Hat World of Warcraft den Begriff MMO geprägt und damit vernichtet?
WoW-Killer von WoW gekillt.

Hat World of Warcraft das MMO-Genre nicht nur geprägt, sondern damit auch vernichtet? Ist der MMO-Markt im Prinzip gar kein MMO-Markt, sondern nur ein Markt für World of Warcraft, so wie der MOBA-Markt eigentlich auch nur League of Legends gehört?

Rob Pardo, ehemaliger Chief Creative Officer bei Blizzard, erklärte während des Games-First-Events in Helsinki, Finnland, dass immer mehr Entwickler den Begriff „MMO“ mieden und das habe auch einen bestimmten Grund: Sie scheuen den Vergleich mit WoW.

Rob Pardo Blizzard
Rob Pardo arbeitete bis 2014 bei Blizzard und leitete die Abteilung „Game-Design“ mit.

Als World of Warcraft 2004 erschien und der immense Erfolg absehbar war, wollten viele andere Studios auf dieser Welle mitschwimmen. Doch wirklich an den Erfolg von WoW anknüpfen konnte kein anderes MMORPG. Einige waren zwar auf ihre Art ebenfalls erfolgreich, die meisten jedoch nicht.

Mit der Zeit stellten Entwickler fest, dass es keine so gute Idee ist, ein Spiel zu designen, das WoW sehr ähnlich ist. Daher entwickelt sich diese Art Spiel derzeit weiter. Da jedoch der Begriff „MMO“ mit World of Warcraft in Verbindung gebracht wird und von dem Spiel mitgeprägt wurde, distanziert man sich immer mehr davon.

Publisher scheuten den Vergleich mit WoW und die Erwartungen, die damit einhergehen, wenn sie ankündigten, ein MMO zu entwickeln. Selbst das WoW von vor 10 Jahren würde gegen das heutige WoW untergehen, weil das über so viel mehr Spielinhalte verfüge. Wer sich heute MMO nenne, konkurriere nicht nur mit dem WoW von 2005 und 5 Jahren Entwicklungszeit, sondern er konkurriere mit dem WoW von 2015 und mit 15 Jahren Entwicklungszeit.

MMOs, die nicht mehr so heißen sollen

Laut Pardo entwickeln viele Studios zwar Onlinespiele, in denen Spieler in einer persistenten Spielwelt interagieren, doch scheuten sie den Begriff MMO. Als Beispiel nennt Pardo Destiny. Es sei offenkundig ein MMO, wenn auch mit deutlich anderem Gameplay als WoW. Doch die Entwickler mieden den MMO-Begriff. Dies könne als gutes Beispiel dafür dienen, wie man heute zwar Onlinespiele mit persistenten Welten erschafft, aber langsam den Begriff „MMO“ eliminieren will, um sich davon zu lösen.

Destiny MMO
Destiny ist vollgepackt mit MMO-Elementen. Dennoch nennen es die Enwickler einen „Shared-World-Shooter“.

Nur so könne man einen Vergleich mit World of Warcraft vermeiden und dies hätten auch die Publisher erkannt. Als Beispiele von Spielen, die durch den Begriff „MMO“ Probleme hatten, genügend Spieler zu finden, werden Star Wars: The Old Republic und WildStar genannt.

Blizzards schwere, aber notwendige Entscheidungen

Es sei einfach enorm schwer geworden, in einem Genre Fuß zu fassen, wenn ein einziges Spiel das Genre definiert. Dies wäre beispielsweise im MOBA-Genre so. Sogar Software-Riese Valve bereitet es Schwierigkeiten, gegen League of Legends anzukommen. Ein neues, attraktives Genre werde zwar häufig als „neuer Markt“ gesehen. Das Game, das dieses Genre begründet und etabliert hat, mache es aber Neueinsteigern schwer, dagegen anzukommen.

Bei Blizzard glaube man aber weiter an den MMO-Markt. Das Mammutprojekt Titan habe man nicht eingestellt, weil man den Glauben ans Genre verloren hat, sondern weil man davon überrascht wurde, wie langfristig der Erfolg von WoW sein würde. Niemand hatte geahnt, dass auch 10 Jahre nach Release WoW noch so viele Abonennten haben würde.

