Epic Games kämpft seit Jahren gegen die Marktmacht von Steam und investiert Milliarden. Ein Experte meint jetzt: Epic wird den Kampf nicht gewinnen können, weil man zu viele Kämpfe gleichzeitig führt. Denn nicht nur mit Steam ist man beschäftigt, sondern zeitgleich auch mit Google und Apple. Das frisst Ressourcen und Kapazitäten, die dann an anderer Stelle fehlen würden.
Epic versucht seit Jahren im digitalen Markt Fuß zu fassen und sich vor allem gegen den Platzhirsch Steam durchzusetzen. Und das teilweise mit harten Mitteln. Epic investierte jährlich Milliarden, um sich gegen Steam durchzusetzen: mit kostenlosen Spielen, mit exklusiven Deals, etwa mit Publisher Ubisoft.
Aber laut einem Analysten geht Epic Games so langsam die Puste aus. Das liegt wohl auch daran, weil man zu viele Kämpfe gleichzeitig geführt haben soll. Und viele Verbesserungen kommen jetzt einfach zu spät, um an der Vormachtstellung von Steam noch großartig etwas zu ändern.
Epic Games hat versucht sich gegen Google, Apple und Steam gleichzeitig durchzusetzen
In einem Gespräch gegenüber dem englischsprachigen Magazin PCGamer erklärte Emmanuel Rosier, Leiter des Bereichs Market Intelligence beim Branchenanalysten Newzoo:
Ich sehe nicht wirklich, wie sie das Blatt noch wenden können, denn Steam ist mittlerweile so unverzichtbar geworden. Der Epic Games Store gewinnt Spieler, indem er kostenlose Spiele verschenkt, aber die Leute gehen einfach hin, melden sich an, holen sich die kostenlosen Spiele und spielen sie dann gar nicht. Es ist fast so, als würden sie Spiele sammeln, anstatt sie tatsächlich zu spielen.
Das große Problem laut Rosier: Epic Games habe sich in den letzten Monaten zu stark verzettelt und zu viele Schlachten gleichzeitig geführt, ohne sich auf einen Bereich wirklich konzentrieren zu können. Da sei es dann wenig verwunderlich, wenn einem da irgendwann doch einmal die Puste ausgehe:
Die Herausforderung, vor der Epic meiner Meinung nach steht, ist, dass sie in den letzten Jahren versucht haben, überall zu gewinnen. Sie versuchen, gegen Steam zu gewinnen, sie versuchen, gegen Apple zu gewinnen, gegen Google Play, und wahrscheinlich geht ihnen die Puste aus, weil sie nicht alle diese Kämpfe gleichzeitig führen können.
Viele Verbesserungen, die Epic Games jetzt vorgestellt hat, etwa eine bessere Performance des Launchers, personalisierte Spielempfehlungen und Schnellzugriffskategorien, kämen jetzt alle vermutlich zu spät, um für viele Spieler wirklich relevant zu sein.
Wenig überraschend sei es da laut Rosier, dass sich Epic derzeit wieder verstärkt auf seinen Shooter Fortnite und verschiedene Kollaborationen konzentriere. Und genau damit sei man auch erfolgreich.
Tim Sweeney, Chef von Epic Games, ist ohnehin der Meinung, dass es ohnehin keine großen, neuen Spiele brauche. Laut ihm reichen einfach Titel wie Fortnite und Roblox. Denn diese Spiele würden bereits hunderte Millionen Spieler erreichen und würden selbst immer mehr zu einer umfassenden Gaming-Plattform werden: Laut dem Chef von Epic Games braucht man gar keine neuen AAA-Spiele, die Lösung sei Fortnite und Roblox
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