In bestimmten Branchen gelten 35 Stunden pro Woche als Standard. Große Unternehmen wollen davon weg und zurück zu 40 Stunden. Gewerkschaften sind strikt dagegen. Ab Oktober 2026 starten umfangreiche Tarifverhandlungen, wo dies zur Sprache kommen dürfte.
In Deutschland diskutiert man schon länger über Arbeitszeit, 40 Stunden pro Woche gelten in der Regel als Standard. Es gibt aber Ausnahmen. In Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Eisen- und Stahlindustrie, ist eine 35-Stunden-Woche der tariflich vereinbarte Standard.
Genau diese Ausnahmen würden große Industrieunternehmen in Deutschland gerne streichen und am liebsten zu einer 40-Stunden-Woche zurückkehren. Denn die Arbeitskosten seien ohnehin schon zu hoch und das würde die Kosten nur zusätzlich steigern.
Warum der Wechsel von 35 Stunden auf 40 Stunden hochumstritten ist
Mehr Arbeit für das gleiche Geld: Mitte des Jahres erklärte Martin Brudermüller, Aufsichtsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG, gegenüber dem Handelsblatt, dass Arbeitskräfte im Land „im internationalen Vergleich zu teuer geworden sind“.
„Wir sollten ernsthaft über eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche nachdenken“, sagte er gegenüber der deutschen Zeitung.
Und Mercedes-Benz ist nicht das einzige große Unternehmen, welches sich für eine 40-Stunden-Woche starkmacht. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie gibt es derzeit eine intensive Debatte über eine Rückkehr von der 35-Stunden-Woche zur 40-Stunden-Woche. Führende Wirtschaftsvertreter fordern diese Erhöhung der Arbeitszeit, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit in der Krise zu sichern. Führungskräfte argumentieren, dass hohe Arbeitskosten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands untergraben sollen (via marktundmittelstand.de).
Was Unternehmen hier oft nennen, sind die sogenannten Lohnstückkosten. Damit werden die Arbeitskosten bezeichnet, die für die Herstellung einer einzelnen Leistungseinheit oder eines Produkts anfallen. Das Argument: Während in Deutschland ein Bauteil beispielhaft 50 Euro kostet, liegen die Stückkosten in Polen nur bei 15 Euro (via bpb.de).
Wie reagiert die Gegenseite? Wenig überraschend: Die Gewerkschaften lehnen diesen Vorstoß strikt ab, etwa die Gewerkschaft IG-Metall. Diese erklären, dass mehr Stunden keine strukturellen Probleme der Industrie lösen würden und auch den Konkurrenzdruck aus Fernost nicht mindern würden. Hier werden oft internationale Lösungsansätze gefordert, anstatt einfache Arbeiter deutlich stärker zu belasten.
Die aktuelle Situation ist vor allem deswegen wichtig, weil im Oktober 2026 die Tarifverhandlungen zwischen den Industriegewerkschaften und den Arbeitgebern beginnen sollen (via wsi.de).
Offiziell gibt es in der Niederlande keine 4-Tage-Woche, doch der Arbeitsmarkt hat sich unbewusst so angepasst, dass viele Mitarbeiter dennoch nur 4 Tage pro Woche arbeiten. Das liegt auch daran, weil in der Niederlande ein deutlich flexibleres Arbeitssystem herrscht als in Deutschland: Die Niederlande hat versehentlich die 4-Tage-Woche eingeführt und zeigt, dass Beruf und Familie vereinbar sind
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