Man dachte, dass man die Entwickler langsam von WoW abziehen könne, um an Titan zu arbeiten. Das sei aber nicht der Fall gewesen.

Quelle(n): develop-online.net
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Benni

Also, dass das frühe WoW nicht gegen das jetzige ankommen würde find ich jetzt ein bisschen hart formuliert….aber gut ich bin da auch Nostalgiker was den Classic Content angeht…

Julius Keusch

Genau genommen ist Lol auch das genrebeherrschende Spiel. Dota steht diesbezüglich an zweiter Stelle.

N0ma

Egal 😀

N0ma

Die Definition der Wikipedia ist zu eng. Wenns danach geht ist GW2 kein MMO da nur pro (Open World)Shard ca 200 Spieler sein können, danach wird ein neuer aufgemacht. Und persistent sind die Shards auch nicht. Laut derselben Wikipedia ists aber ein MMO.

Laut WP wäre das einzige echte MMO EvE, von den bekannten. Alles andere wäre nur verwässerter Mist (wobei ein Körnchen Wahrheit ist da dran 😉 ).

derdon

Eigentlich hat WoW nur eines geschafft und zwar ein Spiel zu erschaffen welches zum einen sehr einsteigerfreundlich ist, zum andren aber auch einen extrem einfachen Content bietet.
Ich glaube das ist eher das Problem, schwere MMO´s werden quasi fast nicht mehr akzeptiert, leider.
Natürlich ist es auch so das jemand der mehrer Jahre WoW zockt nicht einfach wechseln wird und daher gibt es auch keinen „WoW Killer“ oder ähnliches.
Das Genre MMO ist da doch schon sehr weit gefächert und bietet da mit Spielen wie Eve, Elite, TESO, usw usw. eine schöne Abwechslung und da sollte für jeden auch etwas dabei sein.
Schlimmer ist es doch da bei RTS denn was gibt es auser Starcraft ? äh äh äh nichts 😉

Larira

Naja, WoW Classic war jetzt nicht wirklich einfach und einsteigerfreundlich. Und schon damals war’s erfolgreicher als alle anderen damaligen MMOs zusammen. Nein, Blizzard hat damals ein Spiel rausgebracht, welches technisch gut funktionierte, wenig Bugs hatte, ordentlich übersetzt war und kein Grinder war etc. Damals waren diese Dinge in MMOs alles andere als selbstverständlich, im Gegenteil. Die WoW-Killer hatten immer das Problem, dass der eine oder andere Aspekt vielleicht besser war, der Rest aber nicht. Oder sie waren WoW so ähnlich, dass man gleich bei WoW bleiben konnte.

Grüße

derdon

Ich glaube Classic kennen die wenigsten, das WoW bis BC komplett anders war ist klar aber das war einmal. Ich erinnere mich noch an diesen Satz: „Never play on a Patch day“ in der Regel hat bei WoW am Anfang vieles schlecht funktioniert.
Was aber jetzt daraus wurde naja …

KohleStrahltNicht

WoW war zum Release teilweise verbuggt hoch drei!
Tagelange Server downs wegen Reparaturen und Patches….ja früher wurde viel gepatcht ;o)
WoW war hackeschwer aber hatte mehr RP Anteile , wie Klassenquests , Jede Klasse hatte etwas besonderes.

Gorden858

Ich glaube dieses Verschwimmen der Grenzen zwischen solchen Begrifflichkeiten und etablierten Definitionen ist eine allgemeine Entwicklung aktuell und nicht nur auf den MMO-Bereich beschränkt. Hier fällt es nur am häufigsten auf, weil die Grenzen hier tatsächlich am unklarsten sind und die Spieler oft mit ihrem Genre am engsten verbunden sind. Viele kennen glaube ich noch die alten Titel und fühlen sich als MMO-Spieler als Coregamer und können es nicht haben, dass nun plötzlich auch irgendwelche „Shooterkiddies“ ihr Spiel als MMO bezeichnen.

