Eine Bande von rotzfrechen Betrügern hat die Leichtgläubigkeit einiger Apple-Fans ausgenutzt und sie davon überzeugt, dass Apple ihnen Unmengen an Crypto-Währung schenkt, wenn sie diese erst einzahlen. Hätten sie nur vorher MMORPGs wie Runescape gezockt, dann wären sie vielleicht misstrauischer gewesen. Wie die ganze Story ablief, erfahrt ihr hier auf MeinMMO.
Wie gingen die Betrüger vor? Zum Launch-Event des neuen iPhone 13 gab es einen Livestream von Apple. Dieser wurde von dreisten Betrügern detailgetreu nachgeahmt und es gelang den Scammern, über 16.000 User auf den Stream zu locken.
Dort wurde ein unfassbar gutes Angebot gemacht: Zahlt Crypto-Coins ein und Apple verdoppelt euer Geld! Aber nur solange der Vorrat reicht. Klingt doch nach einer todsicheren Sache, oder?
„Double Money“-Trick seit Eve und Runescape in vielen MMORPGs bekannt
So lief der Trick der Betrüger im Detail ab: Damit die potenziellen Opfer in so großer Zahl auf den Fake-Stream strömten, wurde von den Betrügern einiges an Aufwand betrieben. Es gab sogar eine Landing-Site mit Apple in der URL, damit es wirklich legitim wirkte. Außerdem entsprachen die Icons und die Farbgestaltung klar dem Bild, das Apple-User von offiziellen Apple-Seiten hatten.
Während des Streams wurde dann offenbart, dass Apple in das Crypto-Business einsteigen werde und daher zur Feier des Tages 1.000 Bitcoins (!) verschenken werde. Zur Erinnerung, das wären nach dem aktuellen Kurs (Stand 23. September 2021) über 37 Millionen Euro!
Alles, was man dazu tun müsse, wären eigene Bitcoins (oder Ethereum) auf ein bestimmtes eWallet zu überweisen. Dann würde man das Doppelte der eingezahlten Summe zurückbekommen. Aber man solle sich beeilen, es seien schon hunderte von Coins vergeben worden!

Da das in den Augen einiger Zuschauer legitim wirkte, gingen tatsächlich einige leichtgläubige Fans der Sache auf den Leim und spendeten insgesamt 1.48299884 Bitcoins an die Betrüger.
Doch das Ende sah freilich anders aus, denn nach dem Ende des Streams war tatsächlich Schluss und es gab natürlich kein Geld. Die Betrüger hatten die Bitcoins eingesteckt und waren in den Tiefen des Äthers verschwunden.
Die geprellten Fans hatten aber wohl nie MMORPGs wie Runescape oder EVE Online gespielt, dann wäre ihnen nämlich sicher aufgefallen, dass dieser Deal nichts Gutes bedeutet.
Wie läuft der Scam normalerweise in MMORPGs? In MMORPGs mit offener Spieler-Wirtschaft gibt es immer wieder Betrüger, welche die Gier und Leichtgläubigkeit von Mitspielern ausnutzen. So ist unter anderem aus dem Old-School MMORPG Runescape die „Doubling Money“-Masche bekannt.
Darin setzt sich ein Betrüger auf den Marktplatz und bietet an, Geld zu verdoppeln, welches man ihm vorher gebe. Es handele sich um einen Glitch oder dergleichen – alles völlig legit! Naive User werden dann geködert, indem sie erst eine kleine Summe als Beweis abgeben.
Daraufhin bekommen sie dann tatsächlich die doppelte Summe zurück. Das geht noch ein oder zweimal so weiter bis das Opfer völlig von Gier übermannt ist und eine sehr große Summe spendet. Dann macht es dann meist „Puff“ und der Betrüger ist mitsamt dem Geld verschwunden und hat sich ausgeloggt.
Solche Aktionen sind übrigens ein Grund, warum moderne MMORPGs direkten Spielerhandel immer öfter unterbinden, auch wenn es Kollege Alexander Leitsch stört.
Wie kann man sich vor solchen Gemeinheiten schützen? Hier hilft eigentlich nur gesunder Menschenverstand und das gute alte Sprichwort „Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich auch nicht wahr!“
In dem angegebenen Fall hätte, trotz der aufwendig gefälschten Webseite, irgendwie klar sein müssen, dass selbst Apple nicht einfach mal an die 40 Millionen Euro for free raushaut.
Und überhaupt – es ist nie eine gute Idee, Crypto-Währung einfach so ohne Rückversicherung in irgendwelche anonymen Konten einzuzahlen.
Und im Zweifelsfall: Spielt ihr mehr klassische MMORPGs, dann seid ihr vor solchen Sachen eher gewarnt.
So viel zu der fiesen Betrugsmasche der Scammer im Falle des iPhone-Reveals. Mehr freche Betrugstories findet ihr hier bei uns, darunter diesen kuriosen Fall: FIFA 21: Betrüger nutzen 3800 PS4-Konsolen, um FUT-Währung zu farmen.

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Für die Leute hätte ich dann noch die E Mail Adresse eines nigerianischen Prinzen, der ein sehr interessantes Angebot zu unterbreiten hat.
Nah, der ist inzwischen out, ich hab letztens eine von einem Army-Offizier bekommen der Gold aus Afghanistan geschmuggelt hat und da meine Hilfe benötigt…
Apple verschenkt Geld. 😂 Wie kann man auf sowas bitte reinfallen?
Ich liebe ja solche news. Kann gar nicht genug von sowas kriegen und mich schlapp lachen über die Dummheit mancher Menschen.
Das es auch noch Apple Jünger getroffen hat ist dann noch die Kirsche auf der Sahnetorte für mich. Sehr amüsant xD
Gesunder Menschenverstand trifft es ganz gut.
Ich meine, warum sollte man einzahlen, wenn der doppelte Wert ausgespuckt werden würde?
Das macht überhaupt keinen Sinn.
“Apple” würde damit nichts gewinnen, was bei einem Unternehmen dieser Art eher unwahrscheinlich ist.
Um es mit Jordon Belforts Worten zu sagen, deren Geld ist bei mir besser aufgehoben!
Unerklärlich wie man auf sowas reinfallen kann. Ich wundere mich ja wie solche Leute es ins Internet geschafft haben.
Das ist sehr wohl erklärlich. Wenn genügend Emotionen zusammenkommen, also ganz viel Hoffnung (endlich habe ich vielleicht mal Glück und gewinne was), dann kommt dazu bei vielen die Verzweiflung (mit Kryptos bisher nur Verluste gemacht), vielleicht auch etwas Gier, dann noch der zeitliche Druck (das Gewinnspiel ist bald aus und ich gehe leer aus). ….. wirf alles in einen Topf und voila, Hirn schaltet aus, die Emotionen übernehmen. Die Betrüger wissen mittlerweile gaaaanz genau an welchen Schrauben sie drehen müssen und welche Emotionen sie anheizen müssen. Nicht umsonst fallen immer noch so viele darauf rein. Und es sind weis Gott nicht nur die „dummen“ die es erwischt
Jo übliche Psychologische Masche von Menschen die Naive glauben sie gehören nach einigen Verlusten auch zmal zu den gewinnern.
Es ist nur die Frage welche Alters Gruppe das Hauptsächlich betrifft das wäre mal Interessant.