doch dann änderte sich das Bild und die ersten negativen Reviews tauchten auf. Es gab sogar einige Fälle, in denen ein positives Review zu einem negativen verändert wurde.

Sein Spiel war auf einigen Kuratoren-Seiten sogar das einzige, das negativ bewertet wurde. Etwa bei einer Seite mit über 200 Rezensionen:

Für Breton war klar: Hierbei handelt es sich eindeutig um eine Betrugsmasche. Hinter dem Deckmantel des Kuratoren-Systems greifen dreiste Betrüger die Keys ab und versilbern sie bei Key-Resellern zu echtem Geld.

Allerdings waren die Kunden der Reseller wohl nicht zufrieden mit ihren Demo-Keys. Die beschwerten sich bei den Verkäufern und das wiederum führte zu den negativen Reviews.

Breton meldete einige Kuratoren-Seiten bei Steam und auch Reddit ist auf die Sache aufmerksam geworden. Der User „darklinkpower“ hat ein Muster hinter vielen Kuratoren-Seiten erkannt und aufgedeckt, dass oft ein ganz bestimmter Admin Teil der Seiten ist (via reddit.com).

Steam bannte am Ende mindestens 20 Kurator-Seiten, die sich aufgrund des „Experiments“ als Betrug herausstellten. Laut darklinkpower gaben 9 davon eine negative Bewertung für BROK the InvestiGator ab und 11 waren mit dem Admin verbunden, den der User als Betrüger anklagte (via reddit.com).

Das ist zumindest eine kleines Happy End. Denn das Problem mit den Key-Resellern besteht weiterhin.

Fabrice Breton hat daraufhin Steam angeschrieben und bittet um eine Überarbeitung des kompletten Kurator-Systems (via twitter.com). Für ihn lädt der aktuelle Aufbau dazu ein, eine solche Betrugsmasche zu fahren.

So kann man über „Curator Connect“ maximal 100 Kuratoren über Steam direkt einen Key schicken. Allerdings muss die Organisation trotzdem über E-Mail laufen, das Kurator-System sieht keine Kontakt-Aufnahme vor. Zudem können Kuratoren ein Spiel auf Steam bewerten, ohne es in der Bibliothek zu haben.

Er bittet in einem abschließenden Tweet alle Gamer darum, keine günstigen Keys von Key-Resellern zu kaufen (via twitter.com). Entwickler hätten in der Regel nichts davon und besonders für Indie-Entwickler sei jeder Dollar, jeder Euro wertvoll.

Lasst uns eure Meinung zu dem Thema in den Kommentaren da. Was haltet ihr zudem von Key-Resellern? Wollt ihr lieber eine positive Story über einen Indie-Entwickler lesen, dann schaut hier vorbei: Indie-Entwickler bricht live in Tränen aus, als sein Spiel finanziert wird

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xerz

Als Indie-Entwickler ist das wirklich schlimm, denn normalerweise will man den Nutzern ein tolles Spiel liefern. Spiele werden durch Feedback entwickelt, und Nutzer bewerten Spiele, wie es sein sollte. Leider hat man als Indie-Entwickler das Problem, dass man von gefälschten Bewertungen geplagt wird, nur weil man keine kostenlosen Keys vergibt. Du bekommst per. Mail oder Discord 1000e von Anfragen von Youtubern, Influencern oder Kuratoren etc. Davon sind 90% aller Nachrichten gleich und fragen immer nach 3 bis 5 oder 10 Keys. Wenn man keine herausgibt, dauert es weniger als 1 Stunde und man bekommt eine schlechte Bewertung. Das Spiel wird gekauft, kurz angeschaltet und bewertet. Und zu guter Letzt noch Refundet. In allen Emails steht immer, wir bitten Sie, uns die Keys per mail zu schicken, weil wir so besser mit unserer Community zusammenarbeiten können.

Ich denke, dass viele Benutzer bereits gesehen haben, ich spiele nur 10 – 20Minuten und kenne das ganze Spiel Bewertungen.

Kuratoren sollen normalerweise Indie-Entwicklern helfen, Werbung zu machen und Nutzer über das Spiel zu informieren. Aber ich persönlich finde es sinnlos, da die meisten keine Erfahrungen austauschen und das System nur nutzen, um alles umsonst zu bekommen. Die Bewertungen sind meistens alle gleich. Ich vergebe nur an Kuratoren, bei denen ich sehe, dass alle Bewertungen individuell sind und auch das Spiel widerspiegeln.

Außerdem gibt es auch normale Nutzer, die einerseits auch so fies sein können, wenn man nicht tut, was sie wollen, gibt es auch eine schlechte Bewertung.

Und nein Entwickler wollen nicht nur euer Geld.

Kurze Erklärung:
Auch Kosten für ein Spiel, ich lese oft, dass sich User sogar über 10 Euro Spiele beschweren. Leider wird immer vergessen, dass Indie-Entwickler immer als Unternehmer handeln und davon leben müssen, mit und ohne Familie.