Ein Grund für diese Entwicklung sind natürlich Marketing Hintergedanken. Warum Lol nicht „DOTA-like“ genannt werden will sollte klar sein. Viele Themepark-MMORPGs haben ja auch immer klar machen wollen, dass sie ein MMORPG sind aber natürlich kein WoW-Klon ;-). Destiny hat den Begriff vermieden, weil sie neue Käuferschichten erschließen wollten. Sie wollten nicht MMO-Spieler von anderen Spielen weglocken, indem sie das bessere MMO entwickeln, sondern sie wollten Spieler, die noch nie ein MMO gespielt haben, aber potenziell von den Kernideen eines MMOs ansprechbar sind. Man hat allerdings wohl befürchtet, wenn man MMO drauf schreibt, schreckt man diese Spieler ab, weil die sagen „Ich will doch nicht wie so ein WoW-Nerd sein. Ich bin als Shooterspieler viel cooler.“ Tatsächlich war ein MMO dann aber genau ihr Ding und viele sind überrascht worden, was so eine Itemspirale für einen Sog aber auch für Probleme auslösen kann. Und so ist es mit vielen Spielen, sie wollen deutlich machen, dass sie in der oberen Liga mitspielen (darum rückt man wohl auch gerne MOBAS in die MMO-Sparte. Die Entwicklung eines MMORPGs ist eben nicht mehr allein die Königsdisziplin der Spieleentwicklung.), aber gleichzeitig möchte man sich abheben und nicht der nächste Klon oder „just another MMO“ sein.

Ein weiterer Grund ist aber in meinen Augen die schon angesprochene allgemeine Entwicklung der Verschmelzung von Genres. Seit Jahren haben bereits RPG Elemente in diverse andere Genres Einzug gehalten, weil ein (Charakter-) Entwicklungssystem einfach ein wahnsinnig gutes Element zur Motivationssteigerung und Bindung an die Spielfigur oder das Spiel allgemein ist. Dafür kommen RPGs immer weiter aus ihrer drögen Inszenierungsecke. Man will dort nicht mehr alles der Fantasie des Spielers überlassen, sondern auch Bombast, geskriptete Ereignisse und aufwändige Zwischensequenzen wie in Actiontiteln haben. Aktuell halten Aufbauelemente in viele Spiele Einzug, damit Spieler ihre Entwicklung nicht mehr nur in der abstrakten Verbesserung von Werten, sondern in der greifbareren Entwicklung einer Basis oder ähnlichem sehen. Und der nächste große Trend scheint dann die Einführung von MMO-Elementen in alle möglichen bisher etablierten Genres zu sein, um den Spielern das Gefühl zu geben, ein Teil einer weltweiten Community zu sein und sie dort ihre Leistungen präsentieren zu lassen in Form von Leveln, Ausrüstung, Erfolgen oder Ranglisten. Beispiele hierfür sind dann die kommenden Hack’n Slay-MMOs oder eben Shooter wie Destiny oder The Division.

In meinen Augen gehört Destiny daher nicht in die Kategorie MMO, da man einfach zu selten tatsächlich mit einer als massiv zu bezeichnenden Spielermenge zusammen ist. (Planetside 2 würde ich zum Beispiel dazu zählen). Und ja, in WoW kann man in der offenen Welt auch nicht viel sinnvolles zusammen machen. Die Kernelemente des progressiven Spiels haben sich alle in Instanzen verlager und sich WoW dadurch selbst von der ursprünglichen Idee entfernt. Aber im Gegensatz zu Destiny habe ich trotzdem zumindest die Möglichkeit mit vielen Spielern gleichzeitig in der offenen Welt zu interagieren und ich habe das Gefühl Teil einer ganz bestimmten Welt zu sein. Das MMO soll hier aber gar nicht so etwas wie eine Auszeichnung sein. Auch wenn ich Destiny nicht als MMO sehe hat es doch ganz klar MMO und RPG Elemente, ist offensichtlich ein tolles Spiel und konkurriert auch ganz klar auf einem Markt mit Spielen die ich als MMO oder MOBA bezeichnen würde. Tatsache ist aber doch, dass die Leute eh machen was sie wollen. Fans oder Analysten bezeichnen Spiele als MMOs oder MOBAs auch wenn deren Entwickler selbst den Begriff vermeiden.

