Bei einer neuen Tabletop-Miniatur musste MeinMMO-Redakteurin Caro feststellen: Da benötigt sie mehr als nur Kleber und Geduld, nämlich grünes Zeug … und das wortwörtlich.
Beim Zusammenbauen einer neuen Miniatur, einem schicken Drachen, der deutlich größer ausfiel, als ich beim Bestellen erwartete, traf mich eine Erkenntnis. Eine blöde Erkenntnis:
Die einzelnen Teile des Drachen, die ich zusammenkleben wollte, waren so schwer und leider nicht passgenau gedruckt, dass Kleber allein hier nichts reißen würde. So geht es nicht weiter. Außer …
Ja, außer ich springe über meinen Schatten und wage mich an ein ganz neues Territorium im Miniaturbau: dem sogenannten „Green Stuff“.
Green Stuff ist genau das, was der Name verspricht: grünes Zeug. Eine Modelliermasse, aus einer gelben und einer blauen Komponente, die wie Knete miteinander vermischt wird und dann nach 1–2 Stunden komplett aushärtet. Früher als Klempnerspachtel entwickelt, ist es heute im Modellbau beliebt, um Lücken zu füllen und einen ebenen Look zu schaffen.
„Das klingt ja gar nicht so kompliziert“, dachte ich mir und erkannte nicht, dass mir dieser Gedanke noch in den Hintern beißen wird.
Von Freunden zu Feinden zu … friedlichen Kollegen?
Green Stuff bekam ich wie die meisten meiner Komponenten im lokalen Tabletop-Store. Ich kaufte es von The Army Painter, da ich bisher mit ihren Produkten gut zurechtkomme. Es gibt jedoch noch mehr Händler, die ihr eigenes Green Stuff anbieten.
Zuhause begab ich mich daran, die eher rissigen Flügel, luftigen Achseln und Beinübergänge des Drachen zu retten.

Ich habe die Teile bereits mit Plastikkleber fixiert, doch die seitlichen Lücken machten mich einfach fertig. Jeder Miniaturfan wird das nachempfinden können.
Ich rollte ein bisschen was von der gelben und blauen Modelliermasse zusammen, um eine erbsengroße grüne Kugel zu erhalten. Diese rollte ich zu dünnen „Würmchen“, die ich dann in die Lücken stopfte. Leider erkannte ich: In den Tutorials sah das deutlich besser aus.
Das Zeug klebte an meinen Fingern, an meiner Schneidematte und an jedem falschen Millimeter der Resinhaut des Drachen, die es zufällig für eine Millisekunde berührte. Ich wusste, dass ich mich von meinem Perfektionismus verabschieden musste. Denn nun ging es einfach nur um die bloße Rettung des Modells und Schadensbegrenzung.


Drache operiert, Caro fix und fertig
Letztendlich ist das Ergebnis … eine ausreichende 4, mit einem zusammengekniffenen (und zwar wirklich ganz arg zusammengekniffenen) Auge vielleicht gerade noch so eine befriedigende 3.
In einem Hobby, in dem Ästhetik eine doch so große Rolle spielt, musste ich mich schlichtweg einfach darüber freuen, dass mein Drache endlich halbwegs zusammenhält.
Ich habe lieber eine unreine Oberfläche als klaffende Lücken oder den kompletten Verzicht auf manche Körperteile, weil das Modell zu schwer ist. Besonders dankbar für Green Stuff bin ich bei den Flügeln, denn die hätten allein mit dem Kleber niemals gehalten.


Ich glaube, Green Stuff und ich werden niemals Freunde werden. Aber wir haben Frieden geschlossen. Es hat meinen Drachen gerettet, und dafür wird es nicht in die Tonne geschmissen.
Habt ihr selbst einen Schritt oder eine andere Sache bei euren Miniaturen, die euch tierisch auf den Keks geht? Oder habt ihr generell bessere Erfahrungen mit Green Stuff gemacht? Tipps sind wirklich sehr, sehr, sehr willkommen.
Sonst bin ich beim Bemalen von Miniaturen um einiges entspannter. Vor allem, seitdem ich auf eine Art von Pinseln aufmerksam geworden bin, die beim Bemalen eine wahre Wohltat sind: Ein Tipp für 5 Euro macht meine Miniaturen so viel besser, dass ich direkt beim ersten Versuch laut jubeln musste
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