Gen Z kämpft mit Einsamkeit, shoppt jetzt online, ohne dabei Geld auszugeben

Wie sich Social Media und die digitale Welt schon in einigen Jahren verändern könnten, zeigt sich bereits jetzt in Südkorea.

Einsamkeit betrifft viele Menschen und nimmt auch wegen der sozialen Medien zu. Was paradox klingt, ist ein Fakt, der im sehr digitalen Südkorea längst gelebte Realität ist.

Der Mega-Stress, den die jungen Menschen im Land ertragen müssen, wird von den jungen Menschen durch eine ganz neue Art von Apps begegnet, die eigentlich gar nichts tun.

Einsamkeit und Stress können sehr belastend sein! Es gibt Menschen, die euch zuhören und helfen können. Wendet euch an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe (unter deutsche-depressionshilfe.de oder telefonisch unter 0800 / 33 44 533).
Speziell für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern/Bezugspersonen gibt es außerdem anonym, kostenlos und vertraulich Hilfe bei der Nummer gegen Kummer (nummergegenkummer.de).
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Die Gen Z muss in allen Bereichen des Lebens Einsparungen vornehmen, aber eine Branche trifft es härter als alle anderen

Fake-Apps gegen echte Probleme

Was sind das für Apps? In Asien und allen voran Südkorea sind Fake-Apps seit einiger Zeit voll im Trend. Stellt euch Folgendes vor:

Es ist Montagabend, ihr kommt nach einem stressigen Arbeitstag heim und auf euch wartet noch die Wäsche und das Kochen, nachdem ihr ohnehin schon 9 oder 10 Stunden gearbeitet habt. Am liebsten würdet ihr zumindest Essen bestellen, um euch etwas mehr Freizeit zurückzukaufen, doch eigentlich müsste man für die kommende Autoreparatur sparen.

In Südkorea greifen viele junge Menschen hier zu den Fake-Apps. Auf einer Seite können sich die Menschen Fake-Essen bestellen, das dann virtuell zubereitet und sogar bis zu ihnen geschickt wird. Es kommt zwar nie wirklich an, soll aber helfen, den eigenen Stress zu vergessen.

Das gleiche Prinzip gibt es mit Fake-Shopping-Apps, bei denen man Klamotten, Spielsachen oder andere Dinge „kaufen“ kann, sie aber gar nie erhält. So kann man auch den Abend beim Online-Shopping verbringen, ganz, ohne dabei einen Cent auszugeben.

Was bringt das? Den jungen Menschen hilft das Fake-Bestellen, um Stress abzubauen. Ähnlich macht es auch eine App für die Raucherpause. Sie simuliert eine Raucherpause auch für alle, die gar nicht am Krebsstängel ziehen.

Wer auf den Start-Button drückt, bekommt angezeigt, wer gerade online ist und kann zusammen mit den anderen Menschen eine virtuelle Raucherpause einlegen. Anonyme Nutzer hinterlassen dabei Nachrichten wie: „Ich will nach Hause“ oder „Ich schaffe es wieder durch einen weiteren Tag“, wie eine Nutzerin scmp.com berichtet.

Die virtuelle Raucherpause hilft genauso gegen Einsamkeit, wie die Shopping-Apps gegen den Stress der modernen Arbeitswelt helfen. Kim Heon-sik, ein Professor der Jungwon University, sagt, die Verbreitung der Apps hängt stark mit einer umfassenderen Onlinekultur zusammen, die auf ständiger Stimulation basiert.

Kim Heon-sik meint, das Phänomen unter Jugendlichen sei vergleichbar mit dem Anschauen von „Mukbang“, einer Art Online-Show, bei der Menschen anderen dabei zusehen, wie diese große Mengen an Essen zu sich nehmen, was dazu beiträgt, den Appetit der Zuschauer zu stillen, ohne dass sie im wirklichen Leben tatsächlich essen müssen.

In letzter Zeit gibt es immer mehr Inhalte, die es den Menschen ermöglichen, Dinge wie Alkohol, Zigaretten und Essen indirekt zu erleben […] Diese Seiten spiegeln auch den Wunsch wider, eine ähnliche Befriedigung oder Atmosphäre zu erleben, ohne im wirklichen Leben daran teilzunehmen.

Der Trend spiegele zudem die Erschöpfung und die Ängste unter jungen Menschen wider, so Kim. Selbst ein schwaches Gefühl gemeinsamer Präsenz könne eine Rolle spielen.

Wir leben in einer Zeit, die von Unsicherheit über die Zukunft und Burnout geprägt ist […] Die Menschen neigen heute dazu, Trost allein darin zu finden, sich online lose vernetzt zu fühlen. […] Schon das Gefühl, dass andere zur gleichen Zeit online sind – ganz gleich, wer sie sind –, kann dazu führen, dass Menschen das Gefühl haben, ihre Einsamkeit und ihre Ängste hätten nachgelassen […] Keine belastenden Beziehungen eingehen zu müssen, empfinden junge Menschen zudem als angenehm.“

Je mehr Zeit wir auf Social Media, der Arbeit und allein vor unseren Bildschirmen verbringen, desto weniger Zeit verbringen wir in der realen Welt, mit realen Menschen und bei realen Ereignissen. Glaubt ihr, dass solche Fake-Apps helfen können, gegen echte Einsamkeit und Stress anzukommen? Oder denkt ihr, das ist alles nur Quatsch? Schreibt es gerne in die Kommentare. Der Mitgründer von Steam gönnt sich nach drei Yachten jetzt auch endlich eine richtige Strandvilla

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