Philip

Meiner Meinung nach stellt EVE Online ein wirkliches MMO dar. Mit Ausnahme des asiatischen Clusters gibt es genau 1 Server. Und da sind nun wirklich ALLE drauf. Die gesamte Wirtschaft und Politik wird durch Spüler nicht nur beeinflusst, sondern generiert und geführt.
Die EVE Spieler unter uns wissen was ich meine.
DAS, ist meiner Meinung nach ein Massive Multiplayer Online Titel.

Larira

Die Problematik ist in erster Linie, dass das was bei Shootern ala COD funktionierte, funktioniert bei MMORPGs halt nicht: hemmungsloses Abkopieren von Spielkonzepten. Da sind Trion und Mythic und Funcom und Bioware halt schön auf die Nase gefallen als ihre spielerischen und in der Produktion teuren Klone nicht interessant genug waren um sich vom Original abzuwenden.

Ich sehe den Begriff MMO jetzt aber nicht als verbraucht an bloß weil das Klonen nicht erfolgreich war. Das nahezu 1-zu-1-Abkupfern klappt halt nicht. Also lieber andere Konzepte aufgreifen und die technisch und spielerisch gut umsetzen.

Grüße

Luriup

Ich wüsste nix was AoC und TSW zu WoW Klonen macht.
Raids und BGs gabs schon lange vorher in DAoC.
Das WoW überall abkupferte vergessen immer viele.
WoW war Mainstream aber hat das Genre nicht begründet.
Genauso wenig wie Warcraft die Echtzeit Strategie und FIFA die FußballSimulation.

Zunjin

nicht interessant genug waren um sich vom Original abzuwenden

Von den beiden Originalen: Ultima Online (Sandbox) und EverQuest (Themepark), die sich aus den MUDs der 90er Jahre und aus Meridian 59 (schöne Zeit damals) entwickelt haben, kann man sich aber auch nur schwer abwenden.

N0ma

Entscheidend ist Qualität und Umfang, ob das abgekupfert ist oder nicht interessiert keine S..

Dawid

Wie viele Spieler braucht es denn deiner Meinung nach?

Julius Keusch

Blizzard will zum Beispiel auch Heroes of the Storm auf gar keinen Fall „Moba“ nennen. Warum nicht? Ist in diesem Artikel hier erklärt. 🙂

Dabei ist Heroes of the Storm jedoch ganz offensichtlich ein Moba. Auch hier will man sich, wie im Artikel ausführlich erklärt, von dem Genre – Riesen League of Legends distanzieren und zwar bereits bei der Definition des Spieles selbst.

Gerd Schuhmann

Der Witz ist ja, wenn man das verfolgt, dass es den Begriff „MOBA“ ja gar nicht lange gab.

Denn bis dahin, hat man zu den Spielen „DOTA-like“ gesagt. Das kann natürlich League of Legends gar nicht haben, wenn jedesmal, wenn über LoL geredet wird, der Name des Konkurrenten genannt wird.

Also hat man „MOBA“ als Begriff so irgendwie etabliert. 🙂 Wie das dann genau passiert ist und so … hm. 🙂 Da gibt’s auch einige Theorien.

Aber es ist doch klar, wer ein Interesse daran hat zu dem Genre MOBA zu sagen und wer ein Interesse daran hat, es DOTA-like zu nennen.

Aber wann hast das letzte Mal jemand zu LoL „Dota-like“ gesagt? Da hat man dieses „MOBA“, was eigentlich wirklich alles sein kann – und fertig.

Diese Genrebgriffe sind einfach Marketing. Das ist wie mit „Cola“, dass Cola eben Coca Cola ist, aber auch Pepsi oder eine billig Cola – und dann will man das auch nicht, weil Cola will, dass bei Cola alle an Coca Cola denken und nicht an Pepsi.

