GTA 6: „Jetzt verstehst du, warum es so lange gedauert hat“ – Rockstar diskutierte endlos, wie aufwendig ein Sandwich sein darf

Ein neuer Insider-Bericht zu GTA 6 gibt Einblicke in die Entwicklung des Action-Spiels und verdeutlicht, warum diese so lange gedauert hat.

Woher stammt die Aussage? Der in der Gaming-Industrie stark verknüpfte Branchen-Insider Jason Schreier hat einen großen Bericht zur Entstehung von GTA 6 auf Bloomberg veröffentlicht. Dabei sprach er unter anderem mit den leitenden Führungskräften von Rockstar Games, Nelson, Garbut und Hooker.

Ein Teil des Berichts thematisiert die während der Entwicklung gestellte Frage, wie realistisch das Spiel sein darf, und erklärt damit auch, warum das heißersehnte Action-Spiel so lange gebraucht hat.

Der Artikel entsteht im Breaking-Verfahren und wird weiterhin mit neuen Informationen ergänzt.
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Rockstar Games präsentiert GTA 6 im zweiten Trailer

Detailversessenheit und Realismus-Debatten prägten GTA-Entwicklung

Warum hat GTA 6 laut Bericht so lange gedauert? Um die Welt von GTA zu erschaffen, seien Mitarbeiter des Studios mehrfach nach Miami gereist. Sie begleiteten die Polizei, machten Luftaufnahmen und besuchten die angesagtesten Nachtclubs der Stadt.

Laut dem leitenden Grafiker Aaron Garbut bedeutet beispielsweise das Entwerfen eines Nachtclubs für GTA 6, jeden einzelnen Gast zu animieren und zu programmieren, Getränke zu kreieren, Musik hinzuzufügen, die Beleuchtung zu gestalten und die Musik auf diese Beleuchtung abzustimmen. Jennifer Kolbe, Rockstar Games Head of Publishing, kommentiert das mit dem Satz: „Und jetzt weißt du, warum es so lange gedauert hat.“

Die Entwicklungsdauer zeigt sich aber auch in anderen Bereichen des Spiels.

Ende 2019 soll das Grundgerüst der Story gestanden haben. Einige Gameplay-Elemente seien „No-Brainer“ gewesen, darunter etwa die satirische Darstellung der Open-World, das Stehlen von Autos und Schießereien mit Polizisten und anderen Kriminellen.

Andere Feinheiten haben jedoch eine größere Herausforderung dargestellt, da sie schwierig zu definieren gewesen seien. Darunter etwa die Frage: Wie realitätsnah soll dieses fiktive Miami sein?

Rätselraten, wann das richtige Maß Realismus erreicht und wann überschritten wird

Wieso hatte die Realismus-Debatte so großen Einfluss auf die Entwicklungsdauer? Rob Neson (Head of Development) erzählte etwa, dass er und die anderen Führungskräfte darüber diskutierten, ob man etwa beim Kaufen eines Bieres im Laden zum Kühlschrank gehen, sich das Bier holen, es zur Kasse bringen und manuell bezahlen müsste.

Ein anderes Beispiel des Berichts ist das Zubereiten eines Sandwiches. Es wird die Frage aufgeworfen, ob man zum Supermarkt gehen, die Zutaten kaufen und sich das Sandwich selbst zubereiten müsse.

Die bahnbrechende Grafik, sonst das Aushängeschild von GTA 6, wird dem Spiel hier zum Verhängnis: Wenn alles detailgetreu aussieht und die Spielsysteme so ausgefeilt sind, könnte es abschreckend wirken, wenn in bestimmten Bereichen dann ein Maß an Realismus fehlt oder zu kurz kommt, etwa wenn eine Bierflasche aus dem Nichts in der Hand des Protagonisten erscheint. GTA 6 könne im Vergleich zu anderen Spielen also nicht zugunsten von Spielspaß und Bequemlichkeit auf Realismus verzichten.

Die Entwickler überlegten also, was das richtige Maß ist. Sie diskutierten, wie viel Realismus notwendig ist und wie viel Realismus noch Spaß macht bzw. wann es zu viel wird.

Laut Schreier (via YouTube) habe es bis 2022 gedauert, bis Rockstar Games diese Balance gefunden hat.

Das Treffen solcher Entscheidungen sei auch zu einem gewissen Teil Rätselraten gewesen, weil ein Großteil des Spiels noch gar nicht fertig gewesen sei. Sie konnten sich also nicht einfach für einen „Realismus-Grad“ entscheiden und es im Spiel ausprobieren, sondern mussten Vermutungen anstellen.

Wie viel Realismus wünscht ihr euch für GTA 6 und wann wäre es zu viel? Wollt ihr manuell tanken fahren, Zutaten für Essen kaufen oder bevorzugt ihr bequemere Lösungen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Auch in Bezug auf die Grafik hat Rockstar Games versucht, das richtige Maß an Realismus zu finden. Laut einem früheren Interview von Rob Nelson sei Fotorealismus nicht das Ziel gewesen. Mehr dazu hier: Auch wenn GTA 6 die Grenze des Hyperrealismus austestet, will sich Rockstar bewusst zurückhalten: „Das ist nicht unser Ziel“

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