Telefonieren, SMS schreiben und vielleicht noch Musik hören: Was Anfang der 2000er bei einem Handy noch völlig normal war, wirkt heute fast schon einschränkend. Dennoch verzichten einige aus der Gen Z freiwillig auf ihr Smartphone und greifen lieber zu „Dumbphones“. Weniger Technik fühlt sich für sie wie ein Fortschritt an.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild von Chase Chappell auf unsplash.
Warum verzichtet Gen Z freiwillig auf Smartphones? Die 23-jährige Kendall Schrohe lebt in Washington, D.C. Jahrelang soll sie versucht haben, weniger Zeit mit Social Media und dem Scrollen auf ihrem Smartphone zu verbringen. Irgendwann hätte sie sich für eine radikale Lösung entschieden: Sie tauschte wohl ihr iPhone gegen ein einfacheres Handy.
Gegenüber CBS News beschreibt sie den Moment, in dem ihr iPhone weg war, als „Himmel auf Erden“.
Gen Z kämpfe nämlich oft mit der ständigen Erreichbarkeit. Auch Social Media werde teilweise als Belastung wahrgenommen. Bei „Dumbphones“ gibt es viele dieser Features schlicht nicht.
Das Praktische: Ganz auf moderne Annehmlichkeiten muss sie nicht verzichten. Ihr neues Handy von Dumb.co unterstützt weiterhin Anwendungen wie Karten, Uber oder Spotify. Social Media fällt jedoch weg.
Ein Leben ohne Smartphone kann sich „fast spirituell“ anfühlen
Ist das nur ein kurzfristiger Trend? Es gibt schon seit einigen Jahren junge Menschen, die bewusst auf ihr Smartphone verzichten. The Guardian berichtete bereits 2023 über den damals 21-jährigen Angelo Profera aus der Schweiz.
Als sein damaliges Smartphone kaputtging, soll er die Chance genutzt haben: Er hätte sich ein Handy ohne Internet gekauft. Von da an soll er lediglich noch telefoniert und SMS geschrieben haben. Zuvor hätte er sich oft unter Druck gesetzt gefühlt, ständig erreichbar zu sein und auf Nachrichten reagieren zu müssen.
Nach dem Wechsel soll Profera einige Veränderungen bemerkt haben. Statt langer Unterhaltungen über WhatsApp hätte er seine Freunde häufiger angerufen. Dadurch habe sich nach eigener Aussage die Qualität seiner Beziehungen verbessert. Auch bei seiner Arbeit als Ingenieur fühle er sich produktiver und selbstbewusster.
Das Leben ohne die ständige Ablenkung durch ein Smartphone beschreibt er sogar als „fast spirituell“.
Ist der Wechsel zum „Dumbphone“ einfach? Ganz problemlos ist der Schritt zurück nicht. Smartphones werden mittlerweile für Navigation, Online-Banking, Tickets oder QR-Codes benötigt. Auch im Beruf kann der Verzicht schwierig werden.
Der Guardian berichtet etwa von Menschen, die deshalb wieder zum Smartphone zurückkehrten oder es zumindest für bestimmte Aufgaben weiterhin nutzen.
Aber: Neuere Dumbphones versuchen, dieses Problem zu umgehen. Statt komplett auf moderne Funktionen zu verzichten, sollen Nutzer nur jene behalten, die sie tatsächlich benötigen. Social Media und das endlose Scrollen bleiben draußen.
Könntet ihr euch vorstellen, euer Smartphone gegen ein einfaches Handy einzutauschen, oder wäre euch der Verzicht auf Apps und Social Media zu groß?
Der Griff zum „Dumbphone“ ist übrigens nicht die einzige alte Technik, die Gen Z gerade wieder für sich entdeckt. Auch iPods, Camcorder und alte Handhelds feiern ein Comeback. Warum ausgerechnet Digital Natives wieder auf Technik aus den 2000ern setzen, lest ihr hier auf MeinMMO: Gen Z ist mit dem Internet aufgewachsen, jetzt setzen die Digital Natives wieder auf alte Technik
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