Der Streit um Namen und Begrifflichkeiten – da geht’s immer um Geld. Und an jedem Begriff hängen Erwartungen.

Gerd Schuhmann

Also ich seh das mit dem Begriff „MMO“ und der Genre-Definition mittlerweile eigentlich extrem locker.

Ich hab mich damit jetzt auch schon länger beschäftigt, wo der Begriff herkam, was Experten darunter verstehen, wie er im Alltag gebraucht wird … diese Genre-Begriffe werden derart locker verwendet, dass man nicht sagen kann: Es ist so! Das gehört dazu! Fertig.

Genre-Bezeichnungen sind letztlich Marketing-Instrumente oder werden so verwendet. Es nennen sich so viele Games MMOs, die Spieler nicht dafür halten, und andersum wollen Spiele mit starken MMO-Elementen mit dem Genre nix zu tun haben: Da fühlt sich doch keiner „der Tradition des Begriffs“ verbunden, sondern es geht immer um Schotter.

Und auch der Ursprung von „MMO“ ist so ein Marketing-Begriff. Man wollte sich klar von „Multiplayer-Spielen“ abheben, die 8 Leute haben, und hat gesagt: Wir haben 64 Leute auf dem Server. Wir sind massiv. Daher kommt der Name, soweit ich weiß. Also wenn man da „Tradition“ huldigen will.

Destiny hat dieselben Probleme wie ein MMO und hat dieselben Stärken. Wenn man der Diskussion folgt, machen die Spieler da wirklich die Schritte mit.

Man kann dann sagen: Früher! Früher waren MMOs noch so und so und soziale Komponente stark und Server-Gemeinschaft und Freiheit. Und dieser Form von „MMO“ entspricht Destiny natürlich nicht.

Sondern Destiny entspricht stark der Form von MMO, in die WoW das Genre in den letzten Jahren getrieben hat. Skyforge ist jetzt ein wunderbares Beispiel dafür. Da ist der Begriff zusammen mit dem Genre auch im Wandel.

Als Purist, dem es wirklich um die Sache geht, wird man an Genre-Bezeichnungen verzweifeln, weil es da immer um Marketing-Interessen und persönliche Vorlieben geht.

Dieser MMO-Begriff, den du meinst und den jetzt einige Indie-Projekte wiederbeleben werden, der ist einfach stark im Wandel und hat sich in verschiedene Bereiche gespalten.

Ich bin der festen Überzegung, Destiny hängt da extrem stark an dem Baum dran.

Dawid

Rob Pardo sagt das auch, als ehemaliger Vize-Präsident im Game-Design bei Blizzard. Laut der Definiton von David Georgeson ist Destiny auch ein MMO. Es gibt einfach keine allgemeingültige Definiton, wie viele Spieler sich in einer Instanz sehen müssen. Ob 16, 25 oder 100. Da ist nirgends fest geschrieben.

Zunjin

Laut David ist aber aktuell auch Star Trek Online eines der besten MMOs da draußen. 😉

Ich frage ihn mal, wenn ich ihm das nächste mal schreibe, ich denke seine Antwort wird in etwa sein: „nehmt mich doch nicht so ernst“ gefolgt von einem lauten Lachen. 🙂

Zunjin

Stimmt. Es gibt keine Definition von Massiv. Braucht es aber auch nicht. Das ist ein Gefühl. Ich diskutiere hierüber auch aktuell nur zur Freude, denn im Grunde ist es – für uns Spieler – egal wie ein Spiel eingeordnet wird, Hauptsache ist macht Spaß.

Aber zurück zum Gefühl. Gehe ich unter der Woche zum Döner um die Ecke und da stehen 20 Menschen an der Ausgabe, dann komme ich nach Hause und sage: „Wow da waren heute aber massig Leute“. Gehe ich hingegen in die größte McDonalds Filiale der Stadt, würde ich die 20 Menschen dort nicht als „Massig“ empfinden.

