Ich baue seit Jahren Gaming-PCs zusammen und kann euch sagen: Es war nie einfacher, ihr müsst nur auf ein paar Sachen achten

Titelbild Benedikt und Computer

MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann meint: PC-Bau war noch nie so einfach. Dennoch muss man aufpassen. Räumt man ein paar Stolpersteine aus dem Weg, kann man wenig falsch machen.

Viele fühlen sich von den Komponenten und Computern abgeschreckt und wagen oft nicht einmal, den PC auseinander zu schrauben. Ich bin der Meinung, dass es nie einfacher war, einen PC zusammenzubauen.

Komponenten sind jetzt deutlich robuster als noch vor einigen Jahren. Um etwas kaputt zu machen, muss man sich schon anstrengen. Ein paar Dinge gibt es trotzdem zu beachten, denn trotz aller Verbesserungen sind PC-Bauteile noch immer nicht unzerstörbar.

Ich gebe euch ein paar Tipps und Hinweise, worauf man achten sollte, wenn man einen PC zusammenbauen möchte.

Die größte Hürde ist die Hardware-Wahl

In meinen Augen ist die größte Hürde für Einsteiger die Wahl der richtigen Hardware. Hier kann man die größten Fehler machen. Und ja, die Hersteller machen es auch einem nicht leicht. Es gibt gefühlt dutzende Produkte, Spezifikationen und Namensgebungen. Hinzu kommen verwirrende Gigahertz-Zahlen, Watt-Angaben und Abkürzungen wie FSR, DLSS und Versionsnummern bei HDMI und DisplayPort. Allein bei der Wahl zwischen AMD und Nvidia geht es oft mehr als um ein paar hundert Euro mehr oder weniger.

Das alles gleicht einem Labyrinth, in dem man ohnehin nur falsch abbiegen kann und am Ende einen Haufen Hardware kauft, der sich als ziemlich nutzlos entpuppt.

Mein erster und wichtigster Tipp an dieser Stelle: Lasst euch von Freunden beraten, kauft nicht einfach irgendwas, was gerade im Angebot ist. Hat man erst einmal die passende Hardware zusammen, sinkt das Stresslevel deutlich. Auch in großen Communitys wie Reddit findet ihr oft freundliche Hilfe.

Und mein zweiter Tipp: Arbeitet beim ersten Mal mit günstiger Hardware. Es braucht beim ersten Mal nicht direkt ein Highend-Mainboard mit Oberklasse-CPU und RTX 5090.

Gebrauchte Hardware kann ich nur bedingt empfehlen, weil man hier im schlimmsten Fall kaputte Ware kauft und die Fehlersuche zu einer Sisyphus-Arbeit werden kann. Ich weiß, wovon ich spreche. Wer ohnehin noch neu ist beim PC-Bau oder von Hardware nur wenig Ahnung hat, wird hier nicht glücklich.

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Nehmt euch Zeit

Euer größter Feind ist die Zeit: Wollt ihr euren neuen Computer schnell zwischen dem Einkaufen und einem Fußballspiel zusammenbauen, dann lasst es sein. Wirklich, das meine ich ernst. Nehmt euch einen Nachmittag dafür Zeit und habt keinen Termin im Anschluss, der euch unter Druck setzt.

Selbst ein „ich habe doch erst in 4 Stunden einen wichtigen Raid“, kann euch am Ende brutal auf die Füße fallen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als unter Zeitdruck einen PC zusammenbauen zu wollen, dann in Panik zu geraten, weil etwas nicht funktioniert und dann einen im schlimmsten Fall irreparablen Schaden zu verursachen.

Und euch sollte klar sein: Macht ihr so etwas zum ersten Mal oder einfach nicht oft, dann braucht der PC-Bau Zeit. Ihr müsst ins Handbuch schauen, Komponenten auspacken, überprüfen und Dinge wieder auseinanderbauen, wenn sie am Ende doch nicht passen oder gefallen. Oder ihr habt ein defektes Bauteil gekauft und müsst es zurückschicken. Mit einem „ich komme später zum Zocken online“, setzt ihr euch nur selbst unter Druck und in eine Erwartungshaltung.

