Das Telefon klingelt, ihr hebt ab und wartet. Gesagt wird erst einmal: nichts. Was für viele Menschen ziemlich unhöflich wirken dürfte, ist bei unbekannten Anrufern aber gar nicht so ungewöhnlich. Gerade der Gen Z wird oft nachgesagt, sich vom klassischen „Hallo“ am Telefon zu verabschieden. Das könnte sogar einen Vorteil haben.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild von Chase Chappell auf unsplash.
Warum sagt die Gen Z am Telefon nicht mehr „Hallo“? Bei unbekannten Nummern warten laut einer aktuellen Untersuchung von YouGov 42 Prozent der jungen Menschen zunächst schweigend ab, bis die Person am anderen Ende der Leitung etwas sagt.
Ein reines Gen-Z-Phänomen ist das aber nicht. Je nach Generation machen das zwischen 36 und 50 Prozent der Befragten.
Ruft jedoch ein Freund oder jemand aus der Familie an, geben nur drei Prozent der Gen Z an, ohne Begrüßung ranzugehen.
Welchen Vorteil hat das Schweigen am Telefon? Es kann vor Betrugsmaschen schützen. Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? warnt hier vor einer modernen Variante: Betrüger locken Menschen am Telefon in vermeintliche Umfragen und sammeln während des Gesprächs persönliche Informationen und Sprachaufnahmen. Daraus können sie anschließend mit KI die Stimmen der Opfer klonen.
Gen Z schreibt lieber, als zu telefonieren
Warum telefoniert die Gen Z ungern? Ein Grund dafür sei laut Bitkom, dass junge Menschen mit Textnachrichten aufgewachsen sind. Bei Messenger-Diensten können sie sich überlegen, was sie schreiben möchten. Ein Telefonat verlangt eine sofortige Reaktion.
Eine Bitkom-Umfrage unter 1.004 Deutschen zeigt: 52 Prozent der 16- bis 29-Jährigen schreiben Freunden und Familie lieber eine Nachricht, als sie anzurufen. 44 Prozent haben sogar bereits einen notwendigen Anruf aus Angst vor dem Telefonieren aufgeschoben.
Das klassische „Hallo“ zur Begrüßung geht übrigens auf die Anfangszeit des Telefons zurück. Nachdem Alexander Graham Bell 1876 das Telefon patentieren ließ, setzte sich auf Vorschlag von Thomas Edison „Hello“ als Begrüßung durch. Bell selbst soll laut the Guardian „Ahoy“ bevorzugt haben. Schade eigentlich: Mit einem freundlichen „Ahoy“ wäre doch jedes Telefonat gleich ein bisschen schöner.
Wie sieht es bei euch aus? Geht ihr bei unbekannten Nummern ans Telefon und meldet euch mit einem klassischen „Hallo“, oder wartet ihr lieber erst einmal ab, wer sich am anderen Ende meldet? Schreibt es uns in die Kommentare!
Nicht nur am Telefon unterscheiden sich die Kommunikationsgewohnheiten der Generationen. Auch im Büro sorgen unterschiedliche Begriffe und Regeln für Verwirrung, wie MeinMMO berichtet: Millennials sind jetzt schon so alt, dass die Gen Z sie im Büro nicht mehr versteht – Aber das gilt in beide Richtungen
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