Kurzer Einblick: Steam 30% Anteile, Mehrwertsteuer die bis zu 30% betragen kann, Epic 5% Anteile, Banktransfair z.B. USA nach DE fast 50 € pro Überweisung, Bankgebühren, Versicherungen, Stromkosten, Steuerberater, Wohnkosten, Lizenzgebühren, Krankenversicherung die bis zu 1000 Euro pro Monat kosten kann (je nach Einkommen) usw. usw. Und zu guter Letzt gibt es noch eine Schippe obendrauf, das Nettoeinkommen wird auch noch einmal besteuert. Und Bitte nicht vergessen, jeder kann das Spiel NUR EINMAL KAUFEN und das Spiel Kostet in allen Ländern Unterschiedlich.

Ja, nichts mit reichen Entwicklern. Selbst Spiele, die gehyped werden, bekommen die Entwickler am Ende des Monats und Jahres das Heulen. Da gibt es nur 2 Möglichkeiten, es schlägt bei vielen ein wie eine Bombe, oder es hilft dir ein paar Monate über die Runden, um dann wieder Arbeit zu suchen.

Natürlich wollen Sie Geld verdienen, natürlich mehr als ein Angestellter. Sie wollen auch etwas für sich selbst schaffen um sich auch mal was größeres Leisten zu können. Was jeder auf der Welt irgendwie erreichen möchte.

Sorry, das musste ich loswerden. 😶

Daisenso

Dann sollten die Keys für Kuratoren nur ein paar Wochen gültig sein und dann muss man das Spiel kaufen.

MeisterSchildkröte

mir war nicht klar, dass key seller ein problem für die entwickler darstellen. dachte eher steam wird da bei der gewinn beteiligung übergangen. wie genau funktioniert das denn? die reseller werden ihre keys ja nicht nur auf solch fragwürdige weise bekommen. kann mich da wer aufklären?
will keinen entwickler um sein verdientes geld bringen, aber muss auch auf meines ein wenig gucken ;D

ShepardsClone

Als Käufer weißt du nie, aus welcher Quelle die Keys stammen. Manche werden mit gestohlenen Kreditkarten gekauft und dann auf den bekannten Seiten weiterverkauft. Meldet der Kreditkartenbesitzer den Betrugsfall, müssen die Entwickler die Kosten plus Transaktionsgebühren zurückerstatten. Also entgeht ihnen nicht nur Geld, nein, sie machen dadurch sogar Verlust.

Es gibt jedoch auch autorisierte Keyseller, bei denen du dir sicher sein kannst, dass die Keys aus seriösen Quellen stammen. Kennst du die Seite IsThereAnyDeal? Dort werden ausschließlich autorisierte Verkäufer gelistet und du kannst nebenbei bequem die Preise vergleichen. 🙂

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von ShepardsClone
MeisterSchildkröte

danke 🙂

xerz

Die Entwickler haben die Möglichkeit, Keys über andere Plattformen anzubieten. Aber auch das ist Steam ein Dorn im Auge, ich persönlich finde es richtig das Steam damit ein Problem hat. Aber es gibt Seiten, denen man vertrauen kann, leider kennen nur sehr wenige Nutzer solche Seiten. Aber eines kann ich dir sagen, die Preise dürfen sich nicht zu sehr zwischen Steam und den anderen Anbietern unterscheiden.

Caliino

Ich versteh ehrlich gesagt den Sinn hinter diesem Kurator-System sowieso nicht wirklich…

Für die Spiele-News-Seiten, Streamer und Co verstehe ich es ja noch da hier meist auch ausführliche Beiträge stehen.

Aber bei den gefühlten anderen 80% der Kuratoren sind das irgendwelche random Community-Gruppen die jedes Mal den gleichen Copy & Past Text da rein posten die absolut nichts mit dem Spiel oder einer Bewertung zu tun haben…..

Todesklinge

Die Kuratoren wareb sozusagen eine Hauseigene-Bewertungsmöglichkeit… sozusagen das was nun offizielle Seiten zur Berichterstattung/Test sind.

Daher war das die Idee gut, aber nicht so effektiv umgesetzt wie gedacht.

Caliino

Aber genau dafür gibt es ja schon die Rezisionen….

Wir gesagt: für offizielle Seiten oder ähnliches verstehe ich es ja in in gewisser Weise auch sinnvoll da man so eben auf andere empfohlene Spiele aufmerksam machen kann. Aber dass grundsätzlich jeder ein Kurator werden kann sehe ich nicht ein. Und was dabei rauskommen kann sieht man ja: es wird abused um kostenlos an Keys zu kommen die dann verkauft werden…

Todesklinge

Die Kuratoren sollten eigentlich über den Bewertungen stehen (nicht falsch verstehen). Wenn das Vertrauen vorhanden ist. Missbrauch gibt es überall, zugleich darf man nicht alle Kuratoren als schlecht ansehen.

Es gibt mehr als genug die ehrliche Arbeit machen und Spiele wirklich entsprechend Bewerten und Empfehlungen schreiben, oder auch nicht.

Das ist ähnlich wie bei einem sehr großen Online Händler, da können Bewertungen auch gekauft werden, obwohl nicht erlaubt.

Das ist allgemein ein schwieriges Thema.

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