Es ist schwieriger geworden, Dinge kaputtzumachen, aber nicht unmöglich

Grundsätzlich war es nie leichter einen PC zu bauen: Jedem Gerät liegt eine klare Anleitung bei. Haltet ihr euch an die Anleitung des Mainboards oder des Gehäuses und geht Schritt für Schritt vor, dann kann in der Regel wenig passieren. Zusätzlich gibt es etliche Hilfestellungen vom System selbst:

  • Die meisten Teile sind eindeutig beschriftet. So steht auf jedem Netzteil-Kabel genau darauf, wozu es gehört: CPU, Grafikkarte oder eine zusätzliche Stromversorgung. Zusätzlich gibt es eindeutige Markierungen, damit ihr die Sachen richtig einsteckt.
  • Auf einigen CPU-Lüftern ist etwa bereits Wärmeleitpaste vormontiert, sodass ihr euch einen weiteren Arbeitsschritt spart. Das gilt etwa für die Standard-Lüfter von AMD, aber auch für Dritthersteller.
  • Fast alle Kabel haben eine eindeutige Zuordnung: Ein USB-Kabel könnt ihr nur in den zugeordneten Anschluss auf dem Mainboard stecken, weil er sonst nirgendwo hineinpasst.
  • SATA-Kabel passen ebenfalls nur in die vorgesehene Buchse. Lüfter-Kabel sind ebenfalls benannt und oftmals sogar nummeriert.
  • Obendrein findet ihr auf dem Mainboard in der Regel klare Markierungen und Beschriftungen. Seid ihr euch unsicher, hilft fast immer das Handbuch, wo ihr eine „Lagekarte“ des Mainboards seht.
  • AMDs Sockel AM5 hat ebenfalls einiges einfacher gemacht: Es gibt keine biegbaren Pins mehr und es gibt eine klare Markierung, wie ihr die CPU einbauen müsst. Intel setzt übrigens schon länger auf pinlose CPUs.

Mittlerweile gibt es sogar dutzende Videos auf YouTube, die einzelne Schritte oder auch den gesamten Bau-Prozess zeigen. Habt ihr ein solches Video nebenbei auf dem Handy laufen, könnt ihr jeden Schritt nachverfolgen und nachmachen. Meine persönliche Empfehlung ist der Leitfaden vom Tech-Kanal Linus Tech Tips.

Unzerstörbar ist die Hardware aber trotzdem nicht. Kabel können verbiegen oder einzelne Teile abbrechen. Drückt ihr mit Gewalt einen RAM-Riegel in den Sockel, kann dieser dadurch ebenfalls kaputtgehen.

Was ich damit sagen will: Geht niemals blind vor oder steckt Teile voreilig ineinander. Ja, für alle Bauteile gibt es feste Slots und Steckplätze, aber geht dennoch behutsam damit vor.

Und mein wichtigster Tipp an dieser Stelle: Fragt Freunde, wenn ihr euch unsicher seid oder habt einen Freund dabei, der das alles schon einmal gemacht hat. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn der PC am Ende doch nicht startet.

Der Bau eines Gaming-PCs wirkt für viele unerfahrene Menschen wie Raketenwissenschaft. Die Komponenten sind teuer und man hat Angst, beim Bau einen Fehler zu begehen. MeinMMO-Autor Christos hat genau diese Erfahrungen gesammelt, als er seinen ersten Gaming-PC zusammengebaut hat: Nach 16 Jahren Konsole habe ich meinen ersten Gaming-PC selbst gebaut – Hat sich das gelohnt?

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2 Kommentare
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pineapple-express

Meinen letzten PC habe ich vor 20 Jahren zusammengebaut. Müsste ich es heute wieder tun, so würde ich ihn mit K.I. Unterstützung bauen. Wenn man erst mal weiß, wie man mit K.I umgeht, kann man quasi sein ganzes Leben verbessern. Warum also nicht auch einen PC zusammenbauen (lassen)?

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