Wenn ich nun zum Release in die persistenten Welt eines MMORPG (mit Betonung auf den Genrezweig des xRPG) einlogge – sagen wir mal WoW zu Release – und ich sehe in den ersten 3 Stunden 20 Menschen, welches Gefühl stellt sich ein?

Aber selbst wenn wir annehmen, dass Destiny ein MASSIVLEY (und nicht wie von den Entwicklern gesagt „nur“) Multiplayer Online First Person Shooter sei, dann stellt sich mir eine Fage… wenn Destiny Massivley ist, was ist dann Planetside 2?

Oder umgekehrt, wenn die Lücke zwischen beiden Spielen so Massivley 😉 ist, kann man dann noch davon sprechen.

Gerd Schuhmann

Man kann genau schauen, wann das „Massively“ aus der Idee, was ein MMO ist, verschwunden ist.

Denn diese Open-World, das Massively, hat ein großes Problem: PvE-Encounter – Wir sind zu schwach, wir nehmen einfach 20 Leute mehr mit!

Oder: PvP … die eine Seite hat 80 Leute, die andere 20 – hm, was machen?

Also hat man gesagt: Nee, das geht nicht, hier dürfen nur 5 Leute in die Instanz, damit das vergleichbar und fair ist.

Und bei der Idee ging dieser ganze „Massive“-Gedanken schon den Bach runter. Das ist 10 Jahre her und diese Spiele haben gewonnen.

Das ist halt die Realität, die muss einem nicht passen, aber es ist so.

Ich merk das ja immer, wie dann um den Begriff gefeilscht wird, um klar zu machen: Es gibt ja noch mehr als WoW. Es gibt ja noch das Spiel und das Spiel und die sind dann „Massiv.“

Also nach der Definition mit „massiv“ ist das ganze Genre vor 10 Jahren mehr oder weniger gestorben und wurde anders und neu definiert. Das hat auch gute Gründe.

Open World ist unfair. Mainstream-Spieler wollen Fairness, wollen vergleichbare Bedingungen.

Dieser MMO-Begriff, wenn man sich da wirklich an dem ersten M festhängt – da wird man kreuzunglücklich. Es geht nicht mit der Realität zusammen. Wenn man das „Massive“ ernst nimmt, ist WoW natürlich auch kein MMO – und alles was da nachfolgte auch nicht mehr.

Also zu sagen: Ich kann mit 5 Mann in die Instanz rein, aber in Ogrimmar seh ich ja 300 Leute. Und bei Destiny kann ich mit 3 Mann in die Instanz und im Turm seh ich 16 Leute.

Das eine ist massiv, das andere nicht … ja, in der Theorie vielleicht, in der Praxis nicht. Weil ich in WoW so gut wie nichts Sinnvolles machen kann, wo ich 300 Leute hab: Andere Städte raiden, Worldboss und das war’s.

Dawid

Destiny ist gefühlt ein massiver McDonalds-Tower, der über 50 Stockwerke geht. In jeder Filiale ist etwas los und das den ganzen Tag – ständig gehen und kommen Leute. Wenn man möchte, trifft man massiv viele Burger-Freunde!

Dawid

Fakt ist: Für „MMO“ gibt es keine allgemeingültige Definition. Alleine die englische Wiki-Seite unterscheidet sich deutlich von der deutschen. Sogar so, dass es sich diesem hier nähert: https://www.superdataresear

Julius Keusch

Fakt ist: Persistente Welt, mehrere tausend Spieler gleichzeitig = MMO.

In League of Legends spielen auch immer nur 5 Leute zusammen, gilt trotzdem als ein Kandidat des Genres „MMO“. 😉

Dawid

Bei WoW auch nicht! 😉

Dawid

Bis zu 16 Leute 🙂 Seit wann hat Counterstrike eine persistente Spielwelt usw.?

Julius Keusch

„Massively Multiplayer Online“ – Spielen bei Destiny mehrere tausend Spieler zusammen? Jo. Ist „MMO“ also demnach der richtige Begriff für Destiny? Jo.

🙂

Dawid

In Destiny sind es mehrere tausend Leute auf einem Server und alle können im Prinzip miteinander spielen. Sie sehen sich nur nicht alle. Das ist aber selbst bei WoW so, dass nur eine begrenzte Anzahl von Spielern in einem „Kanal“ gezeigt werden.

P.S. Wikipedia-Definitionen kann man auch hinterfragen. Letzten Endes sind die Inhalte dort user-generated. Schau dir mal einfach die englischsprachige Definiton bei Wikipedia an und dir wird was auffallen 🙂

Larira

Das mit dem „Kanal“ stimmt so nicht. Es gibt zwar Spiele wie z.B. Teso, die machen pro Gebiet mehrere Instanzen auf wenn es zu viele Leute auf einem Fleck werden. Aber auch da ist die Schwelle beträchtlich höher als bei Destiny. WoW macht es glaub aber nicht und es deshalb zu Servercrashes kommen kann. Damals beim AQ-Event oder bei TM-Southshore-Raids ging oft gar nichts mehr.

IMHO ist Destiny mit WoW auf keinen Fall vergleichbar.

Grüße

Dawid

Es werden pro Gebiet / Instanz / Zone – oder wie man es nennen möchte – nicht immer alle Spieler angezeigt, auch wenn sich theoretisch dort mehr aufhalten. Das ist die Kernaussage. Bei der Schwelle widerspreche ich nicht, da gibt es natürlich Unterschiede.

Larira

Ist aber eher eine technische Limitierung und keine spielerische. Da gibt die Engine und der Server und der eigene PC die Grenze vor.

Bei Destiny hat man das aber spielerisch abgeriegelt. Mehr als die Handvoll gleichzeitig geht nicht auch wenn technisch mehr möglich wäre.

Grüße

Dawid

Das hast du in Dungeons, PvP-Zonen, Raids usw. ja auch, dass es da aus spielerischen Gründen Grenzen bei der Spieler-Menge gibt.

Wieso der Tower bei Destiny nur auf 16 Spieler begrenzt ist, frage ich mich aber auch. Eine Begründung würde mich mal interessieren. Da gab es schon viele Diskussionen zu.

Zunjin

In Destiny sind es mehrere tausend Leute auf einem Server und alle können im Prinzip miteinander spielen.

Das trifft auch auf Multiplayer mit Lobby zu und im weitesten Sinne müsste man evtl. sogar Spiele wie Civ dazu zählen, wo hunderte Spieler sich in der Lobby einfinden um einem Spiel zu joinen.

Aber zumindest auf GuildWars würde es zutreffen, aber auch dort haben die Entwickler zurecht immer gesagt, GW1 ist (laut Definition) kein MMORPG.

Ps. Wikipedia hat mittlerweile in vielen Studiengängen Zitationsfähigkeit erreicht. Und was für den weltweiten Wissenschaftsbetrieb recht ist, kann uns doch nur billig sein. 🙂

Dawid

Das mag ja alles sein und meine persönliche Meinung ist sogar recht ähnlich zu der von Krieglich. Was ich aber immer sagen möchte und nur wiederholen kann: Es gibt keine allgemeingültige Definition für MMO. Es wird schon seine Hintergründe haben, wieso es so viele anders auslegen. Gründe gibt es ja viele: Marketing, Ursprung, persönliche Erfahrungen oder Definitionen von anderen.

N0ma

Gilt aber nicht für jeden Beitrag. 😉

Alastor Lakiska Lines

Wiederum gibt es auch Sachen wie The Secret World, die die Formel aufbrechen und einfach nur an der Marktüberflutung der Pressformware scheitern (mit scheitern meine ich, dass der große verdiente Ruhm ausbleibt).

mmogli

ich freu mich auf das nächste wow addon 2016

Larira

„wenn ich jetzt schreiben würde das blizzard seit wod nur noch ein browser spiel ist für nicht raider .und mit mmo nicht mehr soviel zu tun hat ……..würde ich wieder als schund wow schreiber bezichtig werden . deswegen lösche ich mein kommentar in paar minuten wieder …..euer mmogli“

http://littlefun.org/posts/

Grüße

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